Drei Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle

Drei Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle im Internet of Things

von Bernhard Steimel 18. Mai 2017

Ein Auszug aus dem neuen Praxisleitfaden „Internet der Dinge“, der kostenlos zum Download zur Verfügung steht.


Im Verhältnis zwischen Produkten und Smart Services haben Unternehmen drei Möglichkeiten, neue, aktive Geschäftsmodelle im Internet of Things zu entwickeln:

1. Bestehende Produkte mit IoT-Zusatzservices versehen

Hier werden Produkte, die bereits auf dem Markt etabliert sind und möglicherweise schon seit geraumer Zeit auf die gleiche Art und Weise genutzt werden, um IoT-Features ergänzt. Diese Variante stellt die niedrigste Stufe der IoT-Geschäftsmodelle dar. Ein Beispiel ist die Geschirrspülmaschine, die misst, wann die Spültabs aufgebraucht sind und selbständig neue ordert.

2. Neue Produkte mit IoT-Funktionen entwickeln

Bei dieser Variante werden Produkte entwickelt, die es ohne die Möglichkeiten des IoT nicht geben kann. Ein Unternehmen macht sich also die Technologien des IoT zunutze, um ein innovatives Produkt zu generieren, welches vollständig mit IoT-Funktionen versehen ist. Ein Beispiel ist das selbstfahrende Google-Auto. Hier wird bereits deutlich, wie zuvor branchenfremde Unternehmen disruptive Innovationen in ihnen zuvor unbekannten Märkten etablieren können.

3. Produktlose Smart Services

Unternehmen können Daten nutzen, um komplett produktlose, digitale Dienstleistungen anzubieten oder zusätzliche Dienstleistungen zu den o.g. Smart Products. Ein Beispiel ist die Taxi-App Uber. Hierbei handelt es sich um einen Service, der rein datenbasiert arbeitet: Uber vermittelt Fahrgäste an reguläre Taxis sowie private Fahrer. Die Vermittlung erfolgt über die Smartphone-App bzw. die Uber-Website, wobei Uber für jede erfolgreiche Vermittlung eine Provision des Fahrpreises verlangt. Uber ist kein Taxi-Unternehmen, welches einen eigenen Fuhrpark besitzt. Vielmehr ist es ein Dienstleister-Unternehmen, das wiederum die Dienstleistungen Anderer (und deren physische Produkte, in diesem Fall die Taxis) in Anspruch nimmt. Uber ist somit der Intermediär. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „As a Service“-Angeboten, die in ihrer Unterhaltung i.d.R. deutlich günstiger als „Ownership-Angebote“ sind.

Carrobot: Smart und sicher im Straßenverkehr

Der persönliche Fahrassistent Carrobot ist ein Beispiel dafür, wie die Kombination verschiedener Digitaltechnologien zu einem smarten Produkt wird, das durch das Prinzip des „Retrofitting“ zudem einen großen potentiellen Nutzerkreis erreichen kann.

Das Gerät bietet ein multifunktionales Head-up-Display (HUD) für jedes Auto. Es wird ganz einfach auf dem Armaturenbrett zwischen Lenkrad und Windschutzscheibe platziert und an Smartphone und Fahrzeug (über den OBD-II-Port) angeschlossen. Die gewünschten Infos werden direkt in die Windschutzscheibe projiziert.

Die Fahrassistenz-Funktionen wie Spurassistent oder Müdigkeitsdetektor bieten umfassenden Unfallschutz. Das Gerät warnt, wenn der Fahrer von der Spur abkommt, zu dicht auffährt oder müde und abgelenkt ist. Es besitzt darüber hinaus eine Bluetooth-Fernbedienung, die sich bequem an jedes Lenkrad klemmen lässt, und eine vollständige Sprachsteuerung für Navigation, Telefon, Messaging und Musik. Durch die Integration von Künstlicher Intelligenz sorgt Carrobot dafür, dass sich der Fahrer auf die Straße konzentrieren kann. Mit “Hey, Carrot!” lässt sich die Konversation mit dem Assistenten starten. Dann kann er Telefonanrufe beginnen, Nachrichten senden, den gewünschten Song spielen, die Wetterlage abfragen oder beispielsweise Restaurants finden.


Nächste Woche geht es weiter mit: Die neuen Fähigkeiten von Smart Services.

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