Smart Data: Transparenz über Daten und Nutzungsrechte

von Bernhard Steimel 20. Juli 2015

Erfolgreiche Big Data-Projekte erfordern Transparenz – nach innen und nach außen. Unternehmensweit muss klar sein, welche Daten überhaupt vorhanden sind und wer in welcher Form Zugriff darauf hat. Denn wer nicht weiß, welche Informationen, in welcher Form vorhanden sind, wird scheitern.

Viele Entscheider sind mit den im Unternehmen vorliegenden Datenmengen schlicht überfordert und somit nicht in der Lage, rechtzeitig Konsequenzen daraus zu ziehen und entsprechende Entscheidungen zu treffen.

Eine interone-Studie machte eine Reihe interner Hürden gegen die Verwendung der im Unternehmen gesammelten Daten aus: „Neun Prozent sehen rechtliche Probleme, 37 Prozent halten eine fehlende Kultur im Umgang mit Daten für die zentrale Barriere. 38 Prozent sehen in der fehlenden Transparenz, welche Daten vorhanden sind, die wichtigste Hürde.“

Transparenz nach außen ist eng mit dem Thema Datenschutz und Datensicherheit verknüpft. Wer diese Themen ignoriert, kann mit seinen Big Data-Aktivitäten schnell ins Abseits geraten.

Das Recht auf digitale Selbstbestimmung wahren

Wie Unternehmen mit Daten umgehen, wird öffentlich intensiv und kritisch diskutiert. Entsteht bei den Konsumenten der Eindruck, sie würden entmündigt, und gibt es darüber hinaus Hinweise für die Diskriminierung von Einzelpersonen oder Gruppen, kann eine allgemeine Akzeptanz für Big Data-Anwendungen nicht erreicht werden.

Smart Data: Transparenz über Daten und Nutzungsrechte

 

Der Mobilfunkanbieter O2 zum Beispiel, musste seine Pläne aufgeben, die Standortdaten der Mobilgeräte seiner Kunden für Marketingzwecke zu monetarisieren.

Starken Protesten sah sich auch das Hasso-Plattner-Institut ausgesetzt, als bekannt wurde, dass es im Auftrag der Schufa Daten aus sozialen Netzwerken auszuwerten beabsichtigte, um daraus Rückschlüsse auf die Bonität der Nutzer zu ziehen. Das Projekt wurde wegen des absehbaren, öffentlichen Ansehensverlustes aufgegeben.

Und auch der niederländische Anbieter von Navigationsgeräten TomTom büßte an Image ein, als die Öffentlichkeit erfuhr, dass das Unternehmen anonymisierte Verkehrsbewegungsdaten an die Polizei verkaufte. Diese nutzte die Daten für effektivere Geschwindigkeits- oder sonstigen Verkehrskontrollen.

Den Zugriff auf persönliche Daten zu erlauben, ist bei vielen Nutzern und Konsumenten nicht mehr nur mit Ängsten, sondern zunehmend mit steigenden Erwartungen verbunden. Denn viele entdecken in der gezielten, personalisierten Ansprache durchaus Vorteile.

Peter Wippermann „Konsumenten erwarten, dass Unternehmen schneller reagieren und in der Lage sind, Beziehungen zu pflegen. Wer seine Daten preisgibt, erwartet, zukünftig besser bedient zu werden, und wird die Leistungen einer Marke stärker überprüfen. Statt um ‚Reason to Believe‘ geht es um ‚Proof of Performance‘“, sagt Peter Wippermann in der interone-Studie.

Diese Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Sinnfreie Services ohne erkennbaren Mehrwert, oder aber in sinnvollen Angeboten versteckte Überwachung oder die nicht transparente Weitergabe persönlicher Daten an Dritte, können das bereits aufgebaute Vertrauen wieder vernichten.


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