Mehr Geschäftserfolg mit Hyperautomation

von Bernhard Steimel
12. Mai 2021

Unternehmen beschleunigen mit smarten Technologien Geschäftsabläufe radikal. Denn sie werden abgehängt, wenn sie nicht schnell auf Marktveränderungen reagieren. Schnelle Unternehmen wachsen stärker, erwirtschaften mehr Umsatz und höhere Gewinne. Sie haben den Turbo eingeschaltet und nutzen Hyperautomation. Damit bleiben sie ihren Kunden auf der Spur, verbessern Entwicklung und Produktion und stärken die Effizienz ihres Einkaufs und der Logistik.

Schnelle Organisationen sind erfolgreicher (Quelle: McKinsey)

Was ist Hyperautomation?

Hyperautomation ist ein Begriff, der von der IT-Beratung Gartner geprägt wurde. Sie versteht darunter ein Framework für die Beschleunigung von Workflows und Prozessketten. Laut der Studie „Intelligent Automation“ des Beratungsunternehmens Deloitte nutzen drei Viertel der Großunternehmen entsprechende Technologien, mehr als 90 Prozent der Anwender berichten von einer erhöhten Produktivität und reduzierten Kosten.

Im Mittelstand ist die Hyperautomation noch nicht weit verbreitet – er sollte diese Chancen nicht verpassen. Der Geschäftserfolg entsteht durch die smarte Verknüpfung von Automatisierungstechnologien wie Robotic Process Automation (RPA), Künstliche Intelligenz (KI), Computer Vision oder Sprachverarbeitung.

Weitere Infos über Hyperautomation finden Sie in unserem Trendbook, das Sie als kostenloses E-Book herunterladen können.

Hürden auf dem Weg zum Geschäftserfolg

Disruptive Veränderungen in Angebot und Nachfrage haben viele Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht. In unsicheren Zeiten werden Resilienz und Anpassungsfähigkeit zu Überlebensfaktoren, um wieder auf den Wachstumspfad zurückzukommen.

  • Langsame Unternehmen leiden unter ineffizientem Informationsaustausch, schlechter Kommunikation und unzureichender Zusammenarbeit. Das sorgt für geringeres Wachstum, eine schlechtere Kostenstruktur und niedrigere Betriebsergebnisse.
  • Schnelle Unternehmen dagegen wachsen stärker, erwirtschaften mehr Umsatz und höhere Gewinne. Durch ihre raschen Reaktionen auf Marktveränderungen sind sie langfristig erfolgreicher.

Die Digitalisierung verändert die Spielregeln im Markt und macht die Kundenschnittstelle angreifbar. Genutzt wird die Chance besonders von disruptiven Startups und den digitalen Vorreitern im Mittelstand. Die Schärfung des Kundenfokus und die Verbesserung der Kommunikation in Verbindung mit der intelligenten Verknüpfung von Automatisierungstechnologien versprechen mehr Erfolg.

Hyperautomation als Beschleuniger

Hyperautomation beschleunigt alle Prozesse eines Unternehmens und wird auf drei verschiedenen Ebenen umgesetzt.

Hyperautomation beschleunigt komplexe Prozesse (Quelle: Gartner)

Task Automation

Auf der ersten Ebene werden einfache, regelbasierte Aufgaben automatisiert, zum Beispiel Reisekostenabrechnungen, die Pflege von Stammdaten oder der Versand von Bestellbestätigungen und Zahlungsaufforderungen. So nutzt beispielsweise der Getränkehersteller Gerolsteiner RPA, um Berichte über Leergut, Frachtkapazitäten und Fehllieferungen zusammenzustellen und in einer siebenseitigen Präsentation auszugeben.

Process Automation

Auf der nächsten Ebene werden ganze Prozesse oder Workflows automatisch abgearbeitet, etwa die Extraktion von Zahlungsdaten aus unterschiedlichen Systemen mit anschließender automatischer Überweisung. Bei einem Hygienemittelhersteller verzehnfachte sich in der Pandemie der Bestelleingang und war manuell nicht zu bewältigen. 20 Softwareroboter übernahmen die Prozesskette vom Online-Bestellformular über Rechnungserstellung bis hin zur Stückliste für den Warenversand.

Business Automation

In der obersten Ebene wird die Automatisierung von Tasks und Prozessen als Einheit gesehen und mit Business-Themen verknüpft. Künstliche Intelligenz und Machine Learning orchestrieren alle Prozesse für eine schnelle Skalierung. Die BAM.Group, ein digitaler Auftragsfertiger und Sondermaschinenbauer, nutzt ein Kundenportal zur automatischen Angebotserstellung. Es analysiert die hochgeladenen Fertigungsdaten in Echtzeit und zeigt dem Kunden unmittelbar darauf eine realistische Kostenkalkulation.

„Bei Business-Automatisierung wird die gesamte Wertschöpfung Ende-zu-Ende automatisiert. Das bedeutet, bestimmte Geschäftsvorfälle komplett automatisch ablaufen zu lassen.“

Thomas Rahm, Principal Business Development Manager, T-Systems MMS

Tools für Hyperautomation

Mit smarten Technologien lassen sich Geschäftsabläufe in allen Unternehmensbereichen radikal beschleunigen:

  • Trend Analytics helfen dem Kunden auf der Spur zu bleiben, unterstützt den Vertrieb und verbessert den Service.
  • Vorausschauende Wartung vermeidet Produktionsstillstand und Computer Vision sichert die Qualität der Produkte.
  • Intelligente Dokumentenverarbeitung beschleunigt z.B. den Einkauf und verbessert Verwaltungsprozesse.

Der Markt für Hyperautomation-Lösungen umfasst unterschiedliche Technologien, die je nach Bedarfsfall kombiniert werden:

Process Mining entwirft eine Landkarte aller „lebenden“ Prozesse. Softwareroboter (RPA) und Intelligent Automation nutzen künstliche Intelligenz, um diese Prozesse zu automatisieren. So hilft Computer Vision bei Qualitätssicherung und Anomalie-Erkennung in der Fertigung und Digital Twins erzeugen die digitale Echtzeit-Repräsentation aller Prozesse.

Natural Language Processing (NLP) kann Texte klassifizieren und analysieren. Text Mining gewinnt Zahlen, Fakten und Referenzen aus Texten, beispielsweise bei der Analyse von juristischen Dokumenten mit Blick auf Compliance. Auch Prognosen sind möglich: Advanced Analytics erkennt Störungen in der Lieferkette, dem Maschinenpark und in den Märkten frühzeitig.

Hyperautomation kombiniert verschiedenen Technologien und Tools mit RPA

Mit Hyperautomation zum Erfolg

Automatisierungsbedarf ist oft leicht zu erkennen: Manuelle Prozesse mit hohem Aufwand, die aber wenig zur Wertschöpfung beitragen. Trotzdem sollten Unternehmen dem Impuls widerstehen, sofort loszulegen und Reisekostenabrechnung oder Berichtsgenerierung ad hoc zu automatisieren. Stattdessen ist ein strategischer Ansatz empfehlenswert. Unternehmen sollten ihre Prozessketten in drei Schritten automatisieren:

1. Process Mining

Vor jeder Automatisierung sollten Unternehmen zunächst die Wahrheit über alle Abläufe herausfinden. Prozesse, denen kein Mitarbeiter folgt, lassen sich weder digitalisieren noch automatisieren. Mit Process Mining erkennen die Unternehmen die Prozessrealität und schließen Prozesslücken.

2. Mit Automatisierung beginnen

Auch bei der Automatisierung gilt die Grundregel aller Digitalisierungs- und Transformationsprojekte: Zuerst werden die niedrig hängenden Früchte gepflückt. Deshalb sollten Unternehmen mit einfachen Prozessen beginnen, deren Automatisierung einen hohen Nutzen hat.

3. Smarte Technologien verknüpfen

Der Vorteil von Hyperautomation als Referenzrahmen ist die intelligente Verknüpfung unterschiedlicher Automatisierungstechnologien. Sie arbeiten Hand in Hand und bringen den wirtschaftlichen Erfolg.

Best Practice für Hyperautomation

Prozessautomatisierung macht Unternehmen in allen Branchen schneller, besser und für die Kunden bequemer. Doch das Ziel ist nicht das menschenleere Unternehmen. Die Best-Practices aus dem Mittelstand zeigen: Der Mensch steuert die Maschine, nicht umgekehrt.Die Unternehmen müssen dafür ihre Frontoffice-Prozesse beschleunigen, die Wertschöpfungsprozesse verbessern und alle Backoffice-Prozesse effizienter machen. Die drei folgenden Beispiele aus dem Mittelstand zeigen die Chancen der durchgängigen Automatisierung aller Prozesse.

Die Realität der Prozesse abbilden

Der Automobilzulieferer Eissmann konnte mit Process Mining die Durchlaufzeit in seinen Produktionsprozessen um 30 Prozent verkürzen. Das Mining ergab Einblicke in die Top-Fehlerursachen in Produktion und Beschaffung, präzisere Berechnungen auf Basis von Echtzeitdaten und transparente Lieferprozesse.

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Mit Künstlicher Intelligenz die Qualität sichern

Die Schwering & Hasse Elektrodraht GmbH prüft mit KI-Verfahren automatisch die gesamte Tagesproduktion von 150.000 Kilometern Draht. Dadurch sehen die Maschinenbediener Abweichungen auf einen Blick und können direkt in den Herstellungsprozess eingreifen.

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Lagerbestände mit einer Drohne erfassen

Das prämierte hessische Startup doks.innovation bietet eine automatisierte Bestandserfassung. Eine Kombination aus Roboter und Drohne hilft bei der Inventur. Der Roboter fährt im Lager umher und startet die Drohne, die Produkt-Labels erfasst.

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