New Work: Mitarbeiter befähigen und unterstützen

New Work: Mitarbeiter befähigen und unterstützen

von Bernhard Steimel 23. September 2020

Die Arbeitswelt verändert sich, in den Unternehmen entstehen neue Jobprofile wie Experten im digitalen Marketing oder Data Scientists für die Auswertung von Daten. Viele Industrieunternehmen erkennen, dass sie wie ein Software-Unternehmen vorgehen müssen und suchen deshalb Software-Ingenieure, Entwickler, IT-Architekten und Security-Spezialisten.

Wenn Unternehmen neue Talente suchen, müssen sie sich als Arbeitgebermarke positionieren. Deshalb ist der Faktor Mensch ein entscheidendes Handlungsfeld. Die Aufgabe digitaler Technologien ist es dabei, die Mitarbeiter zu unterstützen und ihre Aufgaben zu vereinfachen.

Hierfür gibt es viele Möglichkeiten, beispielsweise digitale Arbeitsplatz-Umgebungen. Sie ermöglichen mobiles Arbeiten und Homeoffice. Ihre Bedeutung zeigte sich in der Anfangszeit der Corona-Krise: Unternehmen, die bereits Workspace-Lösungen einsetzen, konnten sie rasch skalieren und Homeoffice ohne Übergangsschwierigkeiten einführen.

Ein weiteres sinnvolles Hilfsmittel sind mobile Apps, die den Mitarbeiter umfassend informieren – auch über Maßnahmen zur Krisenreaktion. Sie erledigen die Schichtplanung oder verbessern die Arbeitssicherheit, indem sie in Gefahrenbereichen warnen. Automatisierungsanwendungen bilden dabei komplexe Workflows digital nach. Sie verein- fachen die Aufgabe der Mitarbeiter, indem sie beispielsweise ganze Prozesse auf einen Knopfdruck reduzieren.

Logistikpartner auf Knopfdruck informieren

Krones, ein Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen für die Getränke und Lebensmittelindustrie, nutzt den IoT-Service-Button als Signal für einen Logistikpartner. Genutzt wird der Bestellknopf für überprüfte und reparierte Bauteile, die von den Kunden eingeschickt wurden. Da die Dauer der Reparatur unklar ist, kann Abholung und Rücktransport zum Kunden nur schwer geplant werden. Mit dem Bestellknopf geht es schneller: Der Techniker drückt nach Abschluss der Reparatur auf den Knopf, der sendet automatisch eine entsprechende Meldung an die Logistikpartner. Hierdurch vermeidet Krones überflüssige Warte- und Liegezeiten.

Solche Formen der Automatisierung helfen den Mitarbeitern und erleichtern ihre Aufgaben, sie ersetzen sie aber nicht. Ein Problem der Automatisierung in der Vergangenheit war häufig, dass die Lösungen Top-Down eingeführt wurden. Dadurch konnten Fachbereiche, Teams und einzelne Spezialisten ihre Praxiserfahrung nur unzureichend einbringen.

Mit modernen digitalen Werkzeugen wird das Prozesswissen aller Mitarbeiter nutzbar. Hierfür gibt es unterschiedliche Hilfsmittel, beispielsweise Baukastensysteme für Apps oder Softwareroboter, die manuelle Arbeit übernehmen. Ihre Vorteile auch in Krisensituationen: Wichtige Prozesse laufen auch mit reduziertem Personalbestand weiter.

Mit Low-Code-Plattformen entwickeln auch Personen ohne Programmierkenntnisse One- Purpose-Apps, die bestimmte Aufgaben automatisieren. Sie richten sich an Mitarbeiter aus Fachbereichen, die zwar Domänen- aber kein IT-Wissen besitzen. Durch eine einfach zu bedienende visuelle Oberfläche und umfangreiche Unterstützung durch die Plattform können sie ihre Fähigkeiten auch in der Anwendungsentwicklung einsetzen.

Anwendungsentwicklung für Nicht-Programmierer

Anwendungsentwicklung für Nicht-Programmierer

Mit einer Low-Code-Anwendungsplattform von Anbietern wie SmapOne oder Pegasystems ist es leicht, einfache Anwendungen mit Checklisten oder Prozessabläufen zu entwickeln. Diese erleichtern den Mitarbeitern das Einhalten von Prozessvorgaben. Auch interaktive Webanwendungen sind möglich: Das bayrische Antragsverfahren für Corona-Soforthilfe von T-Systems und Texas ist innerhalb von nur fünf Tagen mit Low Code entwickelt und ausgerollt worden.


Dies ist ein Auszug aus unserer neuen Studie „Trendbook Smarter Manufacturing“. Hier geht‘s zum Download.

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