Die strategische Vision als Kraftquelle, um die digitale Transformation zu meistern

von Bernhard Steimel 2. Oktober 2013

 

Nachdem Wargaming und Chancenentwicklung abgeschlossen sind, stellt sich die Frage: Wie entwickle ich aus der Vielzahl an Handlungsoptionen EINE strategische Vision? – Wie komme ich zu EINEM konsistenten Zielbild?

Für die Digitale Transformation puzzeln ohne Vorlage

Wer den Fahrplan für die digitale Transformation ohne Zielbild, ohne strategische Vision entwickeln will, lässt seine Mitarbeiter ohne Vorlage puzzeln.

Die strategische Vision als Kraftquelle, um die digitale Transformation zu meistern

Quelle: FMG

Eine strategische Vision sollte ein konkretes, faszinierendes, gemeinsam erstrebtes und realisierbares Bild des Unternehmens in der Zukunft sein. Sie muss Leuchtturmfunktion haben und eine Richtung vorgeben, in welchen Bedarfsfeldern das Unternehmen für seine Kunden Probleme löst und Wünsche erfüllt.

Strategische Vision muss aus dem Zentrum eines Unternehmens kommen

Einerseits ist niemand anders als die Geschäftsführung verantwortlich, um die Vision zu bestimmen. Anderseits macht es viel Sinn, die kollektive Intelligenz des erweiterten Führungsteams (inklusive Fachexperten) zu nutzen. Die alte Idee der Unternehmensführung, die lenkt, und unten wird ausgeführt, funktioniert nicht mehr. Die Komplexität ist zur groß. Das Aushandeln der strategischen Vision muss als ein Kompromiss der Interessen begriffen werden.

Visionskandidaten wie in einem Turnier gegeneinander antreten lassen

Wer Zukunftschancen von der Wirkung her denken lernt, hat gute Chancen aus diesem Pool seine Visionskandidaten zu entwickeln, indem er Zukunftschancen zu Visionskandidaten clustert. Diese Cluster stellen x-verschiedene Varianten des Unternehmens in der Zukunft dar. Denn, so Micic, man muss sich das Unternehmen mindestens vier bis sechs Mal in der Zukunft vorstellen, bevor man zu einer guten Entscheidung kommt.

Indem man die Visionskandidaten wie in einem Turnier gegeneinander antreten lässt, sollte man sich folgende Fragen stellen: „Passt diese Vision in den Markt der Zukunft? Ist das Risiko überschaubar? Haben wir die Fähigkeiten? Bietet der Kandidat dauerhafte Differenzierungsmöglichkeiten? So gelangt man zu einem Visionskern, den man dann ausarbeiten kann. Dabei sollte der Risikoaspekt nicht überbewertet werden.

When in doubt, go towards the fear is.

Dave Gray, Autor von „the connected company“ bringt es auf den Punkt und empfiehlt, dem Bauchgefühl zu vertrauen, um weitreichende und schwierige Entscheidungen zu treffen. Eine andere Herausforderung, die nicht nur er sieht, besteht darin, dass oftmals nur wenige Menschen in der Unternehmensführung die Implikationen des vernetzten Kunden begreifen.

Wenn man allerdings den Stresstest des Wargaming hinter sich hat und eine klares Bild vor Augen, welches Problem man in Zukunft für seine Kunden löst und für welche Wirkungen man bezahlt wird, dann können auch weitreichende Kurskorrekturen erfolgen.

Damit die strategische Vision Klarheit über die Zukunft und Orientierung gibt, muss sie sichtbar und so auch begreifbar werden.

Erlebbare strategische Visionen bringen Sicherheit, Zuversicht und Freude

Kaum ein Unternehmen hat seine strategische Vision für Mitarbeiter, Partner und Kunden so eindrucksvoll erlebbar gemacht wie Corning, der Hersteller von Gorilla Glas, das weltweit bei Smartphone und Tablets zum Einsatz kommt.

 

Das schafft ein Gefühl von mehr Sicherheit, Zuversicht und Freude an der Zukunft bei den Mitarbeitern und setzt Energie frei für den Wandlungsprozess. Die Auswahl der strategischen Projekte fällt dann leicht. Denn ein jeder Projektvorschlag muss sich daran messen lassen, wie weit er auf die Vision hinführt, Engpässe auflöst und bezahlbar ist. Zu dieser Frage gibt es wenig Revolutionäres zu berichten.

2 Kommentare

Über die Göttin der Gelegenheit und die Illusionen der Controlling-Geister | Ich sag mal 7. Oktober 2013 at 11:44

[…] hassen Kontrollverlust und Zufall. Sie sind krampfhaft auf der Suche nach Leitplanken, Plänen und Strategien, um den schönen Schein d…Führungskräfte in Organisationen umgeben sich gerne mit Rationalitätsmythen und konstruierten […]

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Gelegenheit schlägt Planung - Netzpiloten.de 11. Oktober 2013 at 11:32

[…] Controlling-Gichtlinge hassen Kontrollverlust und Zufall. Sie sind krampfhaft auf der Suche nach Leitplanken, Plänen und Strategien, um den schönen Schein d…. Führungskräfte in Organisationen umgeben sich gerne mit Mythen der Rationalität und […]

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