Next Generation Commerce

Next Generation Commerce: Willkommen im realen Cyberstore

von Bernhard Steimel 27. August 2014

Auszug aus dem Praxisleitfaden „Digitale Transformation“


Stärken richtig ausspielen und Menschen helfen, smarter einzukaufen

Die Antwort auf den vernetzten Kunden muss lauten, die traditionellen Stärken des Vorort-Kaufs mit kostengünstigen Digital POS-Lösungen zu unterstützen. Statt den vernetzten Kunden mit seinem Smartphone auszusperren, sollte man sich das Smartphone in der Tasche des Kunden zunutze machen, um Webseiten, Menschen und Geräte miteinander zu verbinden.

Digital POS-Technologien können helfen, die Erwartungshaltung des vernetzten Kunden zu erfüllen, indem sie ihn sofort und mittelbar zum Produkt seiner Wahl bringen, bei der Produktauswahl mit Ratings und Reviews unterstützen und Zugang zu Erfahrungen und Wissen bieten, die Online nicht so verfügbar sind.

Dabei gilt es die Kernstärken des stationären Handels zu adressieren:

    • Sofort.
      Sephora zum Beispiel nutzt Digital POS, um Warteschlangen an der Kasse zu reduzieren. Mit der Smartphone App ermöglicht das Unternehmen seinen Kunden selbst Kassierer zu spielen, um einen Artikel zu kaufen.

 

    • Service.
      Concierge Services werden zukünftig überall dort eine Rolle spielen, wo die Beratung ein wichtiger Faktor für den Shop Besuch darstellt. Die Möglichkeit ein Beratungsgespräch wie bei Apple zu buchen, ob im Laden vor Ort, im Web oder via App ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Erstaunlich, dass die wenigsten Telekom-Shops diesem Vorbild folgen.

 

  • Neue digitale Erlebniswelten.
    Mit Digital POS Technologien lassen sich aber auch die typischen Schwächen beim Einkaufserlebnis im stationären Handel behandeln, wie zum Beispiel die fehlende Informationstransparenz. Das kann vom einfachen kostenfreien Wi-Fi, über Online-Infoterminals, bis hin zum Produkt Konfigurator und Digital Showroom wie bei Audi City London reichen.

Fallbeispiel: Audi City London

In „Audi City“ kann jeder sein Traumauto virtuell aussuchen, zusammenstellen – und in Originalgröße anschauen. In 2012 wurde in London der erste „reale Cyberstore“ vorgestellt.

Hier stehen auf 690 Quadratmetern gerade mal drei „echte“ Audis, alle anderen Autos sind digital. Vier Riesenbildschirme geben virtuelle Modelle in Originalgröße wieder. Sie reichen vom Boden bis zur 2,67 Meter hohen Decke und sind fast fünf Meter breit.

Der Kunde entscheidet selbst, was er sieht. Um etwa das Wunschauto konfigurieren zu können oder sich von Filmchen inspirieren zu lassen, wartet auf ihn vor den Projektionswänden jeweils ein Terminal mit berührungsempfindlicher Oberfläche. Mit Hilfe einer speziellen Geste auf dem Terminal schiebt dann der Kunde sein Auto auf den riesigen Bildschirm.

Das Terminal hat Multitouch-Funktionalität, so dass Verkäufer und Kunde gemeinsam den Bildschirm steuern können. Man kann bestimmte Modelle in Bewegung setzen. Der Sound ist dabei jeweils auf den A3, A5 oder A7 abgestimmt. Oder der Neugierige lässt einen Audi „explodieren“, um sich jedes Detail des Wagens genau anzuschauen.

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