Ist der vernetzte Kunde ein Scheinriese?

von Bernhard Steimel 26. April 2013

Laut der D21-Studie ist die Mehrheit der Deutschen noch nicht in der digitalen Gesellschaft angekommen. Jeder kennt die Geschichte von Jim Knopf und dem Lokomotivführer: In der Wüste taucht in der Ferne ein Riese auf. Je näher er kommt, desto kleiner wird er. Ist der vernetzte Kunde auch ein Scheinriese? Ist SoLoMo nur ein Hype?

Wenn wir uns umschauen, müssen wir dann erkennen, dass wir immer noch die frühe Mehrheit sind und durch unser berufliches und privates Umfeld den (falschen) Eindruck bekommen? Die Antwort der D21-Studie ist hier eindeutig: Während die Yuppi-Mamis vor Glück schreien, sehen mehr als 50% der Befragten kaum Vorteile in der Internetnutzung.

Das macht nachdenklich. Bei dem ganzen Zukunftsgetöse um vernetzte Kunden, Mobile eShopping & Co. sind das doch sehr ernüchternde Zahlen, die suggerieren, dass nicht nur die Wirtschaft, sondern vor allem große Teile der Gesellschaft noch nicht digital denken und leben.

Wie aber lässt sich erklären, dass

  • mittlerweile rund 30 Prozent der Mobiltelefone in Deutschland Smart Phones sind?
  • und über 97 Prozent der Nutzer ihr Handy in der Suchphase nutzen, jeder Zweite, um das nächste Geschäft zu finden?
  • und dass 63 Prozent der Nutzer mobile Begleiter als Einkaufshilfe am POS einsetzen, jeder Vierte, um Preise zu vergleichen?

Was meinen Sie? Wer hat Recht? Ist der vernetze Kunde bereits Realität oder nur eine Randerscheinung?

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9 Kommentare

haraldhenn 26. April 2013 at 10:53

50% ist kein Grund Trübsal zu blasen. Schon gar nicht in Deutschland. Traditionell hinken wir immer hinterher. Ausserdem widersprechen sich die unterschiedlichen Studien zum Teil erheblich. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns hier in einem dynamischen Umfeld bewegen und einheitliche Aussagen üner alle Branchen und Altersgruppen verfrüht sind. Wer sich aufmerksam umschaut, der stellt fest, dass Kunden und Unternehmen schrittweise die Möglichkeiten der Vernetzung nutzen. Aber von Randerscheinung zu sprechen ist verfrüht und falsch zugleich. Die selbe Studie in 1-2 Jahren wird völlig andere Ergebnisse liefern

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Digitale Transformation: Welches Know-how ist notwendig? | Smart Service 30. April 2013 at 7:32

[…] technische Möglichkeiten, sondern der vernetzte Kunde erzeugt Handlungsdruck – auch wenn der vielleicht nur ein Scheinriese […]

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Anonymous 30. April 2013 at 12:13

Ich würde hier gerne mal die originalen Fragestellungen sehen. Oftmals ergeben sich gerade im Bereich auf Online-Fragestellungen (im Vergleich z.B. mit FMCG) überproportionale Diskrepanzen, weil sich Nutzer nicht selbst in die richtige Kategorie einordnen.

Zudem stimme ich Harald Henn zu – wichtig ist der Trend, welcher gerade bei den unterrepräsentierten Gruppen (Senioren, Frauen über 45 etc.) in Warp-Geschwindigkeit in Richtung zunehmende Vernetzung und Expertise zeigt.

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Bernhard Steimel 30. April 2013 at 12:17

dann lasst uns doch mal den Fakten-Check machen, welche Indizien sprechen für die Warp-Theorie? Wir werden in den nächsten Tagen dazu dann „die Welt in Zahlen“ vorlegen. Wäre schön, wenn Ihr dann ergänzt!

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Alexander Decker 30. April 2013 at 14:27

Ich denke, die Zahlen die man immer zu lesen bekommt, gehen oft ganz schön weit auseinander. Aber in der Tendenz wird auch hier in Deutschland das Thema immer wichtiger. Wenn ich mir die Smartphone-Dichte in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern anschaue, dann stimmt das, was Harald Henn sagt: wir hinken noch hinterher. Wie auch beim E-Commerce generell. Zudem: Deutschland ist das Land, mit den zweitältesten Bewohnern auf der Erde. Da können sich die ganzen Digital Natives zahlenmäßig gegen uns Babyboomer noch gar nicht durchsetzen. Auch das mag den Trend ein wenig verzerren. Umso besser ist das alles doch für diejenigen Firmen in D, die sich „früh“ der Thematik annehmen und gute Business Modelle aufbauen.

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iwl 2. Mai 2013 at 12:11

Wieder mal eine Studie- Abfrage , die nur die Digital Marketing Interessierten befragt, die schon berufsmässig dazu verpflichtet sind Hypes zu promoten, und dazuhin nur eine Schwarz-Weiss- Antwort zulässt. Hoffentlich wird aus 100, 200 Antworten nicht wieder hochgerechnet und wie so oft behauptet, dass 63% aller Deutschen?, der Marketingverantwortlichen? oder der „welche Gruppe auch immer“ der Meinung sind, dass
der deutsche Mensch online vernetzt ist.
Rechnen Sie doch mal die von Ihnen der D21 Studie entgegengesetzten Zahlen durch: 63% der mobilen Nutzer (30% der Gesamtbevölkerung ) nützen ihr Mobil Handy als Einkaufshilfe am POS. Da gibt es eine englische Studie, die diese Zahl noch etwas genauer untersucht und die besagt: Man ruft Freunde, Verwandte an, man sendet Bilder oder Infos an Freunde um feedback zu bekommen, und nur jeder Vierte davon vergleicht Preise … Dieses Viertel macht damit 5% der Gesamtbevölkerung aus. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass diese Zahlen realistisch und mit einer sauberen validen Marktforschung erfasst sind, weil sie hoffentlich nicht nur early adopters online befragt hat , dann sind 5% wirklich keine große Zahl.

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Bernhard Steimel 3. Mai 2013 at 7:51

Den Link zur der englischen Studie hätte ich gerne – könnten Sie ihn mir bitte posten?

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Das (Un) Wort des Jahres! | Smart Service 20. Juni 2013 at 7:34

[…] waren wir selbst – anlässlich der veröffentlichten D21-Studie – überrascht, wie wenig digital die Deutschen eigentlich noch […]

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Das (Un) Wort des Jahres! | DIE LAUTMALER 24. Juni 2013 at 11:48

[…] selbst – anlässlich der veröffentlichten D21-Studie – überrascht, wie wenig digital die Deutschen eigentlich noch […]

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