Industrial AI ist zum neuen Versprechen der deutschen Industrie geworden. Während der Bitkom in seinem Whitepaper „Industrial AI – Intelligenz für die Produktion von morgen“ Zukunftsszenarien formuliert, zeigt unsere Zukunftsmacher-Studie, wie diese Zukunft bereits von digitalen Vorreitern im Mittelstand gebaut wird – Tag für Tag, zwischen Maschinen, Daten und Entscheidungen. Ihre KI-Initiativen laufen nicht in Präsentationen, sondern in echten Produktionslinien, in Logistikzentren, in Werkstätten, in Engineering-Teams. Für sie ist KI kein Experiment, sondern ein Werkzeug der Wertschöpfung.
Die Zukunftsmacher-Studie selbst ist eines der umfangreichsten Praxisforschungsprojekte zu KI in der Industrie. Befragt wurden 55 führende Unternehmen – Hidden Champions, Weltmarktführer, Mittelständler und Technologievorreiter aus Maschinenbau, Produktion, Logistik, Automotive und Industrie-IT. Die Interviews wurden mit CEOs, CDOs, CTOs, Produktionsleitern, KI-Leitern und F&E-Verantwortlichen geführt. Das Ergebnis ist ein einzigartiger Einblick in die tatsächliche Umsetzung von KI: konkrete Projekte, echte Performancegewinne, funktionierende Plattformen, kulturelle Veränderungen und organisatorische Erfolgsrezepte. Die Studie zeigt nicht, was möglich wäre – sondern was wirklich funktioniert.

Die Zukunft entsteht dort, wo Maschinen lernen
Während der Bitkom den Blick auf technische Möglichkeiten richtet, starten Zukunftsmacher bei der Wirkung. Jedes Projekt wird an der Wertschöpfung gemessen – nicht an der Technologie.
MIWE zeigt das eindrücklich: Zwei KI-gestützte Supply-Chain-Assistenten, „Loki“ und „Lisa“, treffen täglich bis zu 1.000 operative Entscheidungen und verarbeiten Millionen SAP-Datensätze. Das Ergebnis: 10–20 % Performancegewinn im Materialmanagement und messbare Produktivitätssteigerungen in der Produktion.
Bei Fraisa, einem mittelständischen Werkzeughersteller, erkennt eine KI den Verschleiß von Werkzeugen, steuert Schleifparameter automatisch und entlastet Mitarbeitende durch automatisierte Bestellverarbeitung. Die Use Cases sind klein, konkret und hochwirksam – und genau deshalb erfolgreich.
Zukunftsmacher beginnen nicht mit Visionen, sondern mit lösbaren Problemen.
Wert schlägt Wumms
Viele Whitepaper sammeln Use Cases wie Briefmarken. Zukunftsmacher tun etwas anderes: Sie bauen Plattformen.
Ein Paradebeispiel liefert Reifenhäuser. Das Unternehmen denkt Maschinen als „AI-defined Products“, die sich anhand realer Nutzungsdaten selbst optimieren. Dafür wurde ein Industrial Lakehouse geschaffen, das Sensor-, Produktions- und Prozessdaten verbindet und so die Grundlage intelligenter Maschinen bildet.
KUKA geht noch weiter. Das Unternehmen baut ein Industrial Data Lakehouse, integriert KI in Robotersimulation, Angebotsbewertung und Wissensmanagement und steigert so Produktivität in der Softwareentwicklung um 20 % sowie in globalen Operations um bis zu 25 %. Die Vision ist klar: autonome Fabriken, die auf digitalen Zwillingen und agentischen Systemen basieren.
Industrial AI wird hier nicht als Feature gedacht, sondern als Betriebssystem der Wertschöpfung.
Industrial AI wird zur Betriebskultur
Zukunftsmacher wissen: KI skaliert nicht über Software, sondern über Menschen.
Windmöller & Hölscher hat dafür „Winni“ entwickelt – einen Knowledge Assistant, der in Teams integriert ist und im Alltag genutzt wird. „Frag Winni“ ist dort keine Kampagne, sondern ein Ritual.
Internorm zeigt, wie breit Kompetenz aufgebaut werden kann: 130 BI-Apps, ein siebenköpfiges KI-Team, eine interne KI-Akademie, Prompting-Schulungen für alle und Effizienzgewinne von 30 % im Marketing durch automatisierte Content-Erstellung.
Diese Beispiele verdeutlichen: KI wird dort wirksam, wo sie zum Lerninstrument der Organisation wird.
Der Zauber liegt in der Verbindung
Der Bitkom beschreibt Engineering, Produktion und Logistik oft getrennt. Zukunftsmacher verbinden sie.
EDAG integriert KI in Konstruktion, Simulation und Test – und erzielt damit 20–30 % Effizienzgewinne in ersten Projekten.
FIEGE, einer der führenden Logistikdienstleister, kombiniert autonome Lagersysteme, selbstgreifende Roboterarme, Verpackungsautomaten und KI-basierte Lieferkettenmodelle. Das Unternehmen entwickelt sich so vom Logistiker zum Plattformanbieter datenbasierter Supply-Chain-Ökosysteme.
Zukunftsmacher denken Wertschöpfung nicht als Kette, sondern als System.
Regeln machen schnell
Während Governance bei vielen als Verhinderer gilt, dient sie den Zukunftsmachern als Beschleuniger.
Scheidt & Bachmann führt ein KI-Board ein, das Use Cases bewertet, Datenqualität sichert und die Skalierung ermöglicht. Das Unternehmen verlagert KI von ersten Piloten in den operativen Standard – und plant bis 2028 einen Wertbeitrag von 10–20 % durch KI und Cloud-Lösungen.
Hier zeigt sich, was der Bitkom oft nur andeutet: Ohne Ordnung keine Skalierung. Ohne Governance keine Wirkung.
Evolution statt Revolution
Zukunftsmacher vermeiden den Big Bang. Sie gehen in Stufen vor.
Miele investiert in seine Stärken und erweitert Premiumqualität um digitale Services und smarte Nutzererlebnisse.
Damit positioniert sich Miele nicht nur als Hersteller, sondern als Wegbereiter für die vernetzte, nachhaltige
und komfortable Küche von morgen. Ein Beispiel ist „Smart Food ID“: Eine integrierte Kamera erkennt das Gargut, schlägt passende Programme vor, überwacht den Bräunungsgrad und steuert den Garprozess eigenständig. So wird KI direkt im Produkt erlebbar und stützt Mieles Positionierung als Premium-Marke mit datengetriebenen Services.
Testo folgt einem ähnlichen Weg: zuerst digitale Features, dann KI-basierte Qualitätsprognosen, dann neue Services in Food und Pharma. Der Übergang ist evolutionär, aber entschlossen – und macht das Unternehmen widerstandsfähiger und innovativer zugleich.
Industrial AI wird so vom Experiment zur Realität.
Fazit: Die Zukunftsmacher schaffen, wovon der Bitkom spricht
Der Bitkom liefert die Vision. Die Zukunftsmacher liefern die Umsetzung. Sie zeigen, wie Industrial AI heute wirkt: wertorientiert, plattformbasiert, menschenzentriert und über den gesamten Wertstrom hinweg.
Sie sind der Beweis, dass deutsche Industrieunternehmen KI nicht nur verstehen – sondern beherrschen. Sie bauen das, was der Bitkom oft beschreibt: die intelligente, adaptive, autonome Industrie. Nur tun sie es früher. Und pragmatischer.
Werde selbst Zukunftsmacher – und baue die Industrie von morgen mit uns.
Mehr auf: www.zukunftsmacher.ai
