Ein Blick in die Kristallkugel. Was bedeutet 2016 für Marketer?

Ein Blick in die Kristallkugel. Was bedeutet 2016 für Marketer?

von Markus Härtig 18. Januar 2016

Nachdem nun auch der Letzte im neuen Jahr angekommen ist, lohnt es sich, eine Prognose für das vor uns liegende Jahr zu wagen. Was wird sich 2016 ändern?

Der Grundfreibetrag bei der Einkommenssteuer steigt und die meisten Krankenkassen korrigieren ihren Zusatzbeitrag noch einmal nach oben. Das dürfte den meisten bereits bekannt sein. Ich möchte hier auch nicht über Gesetzes- oder Steueränderungen schreiben, sondern meine Einschätzung teilen, was dieses Jahr zum Trend werden könnte und was an Bedeutung verliert.

In einem Fluss

Im B2B Marketing wird sich der Fokus von abgeschlossenen Einmalkampagnen hin zu einem stetigen Fluss an Maßnahmen verschieben! Einzelaktionen behalten ihre Daseinsberechtigung aber der Schwerpunkt verlagert sich auf strategische, kontinuierliche Maßnahmen. Dabei werden Überlegungen zur Nutzererfahrung, die ein Kunde während des gesamten Entscheidungsprozesses sammelt, maßgebend sein. B2B Marketers werden entdecken, wie dynamisch Entscheidungsgremien (nicht nur im Einkauf) agieren und wie wichtig es ist, die Abläufe aller Beteiligten nachvollziehen zu können.

Aber auch interne Abläufe werden zunehmend kritischer untersucht, wozu Unternehmen kompetenten Rat auch extern einholen werden. Es ist notwendig sich stetig zu verbessern, wenn man nicht von der Konkurrenz überholt werden möchte.

Ent-Silofizierung

Ein weiterer Trend ist das Zurückfahren von Isolierung jeglicher Art. Sei es die Fragmentierung aller Beteiligten oder das Silodenken, wenn es um Medien geht. Es ist in Unternehmen häufig so, dass der Verantwortliche für den einen Kanal nicht genau weiß, was auf den anderen Kanälen geplant ist, da dort gleichermaßen Silos aufgebaut wurden. Dieses Silodenken wird zugunsten verbundener Teams in den Hintergrund rücken und eine neue Form der Kollaboration und Transparenz hervorbringen. Nur so kann man es erreichen, die Erwartungen des Interessenten und des Kunden gleichbleibend zu erfüllen und die sonst auftretenden Konflikte, die die Kaufentscheidung beeinflussen, zu neutralisieren.

Live Streaming und Live Broadcasting

Live Casting wird sich als neuer Kanal allmählich durchsetzen. Webinare, denen man in Echtzeit beiwohnt, sind quasi Live Casts mit Interaktionsmöglichkeit und haben sich für bestimmte Inhalte bereits bewährt. Ich bin sicher, dass wir 2016 zunehmend Live-Übertragungen im Internet sehen werden, die auch von Marketern instrumentalisiert werden. Neu aufkommende Plattformen, Dienste und Apps wie Periscope, Blab oder Meerkat bekräftigen die Intuition, dass sich in diese Richtung etwas bewegen wird.

Content Marketing in 2016

Eine Einschätzung zum Content-Marketing: 2016 wird es wichtiger denn je, weg vom „immer mehr“ hin zu den „richtigen Inhalten“ zu kommen – Qualität über Quantität. Richtige Inhalte sind hoch relevant für den Leser – personalisiert, zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort publiziert. Es soll eine nahtlose Erfahrung über alle Kanäle (Social, E-Mail, usw.) entstehen. Ohnehin wird es zunehmend markengeschaffene Inhalte geben, die mehr sind, als Werbung. Es werden visuelle Inhalte sein, die belustigen und unterhalten sollen. Wir stehen an der Schwelle, an denen Marken anfangen eine Persönlichkeit zu entwickeln – ja sogar einen Sinn für Humor.

Wer sich mit Content Marketing beschäftigt, ist sicherlich schon einmal über den Begriff „Newsjacking“ gestolpert. Das beschreibt die Kunst bzw. die Wissenschaft, Ideen und Botschaften geschickt in aktuellen Schlagzeilen einzuflechten, um die eigene Media Coverage zu erhöhen und letztendlich mehr Leads zu erzeugen. Das werden wir in diesem Jahr auch häufiger beobachten können, als im vergangenem Jahr.

Offline wird das neue Online

Tatsächlich sind wir immer öfter und immer länger im Internet unterwegs, doch immer häufiger findet der Zugriff eben nicht am heimischen Rechner statt, sondern per Smartphone von unterwegs! Das ist in diesem Fall mit Offline gemeint. Mobile Nutzer sind ständig in Bewegung und shoppen online, selbst wenn sie sich gerade im Laden befinden. Gerade das Geschäft an sich ist eines der wertvollsten Orte für die Kundeninteraktion. Aber was, wenn der Kunde nur über seinen digitalen Begleiter zu erreichen ist?

Was wäre, wenn das Smartphone erkennt, dass der Besitzer sich gerade in einem Ladengeschäft befindet und zielgerichtet relevante Informationen anbietet? Diejenigen, die die besten Inhalte und Angebote in Abhängigkeit der räumlichen Nähe zum Kunden auf dessen Smartphone bringen, können es schaffen, ein direktes Publikum, Markenloyalität und schnellere Abverkäufe zu realisieren als die Konkurrenz.

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