Glokalisierung mischt die Lieferketten neu

Glokalisierung mischt die Lieferketten neu

von Bernhard Steimel 20. Oktober 2020

– Top-Digitalisierungstrends in der Logistik –

Der Begriff Glokalisierung verbindet „Globalisierung” und „Lokalisierung”. Für die Logistik bezeichnet er die Verknüpfung der Vorteile beider Tendenzen. Die Lieferketten werden neu zusammengestellt, sodass bisherige Abhängigkeiten von einzelnen Ländern (China und andere) aufgelöst werden. In der Konsequenz bewirkt dies eine größere Flexibilität in der Supply Chain.

Dieser Trend wird angetrieben durch drei Entwicklungen: Erstens stören Handelskonflikte Lieferketten erheblich. Zweitens entsteht im Zusammen- hang mit Nachhaltigkeit eine Kreislaufwirtschaft, für die regionale Transportketten von Vorteil sind. Drittens ist in flexiblen, glokalen Lieferketten die Versorgungssicherheit größer – auch bei einer Pandemie.

Digitale Lösungen sind ein wichtiger Faktor bei der Umsetzung der Lokalisierung. Transportkapazitäten lassen sich mit Buchungsportalen leichter verlagern, vor allem wenn sie in die eigenen IT-Anwendungen leicht zu integrieren sind. Intelligente Lagerhaltung mit Sensorik und einem digitalen Zwilling (Siehe das Beispiel Tetra Pak) beschleunigt den Warenumschlag und auf der Last Mile sind dynamische Routenplanung und innovative Zustellkonzepte hilfreich.

Fahrzeugrouten in der Cloud managen

Mit der Telekom-­Lösung Drive & Track binden Unternehmen Fahrzeuge ins Internet der Dinge (Internet of Things / IoT) ein. Dabei liest ein Gerät über die OBD2-­Schnittstelle (On­Board­Diagnose) Fahrdaten des Autos und sendet sie per Mobilfunk an die IoT­-Plattform Cloud of Things.

Die Mitarbeiter des Unternehmens verfolgen die Positionen der Autos in Echtzeit. Sie analysieren und optimieren die Effizienz von Routen. Fahrer verbringen weniger Zeit im Stau, die Produktivität erhöht sich. Lieferung kommen pünktlicher bei Kunden an, die Zufriedenheit steigt. Gleichzeitig sinkt der Treibstoffverbrauch um bis zu 40 Prozent.

Smart Distancing für Auslieferungsfahrer

Supermärkte und Restaurants gehen dazu über, Mahlzeiten und Lebensmittel ohne direkten Kontakt auszuliefern. Auch der Lieferservice Instacart erprobt diese Vorgehensweise. Das Unternehmen hat in den USA eine Partnerschaft mit über 350 Einzelhändlern an, die mehr als 25.000 Lebensmittelgeschäfte haben.

Die Bestellungen werden von einem „Personal Shopper” verpackt und geliefert. Gebucht wird der Service über eine App an. Das Smart Distancing sieht so aus: Der ausliefernde Shopper legt die Bestellung vor der Tür ab, der Kunde bezahlt mit der App.

Glokalisierung mischt die Lieferketten neu. Digitale Plattformen liefern die Daten und bilden das Fundament für den erfolgreichen Umbau.


Dies ist ein Auszug aus unserer neuen Studie „Trendbook Smarter Logistics – Wie sich die Logistik digital transformiert“. Hier geht‘s zum Download.

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