Wie viel Smart Data steckt in Big Data?

von Gunnar Sohn
31. Juli 2015
Wie viel Smart Data steckt in Big Data

Autorengespräch mit Björn Bloching von Roland Berger

Die kalifornischen Nerds im Tal der radikalen Innovation dringen mit ihren digitalen Geschäftsmodellen und Software-Spielereien in nahezu jede Branche ein, schreiben Björn Bloching, Lars Luck und Thomas Ramge in ihrem neuen Buch „Smart Data“, erschienen im Redline Verlag.

Während deutsche Führungskräfte in Meetings Worthülsen-Big-Data-Bullshit-Bingo spielen, klinken sich die amerikanischen Angebots-Aggregatoren und Datenauswerter in die Wertschöpfungsketten der klassischen Unternehmen ein und suchen den direkten Kontakt zu Geschäfts- und Privatkunden. Die drei „Smart Data“-Autoren nennen das Plattformisierung und Netzwerkeffekte:

„Der Clou an Plattformen in der digitalen Ökonomie ist: Sie können noch schneller und besser skalieren als Hersteller mit großer Marktmacht in klassischen Wertschöpfungsketten.“

Konsens-Mittelmaßkultur bringt keine technologische Expertise

Völlig unterschätzt werde eine neue Bugwelle, die auf kleine und große Unternehmen zukommt. TED-Talkerin Rachel Botsman nennt das „Collaborative Consumpition“:

„In Management-Etagen wird das Phänomen nach wie vor als Erscheinung mit begrenzter Branchen-Reichweite belächelt, der eigentliche Hebel dahinter wird aber nicht gesehen: Intelligente Kollektive drängen die Mittelsmänner aus der Wertschöpfung heraus – oder rollen wie im Beispiel Uber und Lyft gleich die ganze Branche auf“, erklären Bloching, Luck und Ramge.

Mit Konsens-Mittelmaßkultur, die hierzulande dominiert, wird man nicht die richtigen Antworten finden. Die drei Buchautoren erleben in ihren Gesprächen lähmende Orientierungslosigkeit bei den großen Noch-Champions, die nach und nach ihre unternehmerischen Ambitionen zurückschrauben.

Oder man wählt den Weg der politischen Protektion, um noch einigermaßen mit kleinen Margen zu überleben, wie die Netzbetreiber. Die politische Debatte um die Netzneutralität habe offenbart, dass es an guten Ideen für neue Geschäftsmodelle fehlt: „Denn hinter den unterschiedlichen Geschwindigkeiten im Netz steht ja nichts anderes als der Versuch, die Infrastrukturleistung, Daten zu leiten, höher zu bepreisen.“ Kein guter Plan für die Zukunft.

Was sich ändern muss, bespreche ich im Live-Hangout mit dem Smart Data-Co-Autor Björn Bloching:

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Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf: Ich sag mal.

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