Deutschland ohne Drohnenabwehr @BMVg_Bundeswehr

von Team Redaktion
30. August 2025

Es ist ein Satz, der wirkt, als käme er aus einem anderen Jahrhundert: „Es gibt nicht so furchtbar viel Handhabe dagegen.“ Mit dieser lapidaren Bemerkung erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius die wachsende Zahl russischer Spionagedrohnen über Häfen, Eisenbahnlinien und Bundeswehrstandorten. Es klingt, als habe man sich daran gewöhnt, dass der Luftraum längst kein Schutzraum mehr ist, sondern ein Schaufenster für gegnerische Augen.

Russland hat verstanden, was Deutschland verdrängt: Die Zukunft der Kriegsführung kostet keine Milliarden für Flugzeugträger mehr. Christian Hummert, Forschungsdirektor der Cyberagentur, erinnert an den symbolischen Schritt: Moskau hat seinen letzten Träger außer Dienst gestellt. Für denselben Preis, sagt er, bekommt man heute eine Million Drohnen. Was ist die stärkere Waffe? Die Russen scheinen die Lektion des Ukraine-Krieges gelernt zu haben.

Und Deutschland? Wir feiern uns für die Anschaffung von „Patriot“-Systemen – und schießen Raketen für eine Million Euro auf Drohnen, die zwanzigtausend kosten. Das ist nicht Verteidigung, das ist eine Defizitrechnung. Hummert warnt: Wer glaubt, Resilienz sei genug, verwechselt Standhaftigkeit mit Ohnmacht. Die Formel der Zukunft lautet Vigilanz: Angriffe antizipieren, bevor sie stattfinden.

Doch es geht nicht allein um Technik. Drohnen sind die sichtbare Spitze einer unsichtbaren Waffe: hybride Kriegsführung. Spionage, Desinformation, Sabotage – alles Teil desselben Arsenals. Hummert vergleicht es mit einem täglichen Einbruchsversuch: Wer nur das Schloss verstärkt, verliert. Irgendwann muss man vor die Tür treten und den Einbrecher stoppen.

Die Frage lautet: Wollen wir weiter Katz und Maus spielen, wie Pistorius es beschreibt – oder akzeptieren wir, dass Drohnenschwärme die neue strategische Währung der Kriegsführung sind? Russland setzt sie längst systematisch ein, um Routen und Standorte auszuspionieren. Und Deutschland? Wir schauen zu.

Die Cyberagentur denkt schon weiter: an Schwarmintelligenz, autonome Systeme, Drohnenabwehr jenseits von PlayStation-Controllern. Aber solange diese Ideen nicht in eine nationale Strategie münden, bleibt das Land verletzlich.

Deutschland ohne Drohnenabwehr – das ist kein vorübergehender Zustand. Es ist ein sicherheitspolitisches Versagen.

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