Google Helpouts: Vom Novizen zum WordPress-Profi in zwei Stunden

Google Helpouts: Vom Novizen zum WordPress-Profi in zwei Stunden

von Manja Baudis 6. November 2013

Google startet offiziell seinen neuen Service Helpouts

… und beantwortet nun nicht mehr nur selber Fragen, sondern lässt Experten sprechen. „Echte Hilfe, von echten Menschen, in Echtzeit.“ Mit diesem Motto ist Googles virtueller Beratermarktplatz in dieser Woche offiziell gestartet.

Die schon im August dieses Jahres angekündigten und zunächst nur einem kleinen Kreis zugänglichen Google Helpouts verprechen Expertenberatungen per Live-Videochat – für alle Lebenslagen: Einmal durch WordPress in zwei Stunden für 200 Dollar, Deutsch lernen mit Noah für 30 Dollar pro Unterrichtsstunde oder eine gratis Mode-Beratung für spezielle Anlässe. Durch Googles neues Angebot soll es für Menschen einfacher werden, Experten zu Rate zu ziehen, wenn man sie braucht – unkompliziert, direkt und günstig.

Google Helpouts

„Wir hoffen, dass die Effizienz, der Komfort und die globale Reichweite von Helpouts das Leben der Menschen langfristig leichter machen wird“, heißt es dazu im Google-Blog.

Ausgewählte Experten und Unternehmen können die Plattform nutzen, um ihr Know-how gratis oder gegen Bezahlung zur Verfügung zu stellen. Zu den bekannteren Partnern gehören unter anderem Marken wie Weight Watchers, Sephora oder Rosetta Stone. Als Experte selbst Helpouts anbieten kann derzeit allerdings nur, wer einen Einladungscode besitzt.

Jeder Anbieter bestimmt selbst, wann und zu welchem Preis er zu haben ist. Zahlreiche Beratungen sind gratis, viele sind kostenpflichtig und werden nach Minuten oder als Gesamtpaket pauschal abgerechnet. Bezahlt wird über das Google-eigene Bezahlsystem Wallet. 20 Prozent der Beratereinnahmen gehen als Vermittlungsgebühr an Google. Doch Google weiß, dass auch Helpouts nicht alle Probleme lösen können. Sollte ein Nutzer unzufrieden sein, gibt’s deshalb unter bestimmten Umständen sogar das Geld zurück. Über Bewertungen der Berater und ihrer Leistungen soll Transparenz hinsichtlich der Qualität der einzelnen Anbieter geschaffen werden.

Auf der Helpouts-Seite kann derzeit in acht Kategorien wie „Kunst und Musik“, „Kochen“ oder „Heim & Garten“ nach dem passenden Problemlöser gesucht werden. Laut Google ist das erst der Anfang. Die Rubriken sollen nach und nach erweitert werden.

Technisch setzt Google mit seinem Service auf den Videochatdienst Hangouts. Ein Google+-Konto wird deshalb vorausgesetzt, will man die Helpouts nutzen. Nach erfolgreichen Start können Experte und Hilfesuchender via Livechat interagieren und am Ende wird die Aufzeichnung der Beratung im Google-Drive-Account abgelegt. Helpouts steht als Web-Plattform auf Desktop-Rechnern und als Android-App zur Verfügung – allerdings vorerst nur in den USA. „Wir versuchen, Helpouts so schnell wie möglich auch in anderen Ländern wie Deutschland zu starten“, sagte ein Google-Sprecher der dpa.

Google Helpouts

Googles Dienst ist nicht der einzige seiner Art. Viele sind dabei, sich einen Platz in dem boomenden Online-Coaching-Markt zu sichern, beispielsweise eBay UK mit SecretGuru, aber auch kleinere Anbieter wie LiveNinja, CreativeLive, Maestro Market oder Flexperto.

Wieso also springt Google auf diesen Zug auf? Und was haben wir davon?

Gegenüber den Millionen kostenlosen How-to-Videos auf YouTube punktet das neue Echzeitformat mit Interaktion, Individualisierung und Personalisierung – zugeschnitten auf die Probleme jedes einzelnen Hilfesuchenden, der in Echtzeit, in seiner aktuellen Umgebung, vor dem echten Problem beobachtet, angeleitet und korrigiert werden kann.

Für Nutzer, die ihr Expertenwissen zu Geld machen wollen, bietet Goolge die geeignete Plattform. Und für Unternehmen und Marken eignet sich der Dienst hervorragend, um neue Produkte vorzustellen und zu bewerben. Vielleicht schafft der Service aber auch eine neue Art der Freiwilligkeit, indem anerkannte Experten aus verschiedenen Bereichen ihre Zeit kostenlos zur Verfügung stellen, wie Udi Manber, Googles Vice President of Engineering, hofft.

Was haltet ihr von den Helpouts?

Ist auch hier das Ende der Gratis-Ära im Netz in Sicht? Wird Qualität und Leistung im Web wieder angemessen vergütet oder sehen wir damit eher bezahlten Dauerwerbesendungen entgegen? Wird ein solcher Dienst von globaler Reichweite den Kundenservice und Support verändern? Und wie lässt er sich in Unternehmen effizient und komfortabel einsetzen?

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