Endgame: Wer gewinnt die dritte Internet-Revolution

Wer gewinnt die dritte Internet-Revolution?

von Bernhard Steimel 27. Februar 2015

„Die tiefgreifendsten Technologien sind jene, die verschwinden!“ Mark Weiser, 1991 (Computer Visionär)

In den letzten Jahren haben die Internet-Unternehmen aus dem Silicon Valley die Digitalisierung dominiert. Die vier Giganten Apple (533 Mrd. Euro), Google (265 Mrd.), Facebook (154 Mrd.) und Amazon (117 Mrd.) beweisen das mit einer eindrucksvollen Marktkapitalisierung von zusammengenommen rund einer Billion Euro gegenüber 990 Milliarden Euro aller DAX30-Unternehmen.

Manche Analysten sehen dennoch die deutschen Industrie-Konzerne gut positioniert, um die nächste Runde wieder für sich zu entscheiden. Auch Unternehmen wie Disney, Tesco, Burberry und Nike werden immer wieder als Paradebeispiele für gelungene Digitalisierungsprojekte herangezogen. Sie nähren die Hoffnung, dass in der nächsten Ära des Internets andere Player die Nase vorn haben.

Neues Verhältnis zu physischen Produkten dank Smarter Services

Smarte Services wie das NEST Thermostat, das Fitbit Band oder das Sonos Sound System gestalten unser Verhältnis zu physischen Produkten neu. So wie Amazon die Erwartungen der Kunden an den Handel radikal verändert hat, tragen auch diese Produkte dazu bei, dass wir Menschen ähnliche Services in anderen Lebensbereichen erwarten.

Endgame: Wer gewinnt die dritte Internet-Revolution

Die deutsche Wirtschaft läuft jedoch Gefahr, den Anschluss an die vernetzte Service-Ökonomie zu verlieren. Laut MIT und Cap Gemini können nur 15 Prozent der Unternehmen von sich behaupten, proaktiv in die Digitale Transformation hineinzusteuern.

Obwohl einige Unternehmen vorpreschen, kommt bei der Mehrheit die Forschung zu kurz. Dabei müssen internetbasierte Dienstleistungen mit der gleichen Akribie konzipiert und umgesetzt werden wie die technologischen Innovationen des industriellen Zeitalters.

Die meisten Unternehmen kämpfen noch damit, einen klaren geschäftlichen Nutzen aus der Digitalisierung zu ziehen. Ihnen fehlen oftmals die Führungskräfte mit der notwendigen Expertise, um die im Einsatz digitaler Technologien liegenden Chancen für das eigene Geschäft zu erkennen, zu bewerten und zu erschließen.

Wertschöpfungsquellen der Zukunft: Produkt als Service denken

Innovatoren aus der alten Garde von Industrie-, Handel- und Dienstleistungsunternehmen haben für sich erkannt, dass digitale Expertise zum Wettbewerbsfaktor geworden ist. Sie haben bereits begonnen, durch Kooperationen mit Startups aus der Internet Szene digitale DNA ins Unternehmen zu holen.

Andere Firmen wie Payback haben mit ihren Service-Terminals neue Endgeräte gestaltet. Und selbst der Papst der Wettbewerbstheorie, Michael E. Porter, stellte kürzlich in einem HBR-Artikel fest, dass durch die sich ändernde Natur von Produkten die komplette Wertschöpfungskette disruptiert würde. Unternehmen müssten überdenken, wie sie zukünftig wirtschaften.

Eine wesentliche Erkenntnis in diesem Zusammenhang ist, dass sich IT und Geschäftsstrategie nicht mehr separat betrachten lassen. Sie stellen zwei Seiten der selben Medaille dar. IT wird zum strategischen Werkzeug neuer Geschäftsmodelle und das Internet ist die Infrastruktur.

In Zeiten des beständigen Wandels ist die Fast-Follower-Strategie keine Erfolg versprechende Option mehr. Das Nachdenken über neue Betriebsmodelle und die Wirkung, die man in Zukunft liefern will, wird zur Pflicht.

Disruptoren sind Unternehmen, die Kundenerwartungen verändern. Es reicht nicht, lediglich den Status Quo zu optimieren! Zu den Disruptoren zählen Firmen wie Apple, Google und Amazon, während Unternehmen wie Mercedes, Siemens oder Bosch ihre Zugehörigkeit noch unter Beweis stellen müssen.


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