App-Entwicklung: So vermeiden Sie die schlimmsten Fehler - Gastbeitrag von Jan Wolter, testhub

App-Entwicklung: So vermeiden Sie die schlimmsten Fehler

von Gastautorin/Gastautor 13. Dezember 2013

Ein Gastbeitrag von Jan Wolter Eine erfolgreiche App zeichnet sich nicht nur durch hohe Downloadzahlen aus – denn die sind leicht zu generieren und sagen letztendlich nur wenig über den Wert einer App aus. Viele Apps werden tausendfach heruntergeladen, aber nach der ersten Anwendung nie wieder genutzt oder gleich wieder deinstalliert, weil die User unzufrieden sind. Wie aber bringt man eine große Menge von Usern dazu, die App nicht nur einmal, sondern immer wieder zu benutzen? Indem man während der Konzeptions- und Entwicklungsphase durch gezieltes Testing die Anwendung immer weiter verbessert.

Dabei sollten Sie folgende Kriterien für eine App im Auge behalten:

    1. Man muss man sich überlegen, welche Zielgruppe mit welchen Features angesprochen werden soll.

 

    1. Die Benutzerfreundlichkeit ist von entscheidender Bedeutung: Ist die App schwer zu bedienen oder unübersichtlich, helfen auch die nützlichsten Features nichts.

 

  1. Es muss gewährleistet werden, dass die App auf allen Endgeräten mit allen Betriebssystemen fehlerfrei nutzbar ist.

Die Realität zeigt, dass viele Entwickler das letzte Kriterium oft unterschätzen. Denn sowohl bei Android, als auch bei iOS-Systemen gilt es, einige Besonderheiten zu beachten. Das neue iOS 7 etwa hebt sich von vorherigen Versionen durch Veränderungen im Design, der Benutzerführung und der einsetzbaren Gesten ab. Apps müssen also dementsprechend angepasst werden. Ebenso stellen die vielen unterschiedlichen Android-Versionen und Display-Formate Entwickler vor besondere Herausforderungen. Ein Beispiel: die offizielle McDonalds App für Android verspricht ihren Usern allerlei Features wie Gutscheine, Angebotsübersicht, Restaurantsuche und Nährwerttabellen mit Allergiefilter. Ein Blick auf die Bewertungen zeigt aber schnell: Die Umsetzung ist nicht gelungen. Fast 50 Prozent der abgegebenen Bewertungen sind 1-Stern-Bewertungen. Ein User schreibt: „Ungenügende Umsetzung. Lädt ewig. Reagiert oft nicht. Stürzt nach kurzer Zeit ab.“ Hier zeigt sich, dass die Vernachlässigung des Testings in der Entwicklungsphase zu Lasten der Benutzerfreundlichkeit geht, was sich unter anderem in negativen Bewertungen widerspiegelt.

App-Entwicklung: Die schlimmsten Fehler vermeiden - Gastbeitrag von Jan Wolter, testhub

Erfahrungsberichte mit der offiziellen McDonald’s Android App bei Google play

Dabei muss das Testing nicht unbedingt teuer oder zeitaufwendig sein. Beim Crowdtesting-Verfahren wird der Großteil der Arbeit an eine große Gruppe von Testern abgegeben. Der Testprozess kann so wesentlich schneller und effizienter ablaufen. Da die Tester immer verfügbar sind, können Tests sogar übers Wochenende durchgeführt werden. Somit kann die Entwicklung immer wieder durch Feedbackschleifen optimiert und der Testablauf beschleunigt werden.

Chancen sichten im Wettbewerbsvergleich

Noch vor dem Beginn der Konzeptionsphase sollte eine Übersicht über den bestehenden Wettbewerb erstellt werden. Dabei ist es wichtig, den Erfolg der einzelnen Features von Konkurrenzprodukten unter die Lupe zu nehmen. Sind die Features der Konkurrenz-App sinnvoll auf die Zielgruppe abgestimmt? Welche Bestandteile sehen zwar gut aus, sind aber von geringem Nutzen? Übernimmt man nur das, was bei anderen in der passenden Zielgruppe gut funktioniert, hat man eine solide Basis für die weitere Konzeption der eigenen App.

User-Feedback in der Konzeptphase

Mit den passenden Features kann ein erster Prototyp erstellt werden, der umgehend wieder von der Zielgruppe bewertet werden sollte. Je früher man mit dem Testing beginnt, desto besser lassen sich eventuelle Fehlentscheidungen korrigieren und desto erfolgreicher kann die App werden. Schon vor der Programmierung sollte also User-Feedback zum Design eingeholt werden.

Usability Testing in der Entwicklung

Ebenfalls ab einem frühen Stadium sollte die Usability getestet werden. Sie ist die Grundvoraussetzung einer erfolgreichen App. Gute Features und schickes Design werden nur dann akzeptiert, wenn sie mit Benutzerfreundlichkeit einhergehen. Sie ist außerdem entscheidend für die Langzeitbindung der User an die App. Nur wenn Informationen gut gefunden werden, Funktionen leicht verständlich sind und die App einen echten Nutzen für den User bringt, kann es eine erfolgreiche App werden.

App-Entwicklung: Die schlimmsten Fehler vermeiden - Ein Gastbeitrag von Jan Wolter, testhub

Grafik: Justin Case

Das Usability Testing sollte daher fester Bestandteil während der gesamten Entwicklungsphase sein und regelmäßig durchgeführt werden. Auch nach dem Launch ist es ratsam, bei größeren Veränderungen der App oder vor der Implementierung neuer Funktionen die Meinung der Zielgruppe bezüglich der Usability einzuholen. Dank Crowdtesting können die Kosten und der Zeitaufwand für die regelmäßigen Testabläufe deutlich gesenkt werden. Für einen Usability Test mit zehn Probanden inklusive Auswertung der Ergebnisse fallen bei einer Testlaufzeit von drei bis vier Tagen nur 990 EUR an.

Qualitätssicherung und Betriebsblindheit

Neben dem Usability Testing spielt in der Entwicklung mobiler Apps die Abdeckung der verschiedenen Endgeräte eine wichtige Rolle. Nur wenn diese gewährleistet ist, können negative Bewertungen aufgrund von mangelnder Kompatibilität verhindert werden. Die große Anzahl verschiedener Gerätetypen und Systemversionen stellt Entwickler vor große Herausforderungen, denn meist fehlt es an Zeit und Ressourcen. Nicht selten wird eine App deshalb auf einigen wenigen Geräten getestet und dann zum Download freigegeben. Damit nach dem Launch nicht die Endnutzer als Versuchskaninchen herhalten müssen und damit negative Bewertungen riskiert werden, kann die App vor dem Launch über ein Wochenende oder sogar über Nacht mithilfe der Crowd auf echten Endgeräten und Systemen getestet werden. Qualitätsprobleme werden somit ausgeschlossen und der Testprozess wird effizient in die Entwicklung eingebunden. Durch die ständige Verfügbarkeit von Testern und deren Geräten werden beim Crowdtesting Ressourcenengpässe vermieden. Die Testmethode ist nicht nur schnell und effizient, sie kann auch jederzeit kurzfristig gestartet und verschoben werden. Den eigenen Mitarbeitern wird damit ein erheblicher Aufwand abgenommen und sie können sich effektiver auf wichtige Kernthemen konzentrieren. Außerdem wirkt man damit der Betriebsblindheit entgegen. Die Tester sind nicht mit dem Projekt vertraut und gehen unvoreingenommen an die Sache heran. Entwickler, die die Anwendung in- und auswendig kennen, haben oftmals das Problem, dass sie selbst simple Fehler nicht mehr wahrnehmen. Crowdtesting sollte also in regelmäßigen Abständen auch zur Qualitätssicherung eingesetzt werden. Idealerweise wird die Anwendung vor dem Launch einem 360°-Check unterzogen, um alle Eventualitäten auszuschließen.


Unser Gastautor

App-Entwicklung: Die schlimmsten Fehler vermeiden - Gastbeitrag von Jan Wolter, testhub Jan Wolter ist Geschäftsführer der testhub GmbH. testhub hat sich auf Crowdtesting spezialisiert und kann mit einem Testerpool von über 15.000 Anwendern genau die gesuchte Zielgruppe abbilden. Alle möglichen Endgeräte und Nutzer-Profile sind in kürzester Zeit abrufbar und gewährleisten qualitativ hochwertige und kosteneffiziente Testergebnisse. Die Anwendungsgebiete reichen von Befragungen über Usability Tests bis hin zur Qualitätssicherung. Crowdbasiertes Softwaretesting nutzt im Vergleich zu anderen Testverfahren die Meinung der Endnutzer um das Produkt erfolgreicher, benutzerfreundlicher und einfach besser zu machen.

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