Neue IoT-Studie: Der Aufbruch ins Hardware Business

Neue IoT-Studie: Der Aufbruch ins Hardware Business

von Bernhard Steimel 16. März 2017

Im Dezember 2013 besuchte ich die LeWeb in Paris. Auf dem alljährlichen Tech-Meeting wurde die Losung für das nächste Jahr von der Internet Startup Gemeinde ausgerufen. Ich hatte gerade die Arbeiten am Praxisleitfaden Digital Transformation abgeschlossen und wollte erfahren, welche neuen Angriffsziele von den Internet-Kriegern ausgerufen werden.

Für Tech-Investoren wie Fred Wilson war die Share Economy mit UBER und AirBnB längst kalter Kaffee. Für ihn war klar, die Entdeckungsreise geht weiter in ferne, neue Galaxien im Internet der Dinge. Den Hauptimpuls sah er von uns Menschen ausgehen, die mit dem Smartphone bewaffnet ihre Gesundheitsdaten selbst tracken und mit Unterstützung von smarten Services zu ihren eigenen Ärzten und Gesundheitsberatern werden wollen.

Damals spürte ich, dass sich etwas Grundlegendes verändert, nämlich dass das Silicon Valley den Aufbruch in das Hardware Business probte. Eine neue Avantgarde von Hardware-Tüftlern machte sich auf den Weg, um aus dummen Produkten schlaue Smarte Services zu machen. Als dann Michael Porter 2014 in seinem Artikel „How Smart, Connected Products Are Transforming Competition“ beschrieb, wie Tech-Unternehmen die Kundenerwartungen grundlegend verändern, war klar, dass diese Veränderungen alle Unternehmen angehen, egal welcher Branche.

Was waren die zentralen Fragen?

Im „Praxisleitfaden Internet der Dinge“ wollen wir der Frage nachgehen, wie Smart Services helfen, neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen und Unternehmen zukunftssicherer zu machen. Dazu nehmen wir sechs Branchen aus Handel, Dienstleistung und Industrie in den Fokus und beantworten wichtige Zukunftsfragen für das Management: Was steht hinter dem Trend und für welche Branchen ist er wichtig? Wie verändern Smart Services das Kundenverhalten? Wie lassen sich Smart Services entdecken, entwickeln und erfolgreich vermarkten? Welche Organisationsform eignet sich für die digitale Transformation? Welche digitalen Fähigkeiten müssen erworben werden.

Damit richtet sich die Studie vor allem an Unternehmens-Entscheider, die ihre Geschäftsmodelle langfristig und erfolgreich an die neue Dynamik anpassen wollen. Der Praxisleitfaden bietet praktische Hilfe, um den Fahrplan für die Produkt- und Service-Innovation zu entwickeln und zeigt mit umfangreichen Praxisbeispielen und Experten-Tipps auf, wie man den Weg zum Smart Service erfolgreich geht.

Wie sind wir vorgegangen?

Während wir uns beim Praxisleitfaden Digital Transformation damit beschäftigt haben, wie Unternehmen neue digitale Kundenerlebnisse schaffen können, geht es nun um Produkt und Geschäftsmodell Innovation und die Chancen datengetriebener Geschäftsmodelle. Im Rahmen einer breit angelegten Metastudie wurden daher mehr als 200 empirische Untersuchungen und internationale Studien ausgewertet, die sich mit dem Internet der Dinge auseinandersetzen. Des Weiteren wurden über 250 Best Practice-Cases zusammengetragen und Pioniere interviewt.

Der vorliegende Praxisleitfaden enthält mehr als 50 Fallbeispiele. Die Studienautoren führten darüber hinaus Gespräche mit über 40 Fachexperten, um Innovationsansätze zu beurteilen. Die Arbeiten an der vorliegenden Studie starteten im Sommer 2015 und mussten mehrfach unterbrochen werden, weil immer wieder Beratungsprojekte Vorfahrt hatten. Dadurch konnten viele Erkenntnisse auch am lebenden Objekt gewonnen und erprobt werden.

Was war uns wichtig und was NICHT?

Die neue Ära des Internets macht das uns bisher bekannte Internet unsichtbar. Anstatt noch einen weiteren Bildschirm in unser Leben zu integrieren, den wir bedienen müssen, treten dienstbare Geister auf. Computertechnologie erscheint in Geräten, Fahrzeugen und deren Alltagsumgebung. Und smarte Produkte erhalten so etwas wie magische Kräfte. Das unsichtbare Internet der Dinge versteckt sich hinter Knöpfen und Schaltern und ist in intelligente Produkte eingebaut. Durch die Vernetzung und Kommunikation von allem mit jedem verschmelzen die digitale und die physische Welt und werden zu einer neuartigen Smart-Service-Welt.

Das 1. Kapitel TREND gibt einen Überblick über die Entwicklungen und die Möglichkeiten für Unternehmen, die in der Smart Service Welt stecken. Wir befinden uns in einem lernenden Markt und viele Anwendungsfelder werden noch von den Innovatoren und Early Adoptern dominiert.

Im 2. Kapitel IMPACT gehen wir der Frage nach, welche Smart Products und Services es bereits gibt und betrachten die Entwicklung in sechs Branchenfeldern mit dem höchsten wirtschaftlichen Potenzial. Die Gestaltung eines Smart Service geschieht agil und iterativ. Dafür hat sich eine Lean-Enterprise-Methode durchgesetzt, die in vier Phasen aufgeteilt werden kann: Explore, Create, Scale und Change.

In Kapitel 3 STRATEGIE werden Vorgehensmodelle entlang des iterativen Prozesses vorgestellt. Das Internet der Dinge ist in jeder Branche und in jedem Anwendungsgebiet ein wenig anders. Trotzdem sind allgemeine Aussagen möglich.

Entlang des 5-Schichten-IoT-Modells diskutieren wir im abschließenden 4. Kapitel TECHNOLOGIE das notwendige technologische Fundament für einen erfolgreichen Smart Service, stellen die wichtigsten Architekturentscheidungen vor und arbeiten die Erfolgsfaktoren heraus.

Der „Praxisleitfaden Internet der Dinge“ kann kostenlos unter dem folgenden Link heruntergeladen werden: www.smarter-service.com/download.

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