Segel setzen für die Kreislaufwirtschaft

von Ingo Steinhaus
5. April 2022

Unternehmen müssen für die Kreislaufwirtschaft jedes Produkt und den Service daraufhin abklopfen, ob es die Nachhaltigkeit in Scope 1, 2 und 3 fördert, sagt Steffen Roos, Managing Partner der Unternehmensberatung DeTeCon International. Erst dann können wir in Richtung Kreislaufwirtschaft Segel setzen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Nachhaltigkeit mit Digitalisierung“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Nachhaltigkeit mit Digitalisierung beschleunigen. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.
Scope 3 ist die größte Herausforderung für die Unternehmen (Quelle)

Wie wirkt Digitalisierung als Verstärker für Nachhaltigkeit?

Digitalisierung besitzt ein sehr großes Potenzial für einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen. Nehmen wir einen Hersteller von komplexen Maschinen, die in der ganzen Welt vertrieben werden. Sie müssen natürlich auch gewartet und repariert werden. Derzeit ist es häufig noch so, dass Servicetechniker dorthin fahren oder fliegen. Das hat natürlich einen enormen CO2-Fußabdruck.

Eine digitale Lösung ist die Fernwartung mit einer AR-Brille. Dabei wird ein lokaler Techniker von einem Experten aus der Firmenzentrale geführt. Er sieht eingeblendete Informationen und setzt damit Inbetriebnahme, Wartung oder Reparatur selbst um. Das bewirkt den Verzicht auf CO2-intensive Interkontinentalflüge und die Effizienz des Herstellers steigt.

Doch in solche Cases müssen die zusätzlichen CO2-Footprints ebenfalls einbezogen werden. Die Herstellung der Datenbrille und die Integration in die eigene IT-Infrastruktur hat jeweils einen Footprint. Digitalisierungsmaßnahmen haben immer einen zusätzlichen negativen Effekt, den die Unternehmen mit einrechnen müssen. Es geht darum, dass die Gesamtbilanz positiv ist.

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Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, hier einzugreifen? Welche Handlungsfelder gibt es?

Digitalisierung betrifft immer die ITC-Infrastruktur und hier ist ein großes Handlungsfeld. Unternehmen müssen sich die Energieströme anschauen und prüfen, wo sie effizienter und nachhaltiger werden können. Beispiele sind grüne Energie oder Green IT, etwa die Umstellung auf Kühlung mit Wasser oder die Veränderung der Laufgeschwindigkeit von Kühlern, die große Effekte bringen.

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Ein weiteres Handlungsfeld ist die Arbeitsumgebung. Die Unternehmen müssen sich Fragen stellen: Wie viel Bürofläche brauchen wir wirklich? Wie viele Niederlassungen benötigen wir? Wo können wir durch digitale Kollaboration CO2 sparen? Und sie müssen die Energieeffizienz in den Gebäuden erfassen und verstärken. Auch hier bringt Digitalisierung große Verbesserungen durch Senken des Energieverbrauchs.

 Der nächste Hebel ist die Mobilität im Unternehmen. Das betrifft eine eigene Fahrzeugflotte und die Mobilität der Mitarbeiter. Die Einführung von E-Mobilität oder das interne Sharing von Dienstreisen und Pendelstrecken – Möglichkeiten gibt es viele. Der vierte Hebel sind die Supplier. Die Unternehmen müssen prüfen, wie nachhaltig ihre Lieferkette ist und Lieferanten bevorzugen, die einen möglichst geringen CO2-Fußabdruck hinterlassen. Wichtig ist es, über alle Scopes von der Lieferkette bis hin zur Nutzung der Produkte durch die Kunden geeignete Maßnahmen aufzusetzen. Gerade der letzte Punkt, der unter Scope 3 gefasst ist, fällt vielen Industrien und Unternehmen extrem schwer.

Wie erreichen Unternehmen Erfolge bei der Nachhaltigkeit?

Das erste ist eine durchdachte Strategie, die Lücken in der Nachhaltigkeit identifiziert und dann schließt. Kaum ein Unternehmen weiß genau, wie hoch der CO2-Fußabdruck in Prozessen und Produkten wirklich ist. Dafür müssen sie kontinuierlich messen, um bei Bedarf nachzusteuern und negative Auswirkungen zu vermeiden.

Dafür gehören alle Prozesse, Produkte und Services in die Analyse. Viele Unternehmen verbessern Produkte inkrementell, nehmen aber das große Ganze nicht in den Blick – etwa die Reparaturfähigkeit von Produkten. Langfristig werden die Nachhaltigkeitsziele nur dann erreicht, wenn sie direkt in der Entwicklung berücksichtigt werden – durch Sustainability by Design.

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