Von der Idee zum Smart Service

von Bernhard Steimel 5. Dezember 2017

Ein Auszug aus dem neuen Praxisleitfaden „Internet der Dinge“, der kostenlos zum Download zur Verfügung steht.


Es gibt keinen speziellen Ansatz für die Gestaltung von Smart Services. Allerdings gibt es einige etablierte Verfahren. Von der Idee bis zur Einführung hat sich ein generelles Vorgehen durchgesetzt, welches in vier wichtige Phasen aufgeteilt werden kann.

Explore: Am Anfang steht die Idee des Geschäftsszenarios, das der Smart Service verwirklichen soll. Hierzu müssen im Portfolio des Unternehmens Produkte und Services entdeckt werden, die sich für die digitale Transformation eignen oder die digital vollkommen neu entworfen werden.

Create: Nun wird das Grobkonzept zu einem funktionalen Prototypen und anschließend zu einem MVP („Minimum Viable Product“) ausgebaut. Das ist eine Problemlösung mit einem minimalen Funktionsumfang, die nur Basisanforderungen der Kunden verwirklicht und dadurch sehr schnell auf den Markt kommt.

Scale: Die ersten Kunden sind gewonnen, der Smart Service ist ein rundes Produkt. Nun geht es darum, das Geschäftsmodell zu skalieren, die Rückmeldungen von Kunden zu berücksichtigen und den Smart Service in einem möglichst großen, international gedachten Markt auszurollen.

Change: Passt die eigene Organisation zur Welt der smarten Services und Produkte? IoT-Geschäftsmodelle erfordern eine andere Herangehensweise als herkömmliche Projekte oder Szenarien. Nicht nur Produkte und Services müssen sich ändern, auch das gesamte Unternehmen.

Dieser Weg zu einem Smart Service umfasst kreative, technische und auch Management-Aufgaben. Es wäre allerdings ein Fehler, den Weg als linearen Prozess nach dem klassischen Wasserfall-Modell zu sehen, auch wenn viele Unternehmen erwarten, dass sie zuerst eine Idee entwickeln, daraus zwangsläufig ein Prototyp und schließlich ein fertiges Produkt folgen und die Anpassung der Organisation als Sahnehäubchen nachgeliefert werden kann.

Die Gestaltung eines Smart Service ist eine agile, iterative Vorgehensweise und reicht vom Entwickeln einer Idee über das Gestalten eines Prototyps bis hin zum Betreiben des endgültigen Service. Sie besteht im Wesentlichen aus zwei großen Schleifen, die sich als „Think“ und „Make“ kennzeichnen lassen. Sie werden mehrfach durchlaufen, um zu einer guten Idee oder einem guten Prototypen zu kommen. Die Make-Schleife hat zudem noch eine Vielzahl innerer Schleifen, in denen das Produkt oder der Service mit agilen Methoden weiterentwickelt wird.

Von der Idee zum Smart Service

Die beiden Phasen „Explore“ und „Create“ sind Bestandteile der Think-Schleife, „Scale“ und „Change“ gehören in die Make-Schleife. Die beiden Grafiken von David Landis zeigen dabei deutlich den iterativen Prozess beim Design von Smart Services, dessen Schritte mehrfach durchlaufen werden und die aufeinander aufbauen. Deshalb ist es nicht immer gut möglich, die vier Phasen sauber voneinander zu trennen. Vor allem die innerhalb einer Schleife befindlichen Phasen laufen sehr stark ineinander über. Die Schilderung in einzelnen Abschnitten hat darstellerische Gründe: Die in einem Unterkapitel beschriebenen Methodiken und Vorgehensweisen sind oft nicht ausschließlich in der jeweiligen Phase anzuwenden, eignen sich aber besonders darin.

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