UX Concept Inspiration? So geht’s.

von Gastautorin/Gastautor 21. März 2016

Ein Gastbeitrag von Anne Krüger und Matthias Peissner

In den beiden letzten Beiträgen haben die Autoren erklärt, wie sich mit Ansätzen aus dem Human-Centered Design und der klassischen User Experience positive Nutzererlebnisse entlang der gesamten Customer Journey gestalten lassen und wie sich dafür ein UX Innovation Workshop einsetzen lässt. Heute widmen sie sich einer weiteren Methode: der UX Concept Inspiration.

Die Methode UX Concept Inspiration eignet sich für die Ideenfindungs- und Konzeptionsphasen der Smart Service Entwicklung. Genau wie der UX Innovationworkshop zielt die Methode darauf ab, Verantwortliche und Entwicklungsteams von Smart Services für die Nutzerperspektive zu sensibilisieren und diese über Empathieprozesse kreativ nutzbar zu machen.

Ablauf und Durchführung

UX Concept Inspiration? So geht's

Die Abbildung zeigt den Ablauf der Methode UX Concept Inspiration. Innerhalb von ca. einer Woche mit einem Zeitaufwand von weniger als 60 Minuten am Tag können Ideen und Konzepte kontinuierlich generiert sowie ausgearbeitet werden. Zur Durchführung des Briefingworkshops sowie für das Coaching der Teilnehmer in den darauffolgenden Phasen wird ein erfahrener Moderator und UX Experte benötigt.

Tag 1: Briefingworkshop

Mindset + Szenario + Empathie

Es erfolgt ein Briefing der Teilnehmer bezüglich des Ablaufs der Methode, des Umgangs mit den Unterlagen sowie der Vermittlung allgemeiner Regeln zum kreativen Arbeiten. Darüber hinaus sollten an dieser Stelle der Nutzungskontext bzw. das Anwendungsszenario sowie die relevanten Bedürfnisse für den zu entwickelnden Smart Service definiert werden, wenn dies nicht schon im Vorfeld geschehen ist. Anschließend erfolgt der erste Teil der Empathie-Phase mit der gemeinsamen Erstellung einer beispielhaften Bedürfnispersona mithilfe der Empathy Map.

Tag 2 bis 4

Kick-Off + Empathie + Ideenfindung

An darauffolgenden Tagen werden pro Tag mit je einem definierten Bedürfnis im Fokus die folgenden Schritte durchlaufen:

Kick-Off

Mithilfe einer selbstgewählten Achtsamkeitsübung sowie der gedanklichen Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Bedürfnis unter Zuhilfenahme des Bedürfnisfächers gilt es in den Tag zu starten.

Empathie

Nun lässt man sich auf das Bedürfnis ein. Hierbei kommt einerseits Selbstbeobachtung zum Einsatz (Wie drückt sich das Bedürfnis bei Ihnen persönlich aus? Wo und wie tritt es besonders auf? Wann wird es Ihnen bewusst, dass Sie dieses Bedürfnis haben? usw.). Andererseits sollen die Smart Service Designer Personen mit einer extremen Ausprägung dieses Bedürfnisses nachahmen (Hierbei z.B. auf Erkenntnisse vom Kick-Off des jeweiligen Tages zurückgreifen).

Ideenfindung

Danach beginnt die Arbeit mit der Idea Map. Es gilt Ideen z.B. hinsichtlich des Smart Services zu entwickeln, die der Persona helfen, etwas Positives zu erleben. Hierdurch wird angestrebt Ideen zu generieren, die ein positives Nutzererleben (User Experience) schaffen.

Tag 4

Evaluation

Am letzten Tag schließt sich eine Bewertungsphase an, die z.B. auf den Aspekten des magischen Dreiecks basieren kann. An dieser Stelle können wieder die anderen Teilnehmer oder Kollegen zur Diskussion der Ideen hinzugezogen werden.

Praktisches Tool: Die Idea Map

Die Idea Map unterstützt Ideenfindungsprozesse, indem sie einen strukturierten Ablauf vorgibt. Sie kann z.B. für Brainstorming-Sitzungen oder im Rahmen des UX Concept Inspiration eingesetzt werden.

Zunächst werden einzelne Ideen in der »Ideengarage« gesammelt, um dann im »Workspace« zu größeren Ideenblöcken geclustert und erweitert zu werden. Hier gilt es zunächst eine hohe Quantität zu generieren und noch nicht zu bewerten. Es wird empfohlen, einzelne Ideen auf Haftnotizen anzubringen. Dadurch können z.B. nach der Dokumentation von Workspaceergebnissen einzelne Ideen wieder in die Ideengarage zurückwandern und stehen so für ein weiteres Clustering bereit.

Der Workspace gibt bewusst keine weitere Struktur vor, um eine möglichst breite Anwendungsvielfalt zuzulassen. Hier kann aber z.B. auf Venn-Diagrammen oder Timeline-Abbildungen zurückgegriffen werden. Der Bereich Output ist für die Finalisierung und Aufbereitung von Ideen für die Kommunikation z.B. zum Management gedacht. Hier erst werden die Ideen und Konzepte bewertet.

UX Concept Inspiration? So geht's

Idea Map – Template zu Unterstützung von Ideenfindungsprozessen 1. Ideengarage: Ideen sammeln 2. Workspace: Gesammelte Ideen aus der Ideengarage clustern 3. Output: Ideen finalisieren und bewerten

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