Wachstumspotenziale dank IoT: Smart Home & Building

Wachstumspotenziale dank IoT: Smart Home & Building

von Bernhard Steimel 6. Juli 2017

Ein Auszug aus dem neuen Praxisleitfaden „Internet der Dinge“, der kostenlos zum Download zur Verfügung steht.


Nach Einschätzung der Beratungsgesellschaft Deloitte soll der Smart Home Markt allein in Europa im Jahr 2017 ein Volumen von 4,1 Milliarden Euro haben. Die Grundidee von Smart Home ist bereits mehrere Jahrzehnte alt und wurde auch in Zukunftsvisionen Hollywoods immer wieder thematisiert: Es geht hierbei um die intelligente Vernetzung eines gesamten Wohngebäudes.

Hierzu zählen etwa die clevere Regulierung der Raumtemperatur, Lichtsteuerung, Steuern der Fenster- und Rollläden, Alarmanlagen sowie Überwachungskameras. Aber auch die im Haus befindlichen Einrichtungsgegenstände können smart gestaltet und mit anderen Geräten bzw. dem gesamten Haus verbunden sein. In diesen Bereich fallen vor allem Weiße-Ware-Artikel oder Multimedia-Geräte. Auf einen einfachen Nenner gebracht, geht es also um die smarte (effiziente) Nutzung des Gebäudes und seiner Einrichtungsgegenstände und somit um die Erhöhung der Lebensqualität.

Flic – Der kabellose Smart Button

Flic ist ein Knopf, der überall befestigt werden kann und kabellos mit dem Smartphone verbunden ist. Damit lassen sich komplexe Vorgänge, für die man vorher z.B. lange auf dem Smartphone tippen musste, mit einem Knopfdruck anstoßen. Per App kann man festlegen, welche Aktion der Knopfdruck auslösen soll. Ein Anwendungsbeispiel: Flic kann zum Beispiel als Panikknopf dienen: Bei einmaligem Klicken wird die GPS-Location an einen Notkontakt gesendet, bei Doppelklick wird eine Warn-Nachricht verschickt und beim Halten wird Alarm ausgelöst.

Trends und Potenziale im Smart-Home-Bereich

Unterschiedliche Begrifflichkeiten und Synonyme lassen in diesem Kontext bereits das Potenzial und die Einsatzmöglichkeiten erkennen: Intelligentes Wohnen, umgebungsunterstütztes Leben, Smart House, Smart Living, E-Home, vernetztes Haus, Smart Metering. Die typischen Smart-Home-Anwendungen werden eher im Zusammenhang mit Neubauten und Wohneigentum gesehen. Doch es gibt ein sehr großes Potenzial für leicht nachrüstbare Lösungen, die ohne größere Umbaukosten einerseits in Altbauten, andererseits in Mietobjekten eingesetzt werden können. Wegen der geringen Verbreitung von Wohneigentum und den unsicheren Aussichten im Bereich des Neubaus von Wohneigentum bestehen hier durchaus Marktchancen für interessante, smarte Produkte und Services.

Beim Smart Metering geht es um die automatische Echtzeit-Messung und Optimierung der elektrischen Energie-, Wasser-, Gas- oder Wärmezähler, sodass das Smart Home je nach Nutzungsart den Verbrauch kostenoptimiert regulieren kann. Die Fenster lassen sich automatisch unter bestimmten Bedingungen öffnen oder schließen, die LED-Beleuchtung erzeugt je nach Tageszeit, Wetterbedingungen oder Gemütsstimmung des Bewohners die passende Beleuchtung oder spielt (je nach Raum unterschiedliche) Musik ab. Beim Verlassen des Hauses aktiviert sich die Alarmanlage automatisch.

Hinsichtlich der Entwicklungen im Multimedia-Bereich und einer zunehmenden Überalterung der Gesellschaft wird das Thema Smart Home in Zukunft an Relevanz gewinnen. Gerade in Altenheimen oder in Einrichtungen für betreutes Wohnen kann eine Smart Home-Umgebung den Bewohnern das Leben erleichtern und Pflegepersonal entlasten. Ältere Menschen können Dank Smart Home u.U. bis ins hohe Alter in ihren privaten Wohnungen leben. Dieses Konzept ist unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“ bekannt geworden.

Enlighted: LED-Leuchtsysteme für intelligente Gebäude

Das Startup bietet eine IoT-Plattform für intelligente Gebäude. Mit Hilfe von Sensortechnologie und einem skalierbaren Netzwerk für die Echtzeit-Ermittlung von Daten bietet das Unternehmen vernetzte LED-Beleuchtungslösungen für Hausverwaltungen und Unternehmen.

Auch in gewerblich genutzten Gebäuden kommt eine energiesparende Effizienz zum Tragen. Heutzutage befinden sich in Büros Dutzende elektronische Geräte. Der Großteil dieser Maschinen bleibt auch in Betrieb, wenn sie gar nicht genutzt werden. Das Potenzial intelligenter Energieersparnis kann dementsprechend sowohl einen ökonomischen als auch einen ökologischen Vorteil mit sich bringen.

„Energiemanagement ist für innovative Unternehmen, die smarte Produkte und Services anbieten möchten, ein besonders interessantes Thema. Der Grund: Es umfasst neben den Wohnungen und Häusern von Privatleuten auch sämtliche Wertschöpfungsstufen in der Wirtschaft, vom Industriebetrieb bis hin zu Smart-Grid-Anwendungen, bei denen auch IoT-Lösungen zum Einsatz kommen.“


Nächste Woche geht es weiter mit: Neue Geschäftsmodelle im Smart-Home-Bereich.

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