Neue Geschäftsmodelle im Smart-Home-Bereich

Neue Geschäftsmodelle im Smart-Home-Bereich

von Bernhard Steimel 13. Juli 2017

Ein Auszug aus dem neuen Praxisleitfaden „Internet der Dinge“, der kostenlos zum Download zur Verfügung steht.


Das Smart Home kennt und analysiert permanent die Verhaltensweisen seiner Bewohner und kann Wünsche bereits im Vorhinein antizipieren. Durch die Nutzerdaten kann es auch als „Personal Assistant“ dienen und an anstehende Termine und ähnliches erinnern.

Aus Marketing-Sicht besteht hierbei wiederum die Möglichkeit, den Nutzer in seinem täglichen Verhalten besser kennenzulernen und ihm kontextbezogene Angebote machen zu können.

Philips Hue

Bei Philips Hue handelt es sich um ein personalisiertes Beleuchtungssystem. LEDLicht arbeitet hierbei mit intuitiver Technik zusammen. In Kombination werden die Lampen, die Bridge und die smarten Regelmöglichkeiten zu einer hinsichtlich von Formen, Größen und Modell personalisierbaren Smart-Home-Beleuchtungslösung.

Die Hue Lampen werden über eine „Bridge“ gesteuert, die mit dem WLANNetz des Hauses verbunden ist und via Smartphone oder Tablet-App synchronisiert wird. Über sein mobiles Gerät kann der Nutzer die Lampen steuern (z.B. Helligkeit, Timer-Funktion, Farbwechsel etc.), auch von unterwegs aus. Philips bietet ein Starterset an, welches die Bridge sowie Lampen enthält. Software- und Firmware- Updates können somit kabellos und direkt an den Lampen und Leuchten vorgenommen werden.

Beleuchtungssysteme, Maschinen sowie Bürogeräte sind typische Stromverschwender in Industriebetrieben und Bürogebäuden. Energiemanagementsysteme können hierbei erheblich zur Kostensenkung beitragen, da ungenutzte Verbraucher schlicht und einfach abgeschaltet werden. Doch gewerbliche Anwender müssen nicht erst auf spezifische Smart-Building-Lösungen warten. Sie können auch kurzfristig Standardprodukte, die heute bereits im Markt verfügbar sind, verbauen.

„Unternehmen sollten in erster Linie bisher nicht ermittelte Werte messen, etwa Strom, Wasser, Kälte, Wärme, Druckluft und andere. Anschließend können diese die ermittelten Daten in einer zentralen Datenbank speichern und mithilfe gängiger Analytik-Lösungen auswerten. Dadurch haben sie eine recht hohe Energietransparenz geschaffen und können nun sowohl den Verbrauch als auch die Abrechnung optimieren.“ (Christian Pereira, Q-Loud)

LightRules von Digital Lumens

Das US-Unternehmen Digital Lumens hat den Standort eines internationalen Transport- und Logistikdienstleisters in Deutschland mit einer intelligenten LED-Beleuchtung ausgestattet. Die intelligente Technik der LEDs stellt sich sensorbasiert auf den individuellen Lichtbedarf ein. Dafür nutzt das Intelligent Lighting System eine Steuerungsplattform sowie die in den LED-Strahlern integrierte Sensorik. Die Sensoren erfassen beispielsweise die Bewegungsmuster am Standort. Damit ermittelt die Technologie die passende Beleuchtungsstärke und dimmt das Licht gemäß Bedarf. Unternehmen sparen so bis zu 90 Prozent der bei Vollauslastung anfallenden Energiekosten.

Zum industriellen Einsatz von Smart-Building-Lösungen gehören auch andere Aspekte. So ist es zum Beispiel möglich, über den Stromverbrauch Aussagen über den Zustand einer Maschine oder Produktionsanlage zu treffen.

Hier können mit relativ geringen Mitteln Lösungen für die vorausschauende Wartung umgesetzt werden, die in anderen Bereichen nur mit erhöhtem Aufwand zu erreichen sind – beispielsweise ausschließliche Neubauten.

Doch bereits heute setzen zahlreiche Anbieter von Lösungen für Großbauten auf das Internet der Dinge für Predictive Maintenance, etwa Hersteller von Rolltreppen, Aufzügen, Fensterputzsystemen, Heizungs- und Belüftungsanlagen. Diese Installationen erfordern traditionell Wartungsverträge, bei denen in gewissen regelmäßigen Abständen Techniker ins Haus kommen und die Systeme überprüfen. Die moderne Sensorik erlaubt für diese Systeme eine Ausrüstung mit kleinen IoT-Geräten, die aufgrund bekannter Parameter (Vibrationen, Geräusche und ähnliches) technische Probleme bereits im Vorfeld erkennen.

Grundsätzlich ist es sogar möglich, solche Systeme für die vorausschauende Wartung nachträglich zu installieren. Die Anbieter solcher Systeme können damit also zwei Geschäftsmodelle aufbauen: einerseits smarte Services für Predictive Maintenance im Neugeschäft, andererseits spezielle Retrofitting-Angebote für Bestandskunden, die eine ältere Anlage nicht austauschen möchten.


Nächste Woche geht es weiter mit: Smart Home: All-in-One-Lösungen.

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