“Brand Experience? Ihr könnt mich mal!”

„Brand Experience? Ihr könnt mich mal!“

von Manja Baudis 26. Mai 2014

„Brand Experience“ – Titelthema der diesjährigen IA Konferenz in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.  Tag eins in zwölf Tweets, Tipps und Thesen

I.

… zumindest auf der IA Konferenz 2014. Am Eingang gab’s einen Stapel Karten mit verschiedenen UX-Methoden – dachte ich. Aber auf jeder meiner Karten stand „Click Dummy“. „Willste mit mir tauschen?“, fragte plötzlich mein Sitznachbar! Ah, klar: Biete Click Dummy, nehme alles andere! Das war der Start in eine allgemeine Tauschhysterie und in ein unterhaltsames Event.

Locker und unterhaltsam ging es zu, obwohl die „Don Draper Vorlage“ Thomas Koch in der opening Keynote erst einmal ordentlich auf den Tisch gehauen hat. Mit „Brand Experience? Ihr könnt mich mal!“ wurde sein Vortrag angekündigt, der unter anderem in einem „airberlin verreck‘ doch!“ gipfelte.

II. „Was ist neu an Content Marketing und Storytelling? Gar nichts!“

Denn in den goldenen Zeiten der Werbespots gab es jede Menge Content und genügend Zeit, Geschichten zu erzählen:

III. „Marketing heute ist mutlos, lustlos, harmlos!“

Würde z.B. VW Wert auf Brand Experience legen, erklärte Koch, hätte es den Thomas Müller Spot nie gegeben: Markenerlebnis = NULL!

IV. „Big Data ist Stalking!“

Wer will schon von Toastern online verfolgt werden, fragte Koch. Mit unerwünschter Werbung wird oft sogar der Content versteckt, den wir eigentlich sehen wollten. Die Folge: Der Kunde wird genervt, statt auf den viel zitierten Thron gehoben.

Das Web sei eben kein prädestiniertes Werbemedium. Marke soll eine Seele besitzen. Dafür braucht es Consumer Insights, die sich zwar gut sammeln und automatisch auswerten lassen, doch es braucht auch deren Interpretation, es braucht Kreativität und Fingerspitzengefühl. Das alles sind keine Stärken von Computern – das können Menschen besser.

Deshalb zurück zu den Wurzeln und die kleinen, feinen aber legendären Dinge entwerfen. Wie die „Back to Vinyl-Aktion von Kontor Records:

Es war die Zeit der Brandreden. Denn auch Rainer Sax war „stocksauer“ und „frustriert“. Das Internet sei „kaputt, kaputt, kaputt“ – siehe Snowden, Heartbleed usw.

V. UXler wollten die Anwälte der Nutzer sein. Jetzt sind Anwälte die Anwälte der Nutzer

Und jetzt seien sie in der Pflicht: Es gehe nicht mehr nur um User Centered Design, sondern um Value Centered Design, das den Nutzer als Menschen ins Zentrum stellt, das die Werte der Marke und allgemeingültige Werte achtet. Es war ein Appell an alle, das Internet wieder zu reparieren.

VI.

Das es so nicht sein muss, zeigten Jens Scholz und Lena Körpe anhand des überarbeiteten Mitarbeiter-Portals der Telekom. Eine der Herausforderungen dabei: 512 Icons für die einzelnen Dienste zu entwerfen.

VII.

Denn wenn alle nur nutzerzentriert denken, was unterscheidet dann die einzelnen Lösungen, fragte Rupert Platz. Es ist an der Zeit, greifbare Marken-Persönlichkeiten erlebbar zu machen.

VIII. Tipp: Das Business Modeling Starter Kit

IX. „Design Fictions: Subtil provokant und herausfordernd.“

Und so präsentierte Helge Fischer von den D-LABS in Potsdam denn auch recht skurrile Ergebnisse dieser Methode: Nanonasen für augmented smelling und allerlei functinal food wie z.B. den essbaren Wecker.

X. „Interaktionsqualität steigert den Markenwert.“

Das zumindest ließen die anschaulichen Beispiele im Vortrag von Marco Spies erahnen. Nicht umsonst gehört HP zu den Verlierern und Prada zu den großen Gewinnern. Kann jeder selbst ausprobieren: Die HP online Präsenz und Pradas Webauftritt.

XI.

XII. Tipp: Branded Interactions: Digitale Markenerlebnisse planen und gestalten

2 Kommentare

Henning Breuer 26. Mai 2014 at 11:03

Schöne Zusammenfassung, wenngleich an einer Stelle etwas dünn 😉

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Manja Baudis 26. Mai 2014 at 11:10

Henning, du bis hiermit eingeladen, etwas über dein Starter Kit zu schreiben! Wir sind immer offen für Gastbeiträge!

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