Neue Geschäftsmodelle mit Smart Mobility

Neue Geschäftsmodelle mit Smart Mobility

von Bernhard Steimel 18. September 2017

Ein Auszug aus dem neuen Praxisleitfaden „Internet der Dinge“, der kostenlos zum Download zur Verfügung steht.


Der durchschnittliche Bundesbürger steht im Jahr 38 Stunden im Stau und verbringt in seinem Leben sechs Monate Wartezeit an einer roten Ampel. 266 Milliarden US-Dollar sollen die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten der Verkehrslähmung allein in den 30 größten Megacitys der Welt betragen. Mobilität ist heutzutage also wahrlich ineffizient. Das IoT hält jedoch Lösungen bereit.

Trends und Potenziale

Mobilität in der IoT-Welt beschränkt sich nicht mehr nur auf ein einziges oder auf eine geringe Anzahl an Fortbewegungsmitteln, sondern wird vielseitiger und individueller. Hierbei wird sich für den Nutzer die Frage stellen: Welche Mobilität erscheint zu welchem Preis bzw. zu welchen Konditionen und in welcher Situation passend? Man stellt sich also seinen eigenen, situationsabhängigen „Mix“ aus passenden Mobilitätsangeboten zusammen.

Dies setzt die Bereitstellung smarter Mobilitätsservices voraus. Smart Mobility bedeutet dementsprechend auch Connected Mobility: Verkehrsmittel, Infrastruktur und Mobilitätsdienstleistungen sind intelligent und nahtlos vernetzt. Sie bieten die Möglichkeit (vor allem dank mobiler Endgeräte), das Angebot bedarfsgerecht zu nutzen und jederzeit sowie überall zu buchen, zu zahlen und Verkehrsinformationen in Echtzeit abzurufen.

Der intelligente Motorradhelm Skully AR-1

Skully AR-1 ist ein innovativer Integralhelm, der nicht nur mehr Sicherheit bietet als ein normaler Helm. Er besitzt ein transparentes Head-Up-Display, das während der Fahrt Informationen in der rechten unteren Ecke des Fahrersichtfelds einblendet. Mit einer 180-Grad-Kamera, die in die Rückseite verbaut ist, hat der Fahrer bspw. einen Blick auf das Verkehrsgeschehen im Rücken. Der Blick muss somit nicht von der Straße abgewendet werden. Selbst der tote Winkel wird von der Kamera erfasst.

Ein weiteres Feature ist das integrierte Navigationssystem, das dem Fahrer den schnellsten Weg ans Ziel zeigt. Die Ortung macht die GPS Antenne möglich. Zukünftig soll es auch möglich sein, Straßenkarten und andere Apps auf dem integrierten Speicher abzulegen. Über das Skully Synapse System können auch Telefonate geführt oder Musik gehört werden. Voraussetzung dafür ist ein Smartphone, das per Bluetooth mit dem Helm verbunden wird und gleichzeitig als Internet-Hotspot dient. Mithilfe der Sprachsteuerung können während der Fahrt Befehle an das Smartphone übermittelt werden.

Es gibt außerdem die Möglichkeit, das Visier des Skully AR-1 per Knopfdruck abzudunkeln, wenn die Sonneneinstrahlung sehr stark ist. Damit das Head-Up-Display bei Nacht nicht blendet, wird die Rückkamera auch als Umgebungslichtsensor eingesetzt, der das Display automatisch abdunkelt. Die Akkulaufzeit soll 9 Stunden betragen, als Betriebssystem kommt Android zum Einsatz.

Hierbei ist in der IoT-Welt bspw. folgendes Szenario denkbar: Eine Person fährt morgens via einem Car-Sharing-Angebot zur Arbeit. Auf dem Weg zur Arbeitsstätte meldet das Smartphone oder das Navigationsgerät einen Stau auf der momentanen Route. Es werden nun Optionen angeboten, z.B. der Weg zur nächsten S-Bahn-Haltestelle oder das nächste „Call a Bike“-Fahrrad.

Seamless Mobility bzw. Smart Mobility wird einen sicheren, effizienten und nachhaltigen Transport gewährleisten. Aus Anbietersicht wird sich Mobilität somit vom Produkt zum Dienstleistungsgeschäft entwickeln. Wer Informationsdienste anbietet, welche die gesamte Reiseplanung und das Umsteigen zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern ermöglicht – mittels Real-Time-Verkehrsinformationen – der schafft einen echten Smart Service.

Es bedarf jedoch eines grundsätzlichen Umdenkens in Unternehmen, die im Mobilitätsbereich aktiv sind. In Zukunft wird die Maxime „Nutzen statt besitzen“ lauten: „There is a fundamental shift in attitudes towards property and ownership: People still want to drive cars and ride bikes. The difference is, they no longer have to own these vehicles if they can borrow them easily and at low cost from someone else.” Dies zeigt sich vor allem bei der jungen Generation (den „Millenials“ bzw. „Generation Y“): Mobilität wird als Erfolgsfaktor im Job angesehen, was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass man auch ein Automobil besitzen muss.


Smart Mobility bedeutet: Verkehrsmittel, Infrastruktur und Services sind intelligent vernetzt. Jeder kann das Angebot wunschgemäß nutzen und jederzeit sowie überall einen Service buchen, zahlen und Verkehrsinformationen in Echtzeit abzurufen. Zudem wird das Prinzip „Nutzen statt besitzen“ immer wichtiger: Viele Leute wollen ein Auto fahren, es aber nicht besitzen.

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