Hub Conference - Ein Blick in die digitale Zukunft?

Hub Conference – Ein Blick in die digitale Zukunft?

von Manja Baudis 16. Dezember 2015

Den versprach nicht nur Ex-Verteidigungsminister und Neu-Digitalberater Karl-Theodor zu Guttenberg mit seinem Vortrag auf der hub conference – dem Trendkongress des IT-Verbandes Bitkom – vergangene Woche in Berlin.

Knapp 2.000 Besucher – darunter Vertreter der Global Player und frischer Startups, Wissenschaftler und Politiker, Investoren und Berater – trafen sich zum Austausch über die vierte industrielle Revolution, den Aufbruch in neue Arbeitswelten, die Digitalisierung der Medizin, Roboter der Zukunft, Künstliche Intelligenz und die unterschiedlichen Perspektiven auf die globale Digitalisierung.

Damit machte der Bitkom die Digitalisierung der Wirtschaft und disruptive Geschäftsmodelle zum zentralen Thema – das tat auch Bitkom-Präsident Thorsten Dirks in seiner Eröffnungsrede.

„Digital is the new normal“

Die Red Stage sollte von Vor- und Querdenkern der Digitalisierung bespielt werden. Und so diskutierten dort am Morgen die digitale Botschafterin Deutschlands, Gesche Joost und Claudia Nemat, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom. Beide widmeten sich der Frage „Who will be driving the digital market in Europe?“:

Auf der Red Stage – und damit wohl auch als Vor- oder Querdenker eingeladen – durfte Karl-Theodor zu Guttenberg einen transatlantischen Blick auf die Digitalisierung in Europa werfen und seine großen Trends für 2016 voraussagen. Daneben beleuchtete er einmal mehr die Diskrepanz zwischen Datenschutz und Terrorabwehr – ein Konflikt, der durch die Anschläge von Paris und San Bernardino neu angeheizt wurde.

„Alptraum deutscher Autobauer“

Damit meinte zu Guttenberg den Elektroautobauer Tesla und streute das Gerücht weiter, Apple werde Tesla übernehmen. Und auch einigen Unicorns – Startups mit Milliardenbewertung – prophezeite zu Guttenberg den Abschied aus eben dieser Liga.

Resultierend aus seiner eigenen Investorentätigkeit, kam er darüber hinaus zu dem Schluss, dass der Hype um Cybersecurity-Startups abklingt. Und: „Man wird das in Berlin nicht gern hören, aber der Boom der Essenslieferdienste geht zu Ende.“ Denn niemand kann so viel essen, wie diese Startups liefern müssten, um langfristig erfolgreich zu sein.

„Glaube nicht, was du siehst“

Dong-Seon Chang Neurowissenschaftler vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik beschrieb in seinem Beitrag äußerst unterhaltsam, welche Mechanismen wirken, wenn wir anderen Menschen gegenüber treten und wie wir sie wahrnehmen. Er ging der Frage nach, ob sich diese Mechanismen auch in unserem Verhalten gegenüber Maschinen wiederfinden lassen. Und das tun sie.

Staying Human in the Internet of Things

„Nehmen Sie Ihr Smartphone und entsperren Sie es. Und jetzt geben Sie es so an Ihren Nachbarn!“, forderte Fabian Hemmert vom Design Research Lab sein Publikum auf. „Na, wie fühlt sich das an?“

Hemmert forscht an unserer (emotionalen) Beziehung zu Technologie, insbesondere unserer intimen und innigen Beziehung zu unseren Smartphones. Wie wird diese Beziehung in Zukunft aussehen und was wird sich ändern, wenn der Computer als solcher verschwindet, aber zukünftig alles vernetzt ist? Was für ein Verhältnis wünschen wir uns zu der uns umgebenden Technik?

Das sind Fragen, denen Hemmert nachgeht, indem er Prototypen entwickelt, die Devices aus der Zukunft erlebbar machen. So z.B. ein Smartphone, dass sich uns – je nach Stimmungslage – physisch zu oder abwendet und auch Streicheleinheiten gegenüber nicht abgeneigt ist. Seine düstere Vision: Wir werden zu einer Mischung aus Mensch und Maschine, die nicht mehr ohne die Maschine leben kann, die Teil von uns geworden ist.

Schwerpunkt auf der Blue Stage: Die Auswirkungen der digitalen Transformation. Vom autonomen Fahren über die Digitalisierung des Gesundheitswesens bis hin zu Industrie 4.0 – hier wurden Trends beleuchtet und die enormen wirtschaftlichen Chancen für Europa unterstrichen.

Die Black Stage war den Newcomern vorbehalten. Hier präsentierten Startups ihre Ideen, Technologien und Businessmodells. Neun davon, die Finalisten des Bitkom Innovators‘ Pitch – aus den drei besonders dynamischen Bereichen FinTech, Health und Internet of Things – waren angetreten, ihr Geschäftsmodell und ihre Technologie in jeweils drei Minuten dem Publikum und einer Expertenjury zu präsentieren.

Überzeugt haben schließlich Figo, ViroSensMedical und GreenCitySolutions – die wir mit ihrem CityTree auch in unsere Smarter Service Gallery aufgenommen haben.

Auf dem Marketplace präsentierten sich die Alten und die Neuen mit Technologien zum Anfassen. Audi zeigte seinen autonom fahrenden Sportwagen RS7, HP ein neues Modell seines 3D-Druckers und IBM seinen Supercomputer „Watson“.

Fodjan bot Farming 4.0 – die digital gesteuerte Fütterung von Kühen, UberMetrics Echtzeitanalyse von großen Textmengen und haveltec das erste vollautomatische Fahrradschloss I LOCK IT.

Hub Conference - Ein Blick in die digitale Zukunft?

Mission to the Moon

42 Jahre sind seit der letzten bemannten Mondlandung vergangen – Zeit unserem Erdtrabanten mal wieder einen Besuch abzustatten. So auch der Plan der Part-Time Scientists, die mit ihrem Audi Lunar Quattro auf der Mondoberfläche landen wollen – Ende 2017. Unbemannt zwar, dafür aber mit dem Ziel, die erste private Mondmission zum Erfolg zu führen, neue Technologien zu testen und wissenschaftliche Experimente auf die Mondoberfläche zu bringen.

Begonnen hat alles mit Googles Lunar XPrize, der – mit insgesamt 30 Millionen US-Dollar Preisgeld – private Raumflugaktivitäten fördern will. Ziel ist es, als Erster eine Sonde sicher auf dem Mond zu landen und mit einem Rover mindestens 500 Meter auf der Mondoberfläche zurücklegen. Im Januar 2015 gab es für fünf Teams Meilensteinprämien – auch für die PT Scientists. Die konnten darüber hinaus Audi als Sponsor gewinnen.

Hier gibt es Fotos und Videos zur rundum gelungen Veranstaltung. Nächstes Jahr geht es weiter. Dann am 22. November, wieder in Berlin.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ähnliche Beiträge