Effizientere Produktionslogistik mit Digitalisierung

von Bernhard Steimel
21. September 2021

„Im August 2021 berichteten fast 70% der Industrie­firmen in Deutschland von Engpässen bei Vorprodukten und Rohstoffen“, sagt das ifo Institut in seiner Konjunkturumfrage. Dabei spielen zwei Aspekte eine zentrale Rolle. Erstens sind bestimmte Güter knapp (v. a. Chips und andere Halbleiter) und zweitens steigen die Einkaufspreise. Die Konsequenz: Der Materialmangel wird zum Produktionshemmnis, da gleichzeitig die Auftragsbücher voll sind. Eine Lösung dieses Problems ist die Digitalisierung. Sie macht die Produktionslogistik mit Datenanalysen transparenter und mit smarten Services effizienter, indem sie die Anlagen-Effizienz (OEE) steigert. Zudem stärkt die Transparenz über Materialflüsse die Resilienz gegenüber Störungen in der Lieferkette. Wir zeigen, welchen Beitrag autonome Transportsysteme mit Kameras und KI, smarte Kommissionierprozesse und intelligente Lagerhaltung mit KI-gestützen Drohnen leisten.

Ein beispielloser Materialmangel in der Industrie

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Smarter Production“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Mit Digitalisierung flexibler fertigen. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.

Autonome Transportsysteme für die smarte Produktionslogistik

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) und Automated Guided Vehicles (AGV) übernehmen  automatisierte Transporte in der Produktionslogistik. Sie sind aber meist an eine feste Navigation (Leiterbahnen, Kartenmaterial) gebunden und werden zentral gesteuert. Autonome digitale FTS finden ihren Weg selbsttätig und umfahren Hindernisse (und stoppen nicht nur davor).

Die Systeme können verbessert werden, etwa mit Kameras und KI-Systemen. So verringern sie den Suchverkehr und ermitteln neben ihren Transportaufgaben den Status im Lager: Wo stehen Gegenstände herum? Wo sind Hindernisse? Wo muss für Nachschub gesorgt werden? Wo sind Materialien oder Waren falsch einsortiert? Darauf weist auch Christian Maasem, Direktor des Center Connected Industry am RWTH Aachen Campus in unserem Interview hin.

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Die neues Dimension der Transportsysteme
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AGILOX gehört zu den Intelligent Guided Vehicles, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet vollkommen autonom Aufgaben in der Produktionslogistik erfüllen. Das Design ist auf die Ver- und Entsorgung von Produktionsanlagen in engen Umgebungen ausgerichtet. Eine AGILOX-Flotte operiert ohne externes Leitsystem, die Fahrzeuge kommunizieren permanent miteinander. Sie erhalten dynamisch Transportaufgaben zugeteilt und erfüllen sie vollständig autonom. (

Hersteller wie Linde oder Jungheinrich bieten fahrerlose Gabelstapler, die Paletten selbsttätig aufnehmen, an einen Zielort bringen, dort absetzen und dann einen anderen Auftrag erledigen.

Smarte Gabelstapler arbeiten alleine
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Der Ventilatoren- und Motorenprofi ebm-papst hat am Standort Mulfingen seinen manuellen Warenflussprozess komplett automatisiert – unter anderem mit fahrerlosen Gabelstaplern. Sie nehmen Paletten vom Förderband und transportieren sie zum Abnahmepunkt.

Smarte Kommissonierprozesse in der Produktionslogistik

Eine Variante der Automatisierung von Kommissionierprozessen in der Produktionslogistik ist die Mensch-Maschine-Kooperation. So sind Kleinteilelager oft nur mit hohem Aufwand zu automatisieren. Eine Alternative ist ein Transportgerät, das Menschen folgt, sodass sie für das Picking beide Hände frei haben.

Automatische Begleiter im Lager
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6 River Systems (6RS) ist ein Spezialist für die Automatisierung von Logistikprozessen. Sein vollautonomer, kollaborativer und mobiler Roboter Chuck ist ein intelligenter Helfer für das moderne Lager und Fulfillment-Center. Er nutzt maschinelles Lernen und KI, um die Produktivität der Werker zu verdreifachen – zur Hälfte der Kosten einer herkömmlichen Automatisierung.(

Pick-by-Vision vereinfacht das Picking für den Kommissionierer mit einer Datenbrille. Sie blendet Informationen zur Kommissionierung direkt in sein Blickfeld ein.

Schnelle Komissionierung mit Datenbrille
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Die deutsche Niederlassung des japanischen Unternehmens Fujitsu stellt im Werk Augsburg IT-Hardware her, etwa Storage-Systeme. Mit einer Lösung für Pick-by-Vision optimiert das Unternehmen seine Intralogistik. Die Kommissionierer stellen damit die Bauteile für die einzelnen Produktionsaufträge rasch und fehlerfrei zusammen.

Noch einfacher ist das Verfahren Pick-by-Light: Dem Kommissionierer werden die zu pickenden Artikel und Mengen über eine Anzeige direkt am Entnahmefach übermittelt.

Mehr Überblick im Lager mit Pick-By-Light
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Die KBS Industrieelektronik GmbH hat speziell für Pick-by-Light Entnahmefächer entwickelt, die nicht nur den Mitarbeiter über eine Anzeige informieren, sondern auch das Innere des Faches ausleuchten. Dadurch orientieren sich die Kommissionierer schneller und arbeiten effizienter – die Produktionslogistik wird agiler.

Die Inventur mit KI automatisieren 

Digitale Lösungen für die Inventur verzichten auf manuelles Zählen durch Mitarbeiter und Zeitarbeitskräfte. Die Mengen werden in den meisten Fällen schneller und deutlich fehlerfreier erfasst.

Bestandsdaten im Vorbeiflug erfassen
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Eine Kombination von Roboter und Drohne bietet inventAIRy XL von doks.innovation. Der Roboter fährt im Lager umher und startet bei Bedarf eine Miniatur-Drohne auf der Oberseite. Die Bestandsdaten werden vom System durch die in der Flugdrohne verbaute Sensorik erfasst. Hierzu werden alle Bar- und QR-Codes an den eingelagerten Objekten gescannt.

Autonome Roboter und Drohnen helfen der Produktionslogistik auch bei der Inventur. Da sie 24*7 aktiv sind, erlauben sie eine permanente Inventur, die ohne Schätzungen und Stichproben auskommt.

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Wie smart ist Ihre Produktionslogistik? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Wie wollen sie sich in Zukunft weiter entwickeln? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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