Bonner Management Forum No. 25 Digitale Geschaeftsmodelle

„Digitale Geschäftsmodelle – Unternehmen erfinden sich neu!“

von Manja Baudis 26. Juni 2013

BMF – Bonner Management Forum No. 25 am 6. Juni 2013


Quelle: BMF

Das Bonner Management Forum (BMF) ist die Diskussionsplattform zum Know-how Austausch zwischen den Branchen.

Seit 2001 werden zweimal im Jahr Vertreter branchenrelevanter Unternehmen zu Vorträgen geladen. Beim Bonner Management Forum No. 25 am 6. Juni trafen sich diesmal rund 60 Teilnehmer, um über digitale Geschäftsmodelle zu diskutieren.

Mit von der Partie war Smarter-Service Blogger Bernhard Steimel, der im Experten-Panel zu Umsetzungsfragen der Digitalen Transformation Stellung nahm.

„Immer mehr Kunden kaufen im Internet: Schnell, bequem, gut informiert und mit einem komfortablen Umtauschrecht ausgestattet. Das bekommen Unternehmen mit traditionellen Geschäftsmodellen deutlich zu spüren. Wachstum bleibt aus, Umsätze gehen spürbar zurück. Innovationen und neue Technologien spielen somit eine entscheidende Rolle. Die Digitalisierung von Geschäftsmodellen hat sich für Unternehmen nicht mehr nur zu einer Möglichkeit sondern zu einem ‚Must Have‘ entwickelt. Deshalb müssen sich Unternehmen systematisch darauf einstellen und einen eigenen Ansatz zur ‚Digitalisierung‘ finden.“

Ulrich Hauschild, Director Marketing bei HRS, präsentierte den Digitalisierungsprozess seines Unternehmens. Die Digitalisierung war für HRS eine Schicksalsfrage. „Ziel ist es, durch den Einsatz von Technologien Wettbewerbsvorteile zu erzielen“, hieß es in seinem Vortrag. Und das sei ein hoch dynamischer Wettbewerb, denn selbst Google migriere von der Suchmaschine zum Wettbewerber.

Eine der großen Herausforderungen an die Systeme und Prozesse bei HRS: „Omni-Channel“. „Die Grenzen zwischen offline, online, mobile und social verschwimmen.“ Kunden nutzen verschiedenste Wege und sie erwarten einen durchgängigen Service über alle Kanäle hinweg. Zentrales Ziel bei HRS: Aus Big Data soll Smart Data werden, denn es geht um Relevanz!

Sascha Stiehler, Geschäftsführer von medienPARK sprach über strukturelle Veränderung im Handel: „Es geht nicht um Zusatzumsatz, sondern um eine Online-Verlagerung.“ Digitale Geschäftsmodelle aber seien keine Selbstläufer und ihr Lebenszyklus relativ kurz. Beide – analoge wie digitale Geschäftsmodelle seien ähnlich attraktiv, aber die Eckwerte der digitalen Welt sehen anders: „Die Personalkosten sind deutlich niedriger, die Werbekosten sind deutlich höher!“ Und er warnt: „Mobile gewinnt zwar an Bedeutung, wird als Umsatzträger jedoch oft falsch eingeschätzt.“

„Das Zusammenspiel zwischen Online und Offline Geschäftsmodellen“
„Welche Auswirkung hat die Digitalisierung?“ – so die zentrale Fragestellung der ersten Paneldiskussion. Einhellige Meinung auf dem Podium: Die Digitalisierung sollte das Ergebnis eines systematischen Prozesses sein und der Impuls für diesen Prozess sollte vom Top-Management kommen.

Bei der Digitalisierung gehe es aber nicht nur um Kommunikation. Zentrale Herausforderung sei es vielmehr, die Kunden digital zu managen und Verkäufe zu stimulieren. Dabei gilt es, die Grundregeln der Kommunikation zu beachten: Kein Stalking der Kunden!

Bernhard Steimel wies in der Experten-Diskussion darauf hin, dass man für einen erfolgreichen Wandel die IST-Analyse in die Zukunft verlegen muss. Nur wenn, dass gesamte Führungsteam seine zentralen Zukunftsannahmen kritisch überprüft und die Relevanz von Zukunftstrends für das eigene Unternehmen gemeinsam beurteilt, kann ein Zielbild entstehen, das als Leitplanke für die digitale Transformation dient.

Er ist davon überzeugt, dass eine der größten Gefahren darin liegt, dass Unternehmen auf vielen Kanälen auf Sendung gegangen sind, ohne die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass man die Kunden entlang dieser Kontaktpunkte wiedererkennt und ihnen ein konsistentes Service-Erlebnis vermittelt. Diese Digitale Demenz wird seines Erachtens bis 2020 zum strategischen Wettbewerbsnachteil, wenn der Typus des digital vernetzten Kundens nicht die Ausnahme, sondern der Regel sein wird. Daher müssten Programme gestartet werden, die das Silo-Denken überwinden und wieder eine Sicht auf den Kunden ermöglichen.

Eine wichtige Vorraussetzung für die erfolgreiche Transformation: Das Zulassen einer Fehler- und Ausprobierkultur.

„Erfolgreiche Implementierung Digitaler Geschäftsmodelle!“
Auf fünf Schritte der Implementierung einigte man sich in der zweiten Paneldiskussion:

  1. Strategische Positionierung / Zielsetzung definieren.
  2. Audit bilden und Experten einbinden.
  3. KPIs zur Zielerreichung und – kontrolle definieren.
  4. Projektmanagement aufsetzen.
  5. Digitales Lernen sicherstellen, Schulung, Qualifizierung.

Moderator Prof. Dr. Jens Böcker fasste die Vorträge und Diskussionen des Tages prägnant zusammen:

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Sein Fazit:

  • Ziele der Digitalisierung im Vorfeld festlegen, nicht in die Digitalisierung „hineinstolpern“.
  • Nur Kommunikation reicht nicht.
  • Omni-Channel systematisch nutzen: Verkäufe erzielen durch die Vielfalt der „Wege“ zum Kunden.
  • Im Prozess der Digitalisierung Fehler zulassen.
  • Mit deutlich verändertem Wettbewerbsumfeld rechnen.
  • Interne Ressourcen aufbauen.
  • „Man muss sich den Erfolg der Digitalisierung hart erarbeiten.“

Die Nächste Veranstaltung im Rahmen des BMF „Von Social Marketing zu Social Business – Die Monetarisierung von Social Media!“ findet am 6. November in Bonn statt.

2 Kommentare

gsohn 26. Juni 2013 at 9:03

Hat dies auf Ich sag mal rebloggt.

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greich 26. Juni 2013 at 11:17

Hat dies auf im Zuge der Zeit rebloggt.

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