Warum Open Innovation?

Warum Open Innovation?

von Bernhard Steimel 2. Oktober 2014

Ein Auszug aus dem Praxisleitfaden Digitale Transformation.


Co-Creation: Kunden in den Innovationsprozess einbeziehen

Je mehr Time-to-Market für den Unternehmenserfolg an Bedeutung gewinnt, desto weniger können es sich Unternehmen leisten, Produkte und Dienstleistungen im „luftleeren Raum„ zu entwickeln und zu gestalten.

In den letzten Jahren haben viele Unternehmen begonnen, Kunden in Open Innovation-Projekten in den Innovationsprozess zu integrieren, um Fragestellungen zu lösen, die mit der internen Brille nicht zu lösen waren. Dieser sogenannte Outside-in-Prozess hilft, Wissen und Ideen außerhalb des Unternehmens zu generieren. Da 80 Prozent aller Innovationen Rekombinationen von bestehendem Wissen, Technologien und Produkten sind, ist es wichtig Inputs von außerhalb zu holen.

Warum Open Innovation?

Diese Unternehmen haben erkannt, dass Kunden, Partner und Fachexperten eine Rolle über den gesamten Innovationsprozess spielen können, um Anforderungen zu ermitteln, Prototypen und Demos zu testen und Verbesserungen im Nutzungskontext aufzudecken. Diese können von einfachen Produktverbesserungen, über erweiterte Funktionen bis hin zu neuen Lösungen reichen.

Der Nutzen liegt für sie klar auf der Hand: Beschleunigung des Innovationsprozesses, Senkung der Floprate und eine stärkere Innovationskultur. Dazu müssen Unternehmen einen Weg suchen, die bestehende Community zu identifizieren und Beteiligungsanreize zu setzen, um so Impulse für kundenzentrische Innovationen zu generieren.

Durch die Einbindung der Kunden in den Innovationsprozess steigen gleichzeitig die Chancen, dass die Produkte sich im Markt etablieren können und damit auch die Effizienz der investierten Entwicklungsgelder.

Neues Rollenbild des Konsumenten

Co-Creation ist ein kollaborativer Prozess, der von Unternehmen gestartet wird, um neue Produkte, Dienstleistungen oder Intellectual Property zu erschaffen, die Nutzen für ihre Kunden stiften.

„Co-creation flips the traditional innovation model on its head, turning a sequential process into a parallel one. Co-creation engages consumers directly at the onset of the innovation process to gain fresh, fast and creative ideas that are consumer-rooted, streamlining and compressing a complex chain of ideation-validation steps with multiple stakeholders.” (François Pétavy, eYeka, Creativity: The New Global Currency)

Die eigentliche Revolution und Faszination des Phänomens: Im Zentrum des Wandels im Innovationsmanagement steht ein neues Rollenbild des Kunden bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Es stellt einen Paradigmenwechsel in der Geschäftsbeziehung Produzent (Unternehmen) einerseits, und Konsument (individueller Nutzer) andererseits dar. Der Nutzer wird zum aktiven Prosumenten, der fremde Produkte/Inhalte nicht nur konsumiert, sondern selber produziert.

Neue Möglichkeiten der Vernetzung

Co-Creation im Zeitalter des vernetzten Kunden macht sich die Mechanismen des Social Web zu nutze. Denn wenn viele Menschen gleichzeitig innerhalb kurzer Zeit online zusammenkommen, um Aufgabenstellungen im Dialog zu lösen, entstehen oftmals bemerkenswerte neue Ideen, Konzepte und Lösungen.

Insofern verwundert es nicht, dass immer mehr Unternehmen die Prinzipien des Crowdsourcings im Innovationsprozess nutzen wollen. Die meisten der Top 100 Marken weltweit wie Coca-Cola, Unilever, Hyundai, Danone, Starbucks und Nike setzen bereits auf Online Co-Creation Plattformen oder die eigene Community, um Kunden unmittelbar und wiederkehrend in den Innovationsprozess einzubinden.

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