E-Commerce verändert den Luxus-Markt

E-Commerce verändert den Luxus-Markt

von Bernhard Steimel 28. Januar 2013

Scott Galloway auf der DLD (Digital-Life-Design) Konferenz in München

Scott Galloway, Professor für Marketing an der NYU Stern und Gründer von L2, einem Think Tank für digitale Innovation, sprach auf der diesjährigen DLD Konferenz in München über Prestige 3.0 und darüber, wie Marken mit Prestige, E-Commerce, Daten und Mode umgehen.

Seine Gesprächspartner waren Goga Ashkenazi, Creative Director des französischen Mode-Labels VIONNET, Paul van Zyl, Mitgründer und CEO von MAIYET, José Neves, Gründer und CEO von farfetch.com und Sanjiv Singh, Deutschland-Chef des Modeherstellers Lacoste.

Prestige 3.0 – Luxusgüter im E-Commerce

Die Bedeutung edler und teurer Waren im E-Commerce steigt. Deshalb drehte sich bei der Podiumsdiskussion „Prestige 3.0“ alles um Luxusgüter im Online-Handel. Dabei kamen nicht nur die besonderen Chancen und Herausforderungen der Branche zur Sprache, sondern auch weniger offensichtliche Aspekte, z.B. die Bedeutung chinesischer Touristen und die weiteren Bestrebungen des Onlinehandelsriesen Amazon.

©flohagena.com/DLD*13

©flohagena.com/DLD*13

„Der E-Commerce und die digitalen Medien sind für uns äußerst wichtig geworden.“, sagte Goga Ashkenazi. 2010 gaben rund 68 Prozent der wohlhabenden Konsumenten an, ein Produkt oder eine Dienstleistung über das Internet geordert zu haben. Im Jahr 2011 stieg der Anteil auf ganze 92 Prozent. Und er steigt weiter. Sanjiv Singh: „E-Commerce ist enorm wichtig, um Luxusmarken zu verjüngen. Unsere neuen jungen Kunden finden unsere Produkte im Netz und kaufen sie dann in unseren Läden oder online.“

Der Einkauf per Klick im Netz schafft aber auch neue Probleme. „Für uns ist es eine Herausforderung, die Relevanz wertvoller Marken im Internet-Zeitalter zu bewahren“, sagte Singh.

Die Gründe, weshalb immer mehr Menschen immer mehr online einkaufen – auch die Verbraucher im Luxus-Segment – sind schnell ausgemacht: Zuallererst besteht wenig Interesse an persönlichem Service. Denn, so lautet eine überraschende Erkenntnis Galloways, das weltweit stärkste Motiv für anonymes Onlineshopping ist, den Kontakt zum Verkaufspersonal zu vermeiden. Darüber hinaus ist ein Online-Einkauf bequem, bietet meist eine größere Auswahl und Vielfalt und hin und wieder ausgewachsene Schnäppchen.

Dank der neuen Technologien im E-Commerce hat man zudem einen umfassenden Zugang zu Luxusgütern aus aller Welt. Die Chinesen beispielsweise ordern mittlerweile mehr europäische Luxusgüter als die Europäer selbst.

Mode-Marken profitieren sehr von den sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter, Tumblr oder Pinterest. „Entscheidend ist aber nicht, wo man überall mit seiner Marke vertreten ist, sondern wie man die Möglichkeiten nutzt“, betonte Singh. Deshalb spielen vor allem visuelle Dienste wie YouTube oder Pinterest eine wichtige Rolle für den Mode-E-Commerce.

„Die Menschen sind in Shopping-Laune, wenn sie sich auf Pinterest tummeln“, erklärte Galloway. Deshalb sei es nicht mehr entscheidend, ein lokales Geschäft zu besitzen. „Viel wichtiger ist es, einen kreativen digitalen Showroom zu bieten, der die Kunden in Einkaufslaune versetzt.“

E-Commerce in Europa mit den größten Chancen

Laut Scott Galloway holen derzeit Tablets als digitale Shopping-Plattformen gegenüber PC und Smartphone auf. In den USA nutzen 44 Prozent der Konsumenten ihr Smartphone und 11 Prozent ihr Tablet für die digitale Shopping-Tour. In China sind es sogar 66 Prozent, die per Smartphone einkaufen und 39 Prozent via Tablet. Dabei sind Nutzer von iPad & Co. wesentlich bestellfreudiger und geben im Schnitt deutlich mehr Geld aus.

Derzeit birgt Europa noch die größten Chancen für den E-Commerce. Dafür spricht ein Wachstum von 18,2 Prozent im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr. In den USA waren es 14 Prozent Zuwachs beim E-Commerce. Allerdings wird es in drei Jahren mehr chinesische Konsumenten mit mobilen Endgeräten geben als in Europa, den USA und Japan zusammen, so Galloways These. Dann müsste Asien im E-Commerce die USA überholen. Vieles spricht dafür.

Ein Kommentar

Gründe für den Boom des Online-Handels: Kein Interesse am persönlichen Service | Ich sag mal 28. Januar 2013 at 12:37

[…] Der Smart Service-Blog beschäftigt sich gerade mit Scott Galloway, Professor für Marketing an der … Er sprach auf der diesjährigen DLD Konferenz in München über Prestige 3.0 und darüber, wie Marken mit Prestige, E-Commerce, Daten und Mode umgehen. Das Ganze mündet dann in einen Exkurs über Luxus – was mich ehrlich gesagt nicht so sehr interessiert. […]

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