Feelgood-Management und Einfachheit – die ideale Kombination

Feelgood-Management und Einfachheit – die ideale Kombination

von Gastautorin/Gastautor 26. November 2014

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael Hartschen

Eine neue Berufsbezeichnung macht sich breit. Neben Jobs wie dem Social Media Manager, dem Community Manager und Ähnlichem taucht immer öfter der Feelgood-Manager auf. Klingt super, oder? Das möchte doch jeder entweder gerne haben oder sogar sein. Was verbirgt sich tatsächlich dahinter?

Nun, wer zuerst an eine Person denkt, die am Arbeitsplatz immer für frischen Kaffee, Obst, Kuchen oder gar Massagen sorgt, der irrt. Wobei es natürlich so ist: Feelgood-Manager ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Eigentlich kann sich jeder so nennen, der den Wohlfühlfaktor von Mitarbeitenden erhöht.

Inzwischen kristallisiert sich aber etwas Greifbares heraus. Unternehmen stellen gezielt Feelgood-Manager ein, deren Aufgaben so vielfältig und wichtig sind, dass man sich unwillkürlich fragt: Warum erst jetzt? Warum dachten die meisten Chefs dieser Welt nur so lange, dass ein Eis im Sommer und eine Weihnachtsfeier ausreichen, um für ein gutes Feeling am Arbeitsplatz zu sorgen? Schliesslich verbringen Vollzeitarbeitskräfte 40 bis 60 Stunden pro Woche in der Firma. Da ist es unter suboptimalen Bedingungen nicht einfach, sich pausenlos mit Begeisterung und innovativen Lösungen für das Unternehmen einzusetzen.

Wer geht schon zum Chef und gibt zu, dass sich ein Burn-out ankündigt? Die Ausfallzeiten wegen zu hohen Leistungsdrucks, Überforderung und Unzufriedenheit sind enorm hoch. Es ist also Zeit zu handeln. Ein gutes Gehalt mit ein paar Zulagen und Extras alleine macht die beste Fachkraft auf Dauer nicht glücklich. Sie will ihr Wissen anwenden und sich nicht von althergebrachten oder überholten Meinungen und Standards ausbremsen lassen. Und an Fachkräften mangelt es schließlich. Das wird so schnell auch nicht aufhören.

Der Feelgood-Manager als typischer Quereinsteiger mit Studium und jeder Menge Softskills springt mit seinen Aufgaben genau in die Lücke, die eigentlich noch nie geschlossen wurde. Derzeit befindet sich sein typischer Arbeitsplatz (noch) in Start-up-Unternehmen aus der IT-, Multimedia-, Onlineshopping- und Social-Media-Branche. Dabei sind auch Namen wie XING, Google, billiger.de, Goodgame-Studios, Jimdo und Spreadshirt.

KAI®, der Kopfarbeits-Index des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart, beschreibt das Job-Profil des Feelgood-Managers auf anderem damit:

  • Stärkung des Wohlbefindens und der Zufriedenheit aller Mitarbeitenden
  • Intensiver Austausch mit den Kollegen und Vorgesetzten
  • Ansprechpartner und Vertrauensmanager sein
  • Offene Ohren für die Anliegen, Verbesserungsvorschläge, Nöte und Probleme aller Kolleginnen und Kollegen haben
  • Verbesserung des Betriebsklimas, des Arbeitsumfelds, der Kommunikation und der Unternehmenskultur
  • Zusammenarbeit mit anderen Managern des Unternehmens
  • Coachings und Weiterbildungsmassnahmen anbieten und gegebenenfalls selbst durchführen
  • Feelgood-Teams auf freiwilliger Basis zusammenstellen und fördern

Echtes Feelgood Management ist also echte Arbeit. Und zwar nicht nur einseitig im Sinne der einzelnen Mitarbeitenden. Es geht um das grosse Ganze, eine gemeinsame Unternehmenskultur wird geschaffen, verstanden und am Ende leidenschaftlich gelebt. Ein Riesengewinn für alle Beteiligten!

Zufriedene Arbeitnehmer, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, sind viel offener und leistungsfähiger als der Durchschnitt. Geht es dem Unternehmen gut, wollen sie auch, dass das so bleibt. Eine ideale Ausgangsposition, um gezielt eine Innovations- und Einfachheitskultur aufzubauen und zu fördern! Auch neue Mitarbeitende finden sich schnell damit zurecht, können sich integrieren und ihre Fähigkeiten vollständig einsetzen.

Wer sich wohlfühlt, der bleibt. Unternehmen dürfen auf Dauer nicht nur konstruktive Lösungen erwarten. Sie müssen im Gegenzug ebenfalls konstruktiv für Ihre Mitarbeitenden da sein, dann werden sie auch über das beste Potenzial verfügen: zufriedenes und engagiertes Personal. Beim Gerangel um Fachkräfte bieten sie neben vertraglich geregelten Modalitäten ein einladendes Betriebsklima an. Genau so lässt sich die Kultur entwickeln, die unbedingt zur Einfachheit dazugehört. Ein Unternehmen muss sich nur intensiv genug damit auseinandersetzen.

Feelgood-Management + Einfachheit + Innovationen = unschlagbarer Wettbewerbsvorteil.

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Ein Impuls-Artikel zur Vertiefung.


Unser Gastautor

Welcher Weg führt zu mehr Einfachheit? Dr. Michael Hartschen studierte Maschinenbau und Technologiemanagement an der Universität in Stuttgart. Er promovierte am BWI an der ETH Zürich in Innovationsmanagement und Unternehmensführung. 1998 gründete er in Zürich sein erstes Unternehmen. Seit 2001 ist er als praxisorientierter Dozent an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in der Erwachsenenweiterbildung tätig. Als Wirtschaftsvertreter ist er zudem operativ als Vizepräsident einer grossen sozialen Stiftung aktiv.

Michael Hartschen ist Mitautor der Bücher „Simplicity – Prinzipien der Einfachheit“ und „Innovationsmanagement – Die 6 Schritte von der Idee zur Umsetzung“. Dr. Hartschen vereint das Querdenken in einem vernetzten Umfeld und kombiniert dies mit den neuesten Erkenntnissen aus der Innovations- und Einfachheitsforschung. Die neuen Aspekte verarbeitet er gezielt weiter und transferiert sie in unternehmerisch umsetzbare Einheiten.

Über BRAIN CONNECTION

Die BRAIN CONNECTION GmbH wurde 1998 vom Geschäftsführer Dr. Michael Hartschen in Zürich gegründet. Das Unternehmen gestaltet, begleitet und entwickelt mit Führungskräften und Projektleitern die Fachgebiete Innovationsmanagement, Innovationsprozesse, Produktmanagement, Simplicity und Führung und liefert innovative Produkte zur Umsetzung. Die Kernkompetenzen der BRAIN CONNECTION sind Coaching, Training und Moderation von Innovationsmanagement und Business Development Themen. Das Unternehmen betreut Kunden in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Asien.

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