Smarter Service https://www.smarter-service.com Inspiration, Ideen & Impulse für die Gestaltung vernetzter Services Mon, 16 May 2022 16:17:49 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.9 https://www.smarter-service.com/wp-content/uploads/2017/06/SmarterService_Icon_RGB-150x150.jpg Smarter Service https://www.smarter-service.com 32 32 Digitale Vorreiter beschleunigen messbar https://www.smarter-service.com/2022/05/17/digitale-beschleunigung-wird-messbar/ https://www.smarter-service.com/2022/05/17/digitale-beschleunigung-wird-messbar/#respond Tue, 17 May 2022 05:45:00 +0000 https://www.smarter-service.com/?p=32595 Die digitalen Vorreiter ziehen das Tempo an - auch im deutschen Mittelstand. Das zeigt unsere Studie "Die Resilienzmeister. Erfolgsformel der digitalen Vorreiter im Mittelstand.

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Gute Nachrichten: „Die digitalen Vorreiter ziehen das Tempo nochmals an“, titelt Netzökonom Holger Schmidt in seinem Blog. Digitalinvestitionen sollen in diesem Jahr von 4,5 auf durchschnittlich 5,8 Prozent des Umsatzes steigen, zeigt laut Schmidt eine aktuelle EY-Studie. Befragt wurden dafür weltweit 1.500 C-Level und  Digitalverantwortliche.

Ein interessantes Stimmungsbild, das aber wenig über den deutschen Mittelstand aussagt. Den haben wir in einer eigenen Studie untersucht. Die frohe Botschaft: Auch  die digitalen Vorreiter unter den mittelständischen und Familienunternehmen geben ordentlich Gas und haben Erfolg.

Digitale Vorreiter wachsen stärker als die Konkurrenz (Quelle)

Über unsere Studie „Die Resilienzmeister. Erfolgsformel der digitalen Vorreiter im Mittelstand“

Für den wissenschaftlichen Nachweis der Digitalen Dividende befragen wir alle zwei Jahre Führungskräfte im deutschen Mittelstand und nehmen dabei jeweils einen neuen Aspekt in den Fokus. In der aktuellen Studie behandeln wir die Frage, mit welchen Erfolgsmustern die digitalen Vorreiter Krisen meistern, etwa die Corona-Pandemie und die neue Wirtschaftsrealität. 

Diese Handlungsfelder berücksichtigt die Studie.

Wir suchen nach den Resilienz-Meistern und ermitteln ihre Erfolgsfaktoren. In Interviews mit 54 Unternehmen ist deutlich geworden, dass im Moment der Bereich Customer Experience die größte Innovationsdynamik hat. Vor allem die B2B-Unternehmen digitalisieren Vertrieb und Marketing sehr stark, um ihre Topline zu stärken.

Später lesen? „Die Resilienzmeister im deutschen Mittelstand“ als kostenloses E-Book herunterladen.

Der digitale Reifegrad der Mittelständler​

Für die Untersuchung der digitalen Vorreiter im Mittelstand ermitteln wir den Reifegrad der befragten Unternehmen. Wir haben uns dafür mit der Frage beschäftigt,  welche Digitalisierungsprogramme die Resilienz steigern. Außerdem interessierte uns der Bewusstseinswandel in der Chefetage und inwieweit die Unternehmen eine Innovationskultur besitzen.

1. New Frontiers
2. Define the Core
3. Build the Foundation

Grafiken zum Vergrößern anklicken

  1. New Frontiers: Wir gehen von der Überlegung aus, dass die Digitalisierung in der Chefetage beginnt. Dafür wollten wir von den Geschäftsführern und Digitalverantwortlichen wissen, auf welche Weise sie ihr Unternehmen für die digitale Transformation zukunftssicher machen.
  2. Define the Core: Ein wichtiger Aspekt der Digitalisierung ist für uns die Frage, auf welche Weise die Unternehmen den Kern der Transformation definieren. Wir wollten also von den Mittelständlern wissen, welche Wertschöpfungstreiber und welche strategischen Assets sie transformieren.
  3. Build the Foundation: Lernfähigkeit gehört zum Fundament jedes Unternehmens. So wollten wir von den Mittelständlern wissen, auf welche Weise sie neue digitale Fähigkeiten erwerben und welche Innovationskultur sie besitzen. 

Neue Horizonte entdecken

„Differenzierung über digitalen Service schafft Wettbewerbsvorteile.“

Prof. Dr. Andreas Blum, Wirtschaftsprüfer, DHPG

Wir konstatieren eine beschleunigte Strategieumsetzung bei den digitalen Vorreitern. Bei einigen hat die Krise zum Strategie-Reset geführt. Allen ist gemeinsam: Ein klarer Fokus auf Wachstum. (Score 81)

Beeindruckend ist der Wandel in der Führung. Bei den meisten Befragten befindet sich das Führungssystem im Wandel. Lean-Management-Ansätze (Scrum, Agile, OKR etc.) dominieren. (Score 67)

Den größten Fortschritt gibt es im Bereich Steuerung zu vermelden. Unternehmen haben „Datenbewusstsein” erlangt. Entscheidungen werden auf Basis EINER Datenbasis getroffen. (Score 63)

Am Wertschöpfungskern innovieren

„Wir wollen ein Resonanzkörper sein. Eine neugierige und dialogische Unternehmenskultur hilft dabei.“

Mario Bertsch, Bereichsleiter E-Commerce, dm-drogerie markt

Im Bereich Customer Experience herrscht die größte Innovationsdynamik. Digitale Kundenkontaktpunkte leisten einen wesentlichen Beitrag zur Kundengewinnung und -bindung. (Score 82)

Digitale Produkte & Services erschließen neue Wertschöpfungsquellen. Sie liefern Wettbewerbsvorteile und neue digitale Umsätze. (Score 54)

Digitale Geschäftsprozesse vereinfachen, beschleunigen und verbessern die Unternehmensabläufe. Die Effizienzsteigerungen sind jedoch nicht immer sofort messbar. (Score 56)

Das digitale Fundament etablieren

„Vernetztes Denken und teamübergreifendes Handeln führen zum Erfolg!“

Dr. Hans-Dieter Groffmann, CIO, Falke

Der Wandel zu einer dialogorientierten Kultur ist spürbar: Hierarchiefreie Kommunikation, Fehlerkultur und Entscheidungsautonomie in den Teams sind Treiber der Veränderung. (Score 63)

Die Devise der Digitalen Vorreiter ist: Wir nehmen alle Mitarbeiter auf die digitale Lernreise mit! Der digitale Arbeitsplatz ist Standard und digitale Talente werden gefördert. (Score 68)

Im Bereich der Technologie sind digitale Plattformen zur kritischen Infrastruktur geworden. Sie spielen eine wesentliche Rolle für die Betriebsfähigkeit. Mit dem Erfolg rückt die Cybersecurity in den Fokus. (Score 69)

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie haben wir in einer Infografik aufbereitet, die Sie hier herunterladen können.

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Neue Studie: Die Resilienzmeister im deutschen Mittelstand https://www.smarter-service.com/2022/05/10/neue-studie-die-resilienzmeister-im-deutschen-mittelstand/ https://www.smarter-service.com/2022/05/10/neue-studie-die-resilienzmeister-im-deutschen-mittelstand/#respond Tue, 10 May 2022 05:45:00 +0000 https://www.smarter-service.com/?p=32410 Die Folgen der aktuellen geopolitischen „Zeitenwende“ sind nicht absehbar. Eins ist aber heute schon klar: Resilienz durch Digitalisierung ist überlebenswichtig.

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Als wir Ende letzten Jahres die Tiefeninterviews für unsere dritte Studie „Digitale Vorreiter im Mittelstand“ durchgeführt haben, befand sich die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs. Trotz Lieferengpässen, Chip-Mangel und steigenden Erzeugerpreisen gab es viel Zuversicht, die Auswirkungen der Pandemie bald hinter sich zu lassen. Dann kam der Ukraine-Konflikt. Die Folgen dieser geopolitischen „Zeitenwende“ sind noch nicht absehbar. Eins ist aber heute schon gewiss: Resilienz durch Digitalisierung ist überlebenswichtig.

Inhalt

Untersuchungsdesign und Befragungsteilnehmer

Die ersten beiden Studien „Digitale Dividende im Mittelstand“ (2018) und „Digitale Vorreiter im Mittelstand“ (2020) thematisierten vor allem den Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Geschäftserfolg und zeigen erfolgreiche Innovationsstrategien.

Jetzt haben wir den dritten Teil der Studienreihe mit dem Titel „Die Resilienzmeister“ veröffentlicht. Es geht darum, wie Unternehmen durch Digitalisierung widerstandsfähiger werden. Der Ukraine-Krieg hat nun die Relevanz von unternehmerischer Widerstandskraft noch mal drastisch verschärft.

Wir behandeln deshalb die Frage, mit welchen Erfolgsmustern die digitalen Vorreiter Krisen meistern, etwa die Corona-Pandemie und die neue Wirtschaftsrealität. Wir suchen nach den Resilienz-Meistern und ermitteln ihre Erfolgsfaktoren.

Aufbau der Studie "Die Resilienzmeister"

Was ist Resilienz bei Unternehmen?

In der Wirtschaft bedeutet Resilienz die Fähigkeit, Schocks besser als der Wettbewerb zu verarbeiten. Resiliente Unternehmen sind anpassungsfähiger. Sie sind in der Lage, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Gewinn zu erwirtschaften und danach in der Erholungsphase weiter zu wachsen. Es gilt die einfache Logik: Wer die Krise gut übersteht, wächst anschließend stärker.

"Kontinuierliche Anpassungsfähigkeit ist deshalb die Kernkompetenz, die in Unternehmen vom Management und von Mitarbeitern gefordert wird. Denn Anpassungsfähigkeit ist die Grundvoraussetzung, um die Resilienz des Unternehmens langfristig zu stärken.“

Prof. Dr. Jens Böcker, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, im Vorwort der Studie

Top-Entscheider und Digitalisierungsverantwortliche im Interview

Für die dritte Befragung „Digitale Vorreiter im Mittelstand” war es uns besonders wichtig, einen breiten Mix an Branchen, Unternehmensgrößen und Entscheidungsträgern abzubilden, um unter-schiedliche Blickwinkel auf unsere Fragstellungen zu erhalten:

Die Fallbeispiele aus der Studie
8 von 10 Befragungsteilnehmern gehören zu den Weltmarktführern sowie den Top 1.000 der deutschen Familienunternehmen. Dabei sind die bekannten Standorte der Hidden Champions stark vertreten: 85 Prozent der untersuchten Unternehmen kommen aus NRW, Bayern und Baden-Württemberg.

Später lesen? „Die Resilienzmeister im deutschen Mittelstand“ als kostenloses E-Book herunterladen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Die Studie bietet ein spannendes Gesamtbild darüber, welche Rolle Resilienz aus Managementsicht spielt und welche Erfolgsfaktoren dazugehören. Aus den Gesprächen mit 54 Digitalisierungsverantwortlichen und mehr als 20 Fallstudien konnten wir fünf Kernergebnisse ableiten.

Digitale Vorreiter im Mittelstand sind resilienter

Sie meistern die aktuelle Krisendynamik besser als die deutsche Wirtschaft insgesamt. Trotz Pandemie, Liefer- und Materialengpässen befinden sich 70% im wirtschaftlichen Aufschwung. Starkes Marktwachstum, solide Geschäftsmodelle und hohe Anpassungsfähigkeit liefern Rückenwind. Digitalisierung ist die notwendige Bedingung und bildet das Wachstumsfundament.

Nachhaltiger Bewusstseins-Wandel in der Chefetage

Neue agile Führungsprinzipien und verstärktes Datenbewusstsein bewirken Lernfähigkeit und sind Zeichen des Bewusstseinswandels der Geschäftsführungen. Digitale Customer Experience, Smart Products und digitale Geschäftsprozesse steigern Unternehmenswachstum, Wertbeitrag und Effizienz – ein Digitalisierungsschub bei allen Wertschöpfungstreibern. Innovationskultur, digitale Talente und skalierbare Plattformen sichern das digitale Fundament.

Digitale Vorreiter wachsen stärker als die Konkurrenz

Digitalisierung sichert Unternehmenswachstum

Digitalinvestitionen verbleiben auf hohem Niveau. Mit Erfolg: Denn sie verschaffen einen Vorsprung im Neukundengeschäft. Fast jedes 2. Unternehmen erzielt Wachstum durch digitale Geschäftsmodelle und jeder dritte Euro wird digital verdient. Ein gewünschter Nebeneffekt: Mit wachsenden Digitalinvestitionen steigt die Prozesseffizienz. Und die Aussichten sind positiv: Über 50% Wachstum bei digitalem Vertrieb werden bis 2025 erwartet.

Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt

80 Prozent beschleunigen die Digitalisierung. Dabei sind drei Transformationspfade erkennbar: „Digital Fortgeschrittene” konzentrieren sich auf Operational Excellence. So werden sie schneller, besser und effizienter. „Digitale Experten” konzentrieren sich auf Customer Experience und beschleunigen ihr Wachstum im Kundengeschäft. „Digitale Meister” transformieren das ganze Unternehmen. Das digitale Geschäft steht bei ihnen im Zentrum der Wertschöpfung.

Erfolge und Hindernisse in der Digitalisierung

Digitale Vorreiter empfehlen Strategie-Reset

Der Kulturwandel ist die Achillesferse und der größte Stolperstein der digitalen Transformation. Digitale Kollaboration ist das erfolgreichste Digital Invest. Der Top-Erfolgsfaktor sind Agile Methoden, der Top-Engpassfaktor Digitale Talente. Mit einem Strategie-Reset lässt sich der richtige Resilienz-Mix finden: Unternehmen müssen absichern, was bereits da ist, fördern, was wächst und schließlich nach neuen Märkten Ausschau halten.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie haben wir in einer Infografik aufbereitet, die Sie hier herunterladen können.

Fünf Erfolgsfaktoren für Resilienz

In den Transformationspfaden der Unternehmen sind Strategiemuster zu erkennen, aus denen sich fünf zentrale Resilienzfaktoren ableiten lassen: Handlungsschnelligkeit, Resonanzfähigkeit, Smartness und Entschlossenheit sowie der übergreifende Faktor Anpassungsfähigkeit.

Die Erfolgsformel der digitalen Vorreiter

Anpassungsfähigkeit

Der erste Faktor ist die Anpassungsfähigkeit. 87 Prozent der digitalen Vorreiter setzen auf agile Methoden. Agile Transformation schafft aus Sicht der Befragungsteilnehmer das Wachstumsfundament.

Beispiel Fressnapf:
Vom Versorger zum Umsorger werden

Die Handelskette hat sich von der klassischen Hierarchie gelöst und eine Produkt- und Plattformorganisation aufgebaut. Dazu gehören auch agile Methoden und vollständig digitale Arbeitsplätze für alle 16.000 Angestellten – inklusive Mobile Work.

Handlungsschnelligkeit

Handlungsschnelligkeit ist der zweite Resilienzfaktor, den wir identifiziert haben. Prozessdigitalisierung erhöht die Geschwindigkeit und damit die Profitabilität. So hat ein Handelsunternehmen in nur 14 Tagen eine digitalen Vertriebslösung (Click & Collect) eingeführt, um trotz Lockdown die Kunden weiter bedienen zu können.

Beispiel WKW:
Digitaler Zwilling als Produktivitäts-Booster

Die Entwicklung eines digitalen Zwillings muss kein Aufwand sein. Der Autozulieferer WKW hat ihn in neun Monaten geschaffen. Er verringert mit Data Analytics die Stillstandzeiten und senkt die CO2-Emissionen.

Resonanzfähigkeit

Ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor in der Krise ist die Resonanzfähigkeit. Digitale Customer Experience sichert das Bestandsgeschäft. E-Commerce machte das Einkaufen sicherer. Digitale Messen haben geholfen, den Neukunden-Kontakt aufrecht zu erhalten. Die Befragungsteilnehmer sehen ein hohes Wachstumspotential bei digitalem Vertrieb, mehr als 50 Prozent bis 2025.

Beispiel dm:
Resonanzkörper sein. Dialogische Unternehmenskultur hilft

Das zur Unternehmenskultur gehörige Interesse an Menschen brachte die Frage auf: Was können wir tun, damit sich die Menschen sicherer fühlen? Deshalb hat das Unternehmen in sehr kurzer Zeit etwa 500 Schnelltest-Center eingerichtet.

Smartness

Resilienzfaktor Nummer 4 ist Smartness. Damit sind vor allem digitale Geschäftsmodelle gemeint, die neue Wertschöpfung bringen. Besonders erfolgreich sind Unternehmen, die digitale Geschäftsmodelle nah am Kerngeschäft entwickeln. Insgesamt wird ein zweistelliger Anstieg bei smarten Produkten & Services bis 2025 erwartet.

Beispiel BPW:
Smarte Transformation im Lager

Das digitale Ersatzteilgeschäft ist ein neues Geschäftsmodell, das auf einem Lager-Container basiert, der bei den Kunden aufgebaut wird. Die Mitarbeiter entnehmen die benötigten Teile; sie werden automatisch erfasst, abgerechnet und nachbestellt.

Entschlossenheit

Das fünfte Element ist Entschlossenheit. Das ist der unternehmerische Mut, alte Zöpfe abzuschneiden und mit Konsequenz neue Wege einzuschlagen. Trotz Krise hat kaum ein resilientes Unternehmen seine Investitionen in die Digitalisierung reduziert. Jedes dritte Unternehmen investiert über 50% in die Digitalisierung. Digitale Diversifikation führt zu nachhaltigem Wachstum. Jeder dritte Euro wird digital verdient.

Beispiel Phoenix Contact:
Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Das Unternehmen hat sich bereits vor Jahren ohne Blick auf die Wettbewerber umorientiert und ist auf die Suche nach neuen Geschäftsfeldern gegangen. Eine Konsequenz: Es ist in die Elektromobilität eingestiegen und inzwischen Weltmarktführer für Ladetechnik.

Später lesen? „Die Resilienzmeister im deutschen Mittelstand“ als kostenloses E-Book herunterladen.

Der richtige Resilienz-Mix

Für mehr Resilienz müssen die Unternehmen Handlungsfelder priorisieren und sich auf die richtigen Maßnahmen fokussieren. Dabei hilft das Drei-Horizonte-Modell. Aus ihm lässt sich folgendes ableiten: Die Unternehmen müssen zuerst absichern, was bereits da ist. Dann müssen sie fördern, was wächst und schließlich nach neuen Märkten Ausschau halten.

Der richtige Resilienz-Mix bringt wirtschaftlichen Erfolg

Die einfachste Regel für das Setzen von Prioritäten ist die 60:30:10-Regel, die Investitionen, Ressourcen und Personal auf unterschiedliche Maßnahmenbündel aufteilt:

  • 60% – Mit Digital-Marketing & Vertriebspraktiken das Bestandsgeschäft absichern.
  • 30% – Mit Investitionen in digitale Geschäftsmodelle nah am Kerngeschäft Wachstum fördern.
  • 10% – Neue Märkte mit digitaler Diversifikation erschließen.

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Die nachhaltige DNA digitaler Organisationen https://www.smarter-service.com/2022/05/05/die-nachhaltige-dna-digitaler-organisationen/ https://www.smarter-service.com/2022/05/05/die-nachhaltige-dna-digitaler-organisationen/#respond Thu, 05 May 2022 06:00:00 +0000 https://www.smarter-service.com/?p=32292 Nachhaltigkeit gehört zu den Prinzipien einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und muss tief in der Organisation verankert werden.

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Nachhaltigkeit gehört zu den Prinzipien einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und muss tief in der Organisation verankert werden. Dies erfordert Agilität, wie sie beispielsweise von den Vorreitern der digitalen Transformation ver­wirklicht wird. Sie passen sich schneller neuen Entwicklungen an und reagieren auf Herausforde­rungen mit Innovation. Sie sind insgesamt wand­lungsfähiger und damit ein Muster für die nachhal­tige Transformation von Unternehmen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Nachhaltigkeit mit Digitalisierung“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Nachhaltigkeit mit Digitalisierung beschleunigen. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.

Nachhaltige Unternehmen sind 
wirtschaftlich erfolgreicher

Ein bekanntes Modell für Nachhaltigkeit ist das Selbstverständnis der Familienunternehmen: Sie sind langfristig und finanziell nachhaltig angelegt, wollen (auch) einen sozialen Nutzen für die Gesellschaft erbringen, schaffen Jobs und setzen sich für ihre Mitarbeiter ein.

Dieses Verständnis reicht nicht mehr aus. Es muss neben sozialer Verantwortung auch die Themen Dekarbonisierung und Umweltschutz umfassen. Der Anspruch: Unternehmen sollen einerseits finanziellen Wert schaffen und andererseits gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen stiften.

Das ist kein Widerspruch: Ein Unternehmen ist desto erfolgreicher, je nachhaltiger es wirtschaftet. Accenture hat in einer Studie nachgewiesen, dass die 25 Prozent der erfolgreichsten Unternehmen zugleich besonders nachhaltig sind.

Das obere Viertel der Unternehmen im Accenture-Nachhaltigkeitsindex
ist erfolgreicher als das untere Viertel (Quelle)

Nachhaltiges Wirtschaften steht also nicht im Widerspruch zu finanziellem Erfolg. Doch was genau verstehen wir darunter? Was ist eine nachhaltige Organisation? Welche Merkmale einer Organisation bestimmen ihre Nachhaltigkeits-DNA?

Später lesen? Das Trendbook Nachhaltigkeit mit Digitalisierung als kostenloses E-Book herunterladen.

Sinnorientierte Unternehmen handeln nachhaltiger

Wesentliches Element nachhaltiger Organisationen ist die Verknüpfung von Sinnorientierung (Purpose) mit langfristigem Denken und gesamtgesellschaftlichem Wert – insbesondere hinsichtlich Klimawandel, Ressourcenschonung und Erhaltung der natürlichen Umwelt. Ein sinnorientiert agierendes und nachhaltiges Unternehmen besitzt drei wichtige Eigenschaften:

Erstens berücksichtigt das nachhaltige Unternehmen menschliche Beziehungen, indem es die Werte und Bedürfnisse verschiedener Stakeholder wahrnimmt. Vielen Führungskräften fehlt es dafür an aktiven, dialogischen Kommunikationskanälen – vom persönlichen Gespräch mit Stakeholdern bis hin zu Aktivitäten in sozialen Medien.

Viele Unternehmen haben mangels Kommunikation den Trend zu reduzierten und kompostierbaren Verpackungen verpasst. Auch der Trend zu unverpackten Waren im Lebensmittelhandel ist zunächst von einem Startup erkannt worden.

Die Mission: Potenziale entfalten

Der Bildungsverlag Cornelsen setzt bei Purpose und Mission seines Unternehmens ganz auf den dialogischen Beziehungsaspekt von Bildung – im Unterschied beispielsweise zu reiner Wissensvermittlung. Sein Selbstverständnis findet sich in der Formel: „Potenziale entfalten”.

Zweitens bewirkt Nachhaltigkeit in Unternehmen eine verbesserte kollektive Intelligenz durch Entscheidungsprozesse, die auf die verschiedenen Interessengruppen ausgerichtet sind. Das mangelnde Verständnis für Stakeholder führte häufig auch zu einem Versagen des Führungskollektivs, teilweise sichtbar an den Reaktionen auf die Coronakrise. 

Hier wurden häufig kurzfristige Sparmöglichkeiten höher bewertet und beispielsweise Bestellungen bei Zulieferern gestrichen. Dies führte wenige Monate später zu wirtschaftlichen Problemen, weil sich Zulieferer umorientiert hatten.

Mehr Sicherheit für die Kunden

Die Drogeriekette DM hat auf Vorschlag von Mitarbeitern kurzfristig in Tübingen ein eigenes Corona-Schnelltestzentrum eröffnet und danach an weiteren Standorten. DM-Kunden können sich online oder per Kunden-App für einen Termin registrieren.

Drittens kennzeichnet Nachhaltigkeit die Verantwortlichkeit und Zurechenbarkeit von Entscheidungen auf allen Ebenen. Heute ist es noch weithin üblich, dass lediglich die Führungsebene Verantwortung trägt und die Ebenen darunter nur ausführen.

Nachhaltigkeit erfordert jedoch häufig rasche Entscheidungen in den operativen Bereichen des Unternehmens. Die Trendsetter bei dieser Entwicklung verlagern sowohl die Entscheidungskompetenz als auch die Verantwortlichkeit und Zurechenbarkeit in alle operativen Bereiche.

Je zentraler die Nachhaltigkeits-DNA in einem Unternehmen verankert ist, desto eher entsteht finanzieller Wert und umso dauerhafter ist der positive Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt.

Digitale Vorreiter verwirklichen verantwortungsvolle Unternehmensführung

Das Weltwirtschaftsforum hat auf der Basis einer qualitativen Umfrage unter 20.000 Stakeholdern der Wirtschaft (Verbraucher, Mitarbeiter, Führungskräfte, Investoren, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft) ein Fünf-Elemente-Modell für verantwortungsvolle Führung entwickelt.

Die digitalen Vorreiter verwirklichen bereits viele Aspekte der verantwortungsvollen Unternehmensführung: Sie achten verstärkt auf Stakeholder, sind empathisch gegenüber Kunden und Mitarbeitern und innovativ bei der Weiterentwicklung ihres Geschäftsbetriebs. Führungsteams benötigen diese und die weiteren Aspekte des Fünf-Elemente-Modells, um die anstehenden Aufgaben bei Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu erfüllen:

Die fünf Elemente verantwortungsvoller Unternehmensführung (Quelle)

Einbindung von Stakeholdern: Führungskräfte schaffen Vertrauen und positive Wirkungen, indem sie bei Entscheidungen alle Stakeholder berücksichtigen und ein integratives Umfeld fördern, in dem unterschiedliche Menschen eine Stimme haben und sich zugehörig fühlen. So nutzt die Viessmann Group nutzt ihre Mitarbeiter-App Vi2Go, um alle Mitarbeiter anzusprechen, auch diejenigen, die nicht an einem Schreibtisch sitzen.

Emotion & Intuition: Führungskräfte setzen Engagement und Kreativität frei, indem sie Mitgefühl und Offenheit zur Basis ihrer Entscheidungen machen. Der Haufe-Verlag hat in der ersten Phase der Pandemie sofort alle Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt.

Mission & Zweck: Führungskräfte treiben gemeinsame Ziele voran, indem sie eine gemeinsame Vision von Nachhaltigkeit für die Organisation und ihre Stakeholder schaffen. Der Bildungsverlag Cornelsen bietet auf Basis seiner Mission „Potenziale entfalten“ ein Tool zur Diagnose von Lernrückständen, das bei der Gestaltung einer persönlichen Lernreise hilft.

Technologie & Innovation: Das Unternehmen schafft organisatorische und gesellschaftliche Werte durch verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien. Das Bauberatungsunternehmen Drees & Sommer hat ein eigenes Innovation Center gegründet, aus dem bereits einige Start-ups ausgegründet wurden.

Intellekt & Einsicht: Alle Mitarbeiter verpflichten sich zur Suche nach besseren Wegen zum Erfolg durch kontinuierliches Lernen und Wissensaustausch. Der Ferngasnetz-Betreiber Open Grid Europe bezieht Mitarbeiter aktiv in den Transformationsprozess ein. Eine eigene Lern-App bietet die spielerische Interaktion mit den Kursinhalten und zwischen den Teilnehmern.

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Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Haben Sie ein sinnorientiertes Unternehmensziel? Welche Elemente verantwortungsvoller Unternehmensführung verwirklichen Sie mit welchen Maßnahmen? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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Wer die Emissionen nicht senkt, riskiert Strafen https://www.smarter-service.com/2022/05/03/wer-die-emissionen-nicht-senkt-riskiert-strafen/ https://www.smarter-service.com/2022/05/03/wer-die-emissionen-nicht-senkt-riskiert-strafen/#respond Tue, 03 May 2022 05:45:00 +0000 https://www.smarter-service.com/?p=32229 Erst die kleinen Dinge umsetzen, um ins Handeln zu kommen, rät Ralf Schikiera von der Deutschen Telekom IoT GmbH mittelständischen Unternehmen.

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Erst die kleinen Dinge umsetzen, um ins Handeln zu kommen, rät Ralf Schikiera, Head of IoT Sales bei der Deutschen Telekom IoT GmbH für mittelständische Unternehmen. Mit diesem pragmatischen Ansatz beschreiten Unternehmen den Weg zu nachhaltigen Geschäftsmodellen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Nachhaltigkeit mit Digitalisierung“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Nachhaltigkeit mit Digitalisierung beschleunigen. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.
Die geplante Emissionssenkung bis 2030 (Quelle)

Wie trägt das Internet of Things dazu bei, die Nachhaltigkeit von Unternehmen zu stärken und die CO2-Emission in Richtung Null zu treiben?

Das IoT ist ein weltweiter Wachstumsmarkt mit gut 15 Prozent Wachstum pro Jahr. Auch in Deutschland steigt die Nachfrage stark. Die wichtigsten Use Cases sind Condition Monitoring, Tracking, Produktionssteuerung und Smart Metering.

Viele dieser Lösungen sind nachhaltig, weil sie beispielsweise in der Logistik Leerfahrten vermeiden oder die Disposition und die Routen optimieren. Im produzierenden Gewerbe geht es eher darum, beispielsweise die Lebensdauer von Maschinen und Geräten zu verlängern, indem Anomalie-Erkennung Geräteausfälle vermeidet.

Die Senkung der Emissionen ist für Unternehmen entscheidend, auch angesichts von Strafzahlungen, wenn sich der CO2-Ausstoß nicht verringert. Das gilt auch für andere Einsatzszenarien, beispielsweise bei der Frühwarnung vor Hochwasser und anderen Naturereignissen.

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Wie weit ist der deutsche Mittelstand bei der Umstellung auf Nachhaltigkeit?

In der Praxis stellen wir fest, dass der Mittelstand mit Nachhaltigkeit noch Schwierigkeiten hat. Das Thema ist für viele Unternehmen nicht fassbar. Wir stellen fest, dass erst Bewegung hineinkommt, wenn es eine staatliche Regulierung gibt. Andere Unternehmen werden auf bestimmte Themen aufmerksam, wenn es neue Konkurrenz durch Startups oder ausländische Unternehmen gibt.

Ein Beispiel dafür ist ein Sensorhersteller. Seine chinesischen Konkurrenten produzieren hochwertige Sensoren für weniger als die Hälfte der Kosten. Das bisherige, rein auf Hardware basierende Geschäftsmodell, ist also nicht mehr tragfähig. Als Alternative haben wir mit ihm zusammen ein neues digitales , nachhaltiges Geschäftsmodell entwickelt.

Konkret geht es um große Transportbehälter aus Stahl für die Lebensmittelindustrie. Sie haben hohe Herstellungskosten, aber viele Unternehmen wissen gar nicht, wo sich ihre Behälter befinden. Dadurch geraten sie aus dem Blick und gehen häufig sogar verloren.
Dafür hat der Hersteller Sensorboxen entwickelt, die Temperatur, Feuchtigkeit, Erschütterungen und die aktuelle GPS-Position ermitteln und in eine Cloud-Plattform senden. Diese Lösung stärkt die Nachhaltigkeit, da die Stahlbehälter länger und besser genutzt werden. Zudem sind die transportierten Lebensmittel besser vor Verderb geschützt.

Was raten Sie einem Unternehmen, das seine eigenen Geschäftsmodelle im Bereich Green IoT aufbauen möchte?

Den wichtigsten Ratschlag kann ich in zwei Worten ausdrücken: Klein anfangen. Größere Projekte erfordern eine längere Vorbereitungszeit und sind in der Entwicklung aufwändiger. Die Unternehmen sollten also nicht lange nachdenken, sondern mit kleinen Lösungen anfangen.

Dafür eignet sich beispielsweise das Facility-Management, die Produktion, aber auch hybrides und mobiles Arbeiten. Im ersten Schritt sollten Unternehmen sich Themen vornehmen, die kurzfristig machbar sind und schnell zu ersten Ergebnissen führen.

Das ist ein pragmatischer Ansatz, bei dem man die wirklich großen CO2-Träger erst nach und nach angeht. Ich stelle immer wieder fest, dass in den Unternehmen das Thema zwar als wichtig erkannt worden ist, aber es dann bei der Umsetzung hapert. Es wird zu viel überlegt und nachgedacht. Deshalb würde ich jedem raten: Erst die kleinen Dinge umsetzen und anschließend die großen Dinge anstoßen.

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Haben Sie schon mit der nachhaltigen, digitalen Transformation Ihres Unternehmens begonnen? Wie weit sind sie fortgeschritten? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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Eco-by-Design: Produkte für die Kreislaufwirtschaft radikal neu denken https://www.smarter-service.com/2022/04/28/fuer-die-circular-economy-alles-radikal-neu-denken/ https://www.smarter-service.com/2022/04/28/fuer-die-circular-economy-alles-radikal-neu-denken/#respond Thu, 28 Apr 2022 05:45:00 +0000 https://www.smarter-service.com/?p=32188 Weniger Müll ist immer noch zu viel Müll. Aus diesem Grunde denken Unternehmen ihre Produkte für die Circular Economy neu.

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Auf Ressourcen und Produktlebensdauer ausgerichtete Geschäftsmodelle reichen nach Ansicht vieler Experten nicht aus, um die Kreislaufwirtschaft umfassend zu verwirklichen. Vereinfacht ausgedrückt: Weniger Müll ist immer noch zu viel Müll. Aus diesem Grunde denken erste Unternehmen bereits ihre Produkte neu – mit Blick auf Lebenszyklus, Nutzen, Design und die Services um das Produkt herum.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Nachhaltigkeit mit Digitalisierung“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Nachhaltigkeit mit Digitalisierung beschleunigen. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.

Das Produktleben verlängern

In der Kreislaufwirtschaft sollen Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden. Auf diese Weise verlängert sich der Lebenszyklus der Produkte.

Das Modell der Kreislaufwirtschaft (Quelle)

Der wichtigste Begriff in diesem Zusammenhang ist „Cradle to Cradle“. Gemeint ist damit die Gestaltung und Steuerung des gesamten Produktlebenszyklus vom Gewinn der Rohstoffe über möglichst umfassende „Re-Use“-Schleifen und das Weiterverwerten von Abfällen bis hin zur endgültigen Lagerung nicht mehr verwertbarer Reste.

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Nachhaltiges Design für die Kreislaufwirtschaft

Unternehmen ersetzen den reinen Produktverkauf nach dem Motto „Verkaufen und Vergessen” durch eine Produktverantwortung, die sich über den gesamten Lebenszyklus des Produktes erstreckt. Nachhaltigkeit im Sinne von ”Cradle to Cradle” spielt bereits bei der Auswahl des Materials und der Gestaltung der Lieferkette eine Rolle. Dazu entstehen Wertschöpfungsnetzwerke, die Produzenten, Lieferanten und Reparateure einen Teil der Produktverantwortung abgeben.

Produkte für die Kreislaufwirtschaft neu denken (Quelle)

Kreislaufwirtschaft mit digitalen Produktionsplattformen

In Wertschöpfungsnetzwerken bündeln digitale Produktionsplattformen die Prozesse. Ganz unterschiedliche Hersteller können auf diese Plattformen zugreifen und sie als Orte für ihre Produktion nutzen. Wertschöpfungsfaktoren und Produktionsdaten werden geteilt und gemeinsam genutzt. So entstehen flexible, modulare, regionale und resiliente Produktionsnetzwerke.

So sind digitale Produktionsplattformen wie der Online-Fertiger Facturee eine mögliche Strategie gegen Lieferkrise und Abbrüche der Lieferkette.  Im Vergleich zur herkömmlichen Auftragsfertigung kann sich der Online-Fertiger schneller an aktuelle Gegebenheiten anpassen und dadurch Lieferengpässe minimieren. Das Produktionsnetzwerk besteht aus mehr als 2.000 Fertigungspartnern für CNC-Bearbeitung, Blechbearbeitung, 3D-Druck und Oberflächentechnik. Über 15.000 Maschinen garantieren freie Kapazitäten und kurze Lieferzeiten.

Nachhaltigkeit mit Digital Twin und Materialpass

Der Sustainable Twin erweitert die Idee des digitalen Zwillings auf Aspekte der Nachhaltigkeit. Wie der digitale Zwilling ist auch der Sustainable Twin das virtuelle Ebenbild eines physischen Produktes. Über Daten- und Informationsverbindungen sind beide Objekte, also Original und Zwilling, miteinander verbunden. Der Sustainable Twin sammelt über den gesamten Produktionszyklus hinweg Informationen zum Produkt und begleitet sein physisches Gegenstück während des gesamten Wertschöpfungsprozesses.

Alle Produktinfos auf NFC-Chip

Zu jedem Bauteil gehört eine Dokumentation, oft im umständlichen Papierformat. Die IDEAL Fensterbau Weinstock GmbH nutzt dafür einen NFC-Chip im Fenster. Er kann über ein NFC-fähiges Smartphone mit einer App ausgelesen werden. Der Chip zeigt die genauen Fenstermaße und Informationen über Einbau, Wartung und Reparatur an.

Damit können beispielsweise Fachhändler oder Handwerker ihre Prozesse beschleunigen. Einen Schaden zu begutachten dauert für Fachhändler statt einem ganzen Arbeitstag beispielsweise nur noch zehn Minuten. Denn der Endkunde scannt den Chip mit seinem Smartphone und leitet alle Daten per App an den Händler weiter.

Der Materialpass (Digital Product Pass, DPP) begleitet das Produkt über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg von Station zu Station. Er wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette kontinuierlich um Formen erweitert, die Nachhaltigkeit betreffen: Details zu Material, Recyclingvorgaben oder Angaben zum ökologischen Fußabdruck. Gemeinsame Standards sorgen dafür, dass die Informationen zwischen Materialpass und Sustainable Twin ausgetauscht werden. So lässt sich der Lebenszyklus eines Produktes mit digitalen Lösungen nachverfolgen.

Eco-by-Design: Die Kreislaufwirtschaft benötigt langlebige Produkte

Ecodesign (auch ökologisches Design oder Sustainable Design) minimiert den Ressourceneinsatz und die Umweltbelastung eines Produktes, und bietet gleichzeitig den maximalen Nutzen. Dies geschieht beispielsweise durch die Fokussierung auf Langlebigkeit und einfachere Reparierbarkeit. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigt, beispielsweise auch die Ver- und Entsorgung des Materials oder der soziale Umgang mit den Mitarbeitern.

Gebrauchte Elektronikgeräte erneuern

Das Startup Refurbed hat sich zum Ziel gesetzt, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und zur wirksamen Bekämpfung der Umweltverschmutzung beizutragen. Im Fokus stehen Services rund um Reparatur und Wiederaufbereitung. So soll eine längere Produktlebensdauer gefördert werden. Auf einer Online-Plattform verbinden sich Konsumenten und Händler. Vertrieben werden über den Marktplatz ausschließlich gebrauchte Elektronikgeräte zu Reparatur und Refurbishing. Der Kunde erhält vollständig erneuerte Geräte mit einer Zwölfmonatsgarantie.

Rückführungslogistik und Remanufacturing in der Supply Chain

Für Nachhaltigkeit im ganzen Produktlebenszyklus muss auch die Supply Chain reorganisiert und um die Aspekte Rückführung und Wiederverwertung erweitert werden. Die übliche Einweglogistik wird zu einem Mehrwegsystem und idealerweise zu einem Kreislauf – eine Closed-Loop Supply Chain. Das Ende einer der Schleifen ist nicht unbedingt das Ende des Produktlebenszyklus. Rund um Rückführung, Wiederaufbereitung, Reparaturen und Weiternutzung gibt es ein großes Potenzial für digitale Geschäftsmodelle.

Büromöbel mieten statt kaufen

Das dänische Startup NORNORM kombiniert nachhaltige Produktion, Aufbereitung und ein Service-Modell zu einem B2B-Geschäftsmodell. Es bietet Unternehmen attraktive Arbeitsplatzlösungen auf der Grundlage eines nachhaltigen Abonnementmodells für den aktuellen Bedarf.

Im B2B-Markt geht es um kontinuierliche Wartungssysteme über die gesamte Wertschöpfungskette. Hier steht am Ende des Lebenszyklus oft das automatisierte Re-Manufacturing. Bei dieser „Refabrikation“ werden gebrauchte Geräte auf den Qualitätsstandard von Neugeräten gebracht. So nutzt die Flugzeugindustrie häufig aufbereitete Teile.

Vollständige Produktkreisläufe sind in der Wirtschaft im Moment noch die Ausnahme. Allerdings gibt es in vielen Branchen und bei einigen Vorreiter-Unternehmen zahlreiche Elemente solcher Kreisläufe. Ein bekanntes Beispiel ist das Pfandsystem für Mehrwegflaschen. Es wird dank Standardisierung von vielen Herstellern unterstützt. Laut Umweltbundesamt (UBA) kann eine Glasflasche bis zu 50-mal befüllt werden, eine PET-Flasche 25-mal. Anschließend müssen auch diese Flaschen entsorgt werden, da sie nicht mehr für den Wiederverkauf geeignet sind.

Recycling: Abfälle werden zu Material

Einige Geschäftsmodelle haben sich rund um das Recycling von Abfällen etabliert. Hier gibt es smarte Mülltonnen oder Roboter für Abfallsortierung. Einige Startups arbeiten an neuen Methoden, um Abfall zu wieder verwendbarem Material zu machen. So stellt Worn Again neue Kleidungsstücke aus nicht wieder verwendbaren Textilien, PET-Flaschen und Verpackungen her.

QR-Code mit Recycling-Informationen

Das britische Startup Polytag stattet Produkt- und Umverpackungen mit einem QR-Code aus, sodass beim Recycling die genaue Zusammensetzung des Verpackungsmaterials bekannt ist.

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Wie langlebig sind Ihre Produkte? Sind sie recyclingfähig? Wie sieht es mit der Reparierbarkeit aus? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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Digitale Geschäftsmodelle für die Kreislaufwirtschaft https://www.smarter-service.com/2022/04/26/digitale-geschaeftsmodelle-fuer-die-kreislaufwirtschaft/ https://www.smarter-service.com/2022/04/26/digitale-geschaeftsmodelle-fuer-die-kreislaufwirtschaft/#respond Tue, 26 Apr 2022 05:45:00 +0000 https://www.smarter-service.com/?p=32104 In der Kreislaufwirtschaft kommt es darauf an, mit Digitalisierung einen positiven Impact zu erreichen. Wir beantworten die Frage, welche digitalen Geschäftsmodelle dafür nötig sind.

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Beim Erreichen von Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung steht meist die Verringerung und Vermeidung von Verschwendung, Energieverbrauch und Abfall im Vordergrund. Unternehmen wollen den negativen Impact ihrer Tätigkeit senken. Doch das wird nicht ausreichen. Es kommt darauf an, mit Digitalisierung einen positiven Impact zu erreichen. Wir beantworten die Frage, welche digitalen Geschäftsmodelle in die Kreislaufwirtschaft führen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Nachhaltigkeit mit Digitalisierung“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Nachhaltigkeit mit Digitalisierung beschleunigen. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.

Kreislaufwirtschaft mit digitalen  Geschäftsmodellen

Die digital fundierte Kreislaufwirtschaft bringt Unternehmen wirtschaftlichen Erfolg. Die ökologischen Effekte der Kreislaufwirtschaft sind ein großer Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen. Natürlich gibt es „Net Zero” nicht zum Nulltarif, die Wirtschaft muss stark investieren.

Sie wird aber auch profitieren: Laut einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte steigt die Bruttowertschöpfung der deutschen Industrie durch diese Investitionen um zwölf Milliarden Euro jährlich und es gibt einen Netto-Beschäftigungseffekt von knapp 180.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen.

Die makroökonomischen Effekte der Kreislaufwirtschaft (Quelle)

Ein erster Schritt zum Neu- und Anders-Denken von Produkten und Services sind digitale Geschäftsmodelle, die nah am Kerngeschäft sind und bestehende Geschäftsmodelle nachhaltiger machen – etwa mit Wertschöpfungsnetzwerken, Sharing-Konzepten und anderen Formen intelligenter Ressourcennutzung in der Kreislaufwirtschaft. (Quelle)

Nachhaltige Produkte und Services sind im Moment nicht immer konkurrenzfähig. Ihr Preis ist höher als für konventionell gefertigte oder angebotene Produkte. Der Preisunterschied wird mit dem Begriff Umweltprämie oder grüne Prämie (Green Premium) bezeichnet. Das Bestreben muss sein, diese Umweltprämie auf Null zu senken.

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Mehr Ressourceneffizienz mit additiver Fertigung

Der Einsatz von 3D-Druckern ist einer der wichtigen Nachhaltigkeitstrends in der gesamten Industrie. Die schnelle und individuelle Fertigung erzeugt eine höhere Kundenbindung und -zufriedenheit. Da der Materialaufwand geringer ist, gibt es weniger Verschnitt und Nachbearbeitung.

Ein Produktionsnetzwerk in Logistikzentren

Postnord, der größte skandinavische Logistikdienstleister, etabliert digitale Lager: Ein verteiltes Produktionsnetzwerk in seinen Logistikzentren. Er arbeitet mit Herstellern zusammen, um Ersatzteile und Zubehör mit 3D-Druckern zu produzieren und über den kürzestmöglichen Weg auszuliefern.

Werden die Geräte als Ersatzteildrucker genutzt, so können defekte Maschinenteile ausgetauscht und eine längere Lebensdauer erreicht werden – mit den entsprechenden Effekten auf die Nachhaltigkeit. Als digitales Lager oder in der On-Demand-Produktion sorgen 3D-Drucker dafür, dass Lagerflächen eingespart werden.

Wertschöpfungsnetzwerke für die Kreislaufwirtschaft

Das Ziel neuer Geschäftsmodelle ist, Kunden und deren Daten mit Partnern zu teilen. So entstehen Synergie-Effekte, die zu Innovationen führen. Die Ressourceneffizienz des eigenen Geschäftsmodells steigt, wenn Zulieferer und Geschäftspartner in die Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen werden.

Projekte auf Nachhaltigkeit prüfen

Die Plattform EcoCrowd wird von der Deutschen Umweltstiftung und dem Umweltbundesamt unterstützt. Deren Expertise prüft alle Projekte vor der Freischaltung auf Nachhaltigkeit und Ernsthaftigkeit. Die Plattform präsentiert deshalb ausschließlich grüne, nachhaltige oder ökosoziale Ideen.

Besonders interessant für den Aufbau der Kreislaufwirtschaft in mittelständischen Unternehmen ist die Zusammenarbeit mit CleanTech-Startups, die im Bereich der Nachhaltigkeit Innovationstreiber sind. Laut Green Startup Monitor 2021 gehören etwa 30 Prozent aller deutschen Startups zum Bereich Nachhaltigkeit. Ein deutlicher Teil (27%) ist an Austausch und Kooperation mit etablierten Unternehmen interessiert.

As-a-Service- und Sharing-Geschäftsmodelle

Sharing-Konzepte und As-a-Service-Modelle helfen dabei, Ressourcen durch eine gemeinsame Nutzung zu optimieren. Das ist bei Produkten wie Kleidung, Elektronik oder Alltagsdingen bereits erprobt. Doch es gibt auch gescheiterte Sharing-Projekte, etwa Otto Now: „Die Produktvermietung ist in Deutschland nach wie vor ein Nischenmarkt, Konsumenten bevorzugen meist den Kauf.”

Compressed Air as a Service

Ein Vorreiter bei As-a-Service war Kaeser, ein marktführender Hersteller von Druckluftgeräten. In seinem Betreibermodell kaufen Nutzer keinen Kompressor, sondern eine bestimmte Druckluftmenge. Kaeser übernimmt den kompletten Betrieb der Geräte und berechnet nur das genutzte Volumen.

Dagegen sind spezifische As-a-Service-Modelle im B2B-Sektor erfolgreicher, da sie sich auf hochpreisige Investitionsgüter richten. Die Modelle funktionieren analog zu den in der IT beliebten Managed Services: Der Kunde nutzt die eigentliche Leistung und deren Erbringung übernimmt der Anbieter.

Chemikalie plus Überwachung & Entsorgung

Eine Variante des As-a-Service-Ansatzes ist das vom Mittelständler Safechem seit 25 Jahren erprobte „Chemikalien-Leasing” für Reinigungs- und Lösemittel. Zum Angebot gehören neben der Reinigung auch Überwachung, Qualitätskontrolle und Entsorgung. Das spart bis zu 93 Prozent des Lösemittelbedarfs.

Mietmodelle stärken die Ressourceneffizienz, da auch Kurzzeitmieten grundsätzlich möglich sind. So können Unternehmen beispielsweise Phasen mit großer Auslastung bewältigen, ohne Maschinen dauerhaft kaufen zu müssen. Damit entkoppelt sich die Wertschöpfung vom Produktumsatz.

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Haben Sie sich bereits mit Geschäftsmodellen für die Kreislaufwirtschaft beschäftigt? Werden Ihre Produkte ressourceneffizient gefertigt? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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Segel setzen für die Kreislaufwirtschaft https://www.smarter-service.com/2022/04/05/segel-setzen-fuer-digitale-nachhaltigkeit/ https://www.smarter-service.com/2022/04/05/segel-setzen-fuer-digitale-nachhaltigkeit/#respond Tue, 05 Apr 2022 05:45:00 +0000 https://www.smarter-service.com/?p=32060 Unternehmen müssen für die Kreislaufwirtschaft jedes Produkt und den Service daraufhin abklopfen, ob es die Nachhaltigkeit in Scope 1, 2 und 3 fördert.

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Unternehmen müssen für die Kreislaufwirtschaft jedes Produkt und den Service daraufhin abklopfen, ob es die Nachhaltigkeit in Scope 1, 2 und 3 fördert, sagt Steffen Roos, Managing Partner der Unternehmensberatung DeTeCon International. Erst dann können wir in Richtung Kreislaufwirtschaft Segel setzen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Nachhaltigkeit mit Digitalisierung“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Nachhaltigkeit mit Digitalisierung beschleunigen. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.
Scope 3 ist die größte Herausforderung für die Unternehmen (Quelle)

Wie wirkt Digitalisierung als Verstärker für Nachhaltigkeit?

Digitalisierung besitzt ein sehr großes Potenzial für einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen. Nehmen wir einen Hersteller von komplexen Maschinen, die in der ganzen Welt vertrieben werden. Sie müssen natürlich auch gewartet und repariert werden. Derzeit ist es häufig noch so, dass Servicetechniker dorthin fahren oder fliegen. Das hat natürlich einen enormen CO2-Fußabdruck.

Eine digitale Lösung ist die Fernwartung mit einer AR-Brille. Dabei wird ein lokaler Techniker von einem Experten aus der Firmenzentrale geführt. Er sieht eingeblendete Informationen und setzt damit Inbetriebnahme, Wartung oder Reparatur selbst um. Das bewirkt den Verzicht auf CO2-intensive Interkontinentalflüge und die Effizienz des Herstellers steigt.

Doch in solche Cases müssen die zusätzlichen CO2-Footprints ebenfalls einbezogen werden. Die Herstellung der Datenbrille und die Integration in die eigene IT-Infrastruktur hat jeweils einen Footprint. Digitalisierungsmaßnahmen haben immer einen zusätzlichen negativen Effekt, den die Unternehmen mit einrechnen müssen. Es geht darum, dass die Gesamtbilanz positiv ist.

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Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, hier einzugreifen? Welche Handlungsfelder gibt es?

Digitalisierung betrifft immer die ITC-Infrastruktur und hier ist ein großes Handlungsfeld. Unternehmen müssen sich die Energieströme anschauen und prüfen, wo sie effizienter und nachhaltiger werden können. Beispiele sind grüne Energie oder Green IT, etwa die Umstellung auf Kühlung mit Wasser oder die Veränderung der Laufgeschwindigkeit von Kühlern, die große Effekte bringen.

Ein weiteres Handlungsfeld ist die Arbeitsumgebung. Die Unternehmen müssen sich Fragen stellen: Wie viel Bürofläche brauchen wir wirklich? Wie viele Niederlassungen benötigen wir? Wo können wir durch digitale Kollaboration CO2 sparen? Und sie müssen die Energieeffizienz in den Gebäuden erfassen und verstärken. Auch hier bringt Digitalisierung große Verbesserungen durch Senken des Energieverbrauchs.

 Der nächste Hebel ist die Mobilität im Unternehmen. Das betrifft eine eigene Fahrzeugflotte und die Mobilität der Mitarbeiter. Die Einführung von E-Mobilität oder das interne Sharing von Dienstreisen und Pendelstrecken – Möglichkeiten gibt es viele. Der vierte Hebel sind die Supplier. Die Unternehmen müssen prüfen, wie nachhaltig ihre Lieferkette ist und Lieferanten bevorzugen, die einen möglichst geringen CO2-Fußabdruck hinterlassen. Wichtig ist es, über alle Scopes von der Lieferkette bis hin zur Nutzung der Produkte durch die Kunden geeignete Maßnahmen aufzusetzen. Gerade der letzte Punkt, der unter Scope 3 gefasst ist, fällt vielen Industrien und Unternehmen extrem schwer.

Wie erreichen Unternehmen Erfolge bei der Nachhaltigkeit?

Das erste ist eine durchdachte Strategie, die Lücken in der Nachhaltigkeit identifiziert und dann schließt. Kaum ein Unternehmen weiß genau, wie hoch der CO2-Fußabdruck in Prozessen und Produkten wirklich ist. Dafür müssen sie kontinuierlich messen, um bei Bedarf nachzusteuern und negative Auswirkungen zu vermeiden.

Dafür gehören alle Prozesse, Produkte und Services in die Analyse. Viele Unternehmen verbessern Produkte inkrementell, nehmen aber das große Ganze nicht in den Blick – etwa die Reparaturfähigkeit von Produkten. Langfristig werden die Nachhaltigkeitsziele nur dann erreicht, wenn sie direkt in der Entwicklung berücksichtigt werden – durch Sustainability by Design.

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Haben Sie schon mit der nachhaltigen, digitalen Transformation Ihres Unternehmens begonnen? Wie weit sind sie fortgeschritten? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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Digitalisierung als Klima-Investition verstehen https://www.smarter-service.com/2022/03/31/digitalisierung-als-klima-investition-verstehen/ https://www.smarter-service.com/2022/03/31/digitalisierung-als-klima-investition-verstehen/#respond Thu, 31 Mar 2022 05:45:00 +0000 https://www.smarter-service.com/?p=31623 Digitalisierung hilft als Klimainvestition, die negativen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit zu senken. So führen viele Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung zugleich zu einer messbaren Senkung des ökologischen Fußabdrucks – etwa durch das Vermeiden von Transporten oder Dienstreisen.

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Digitalisierung hilft als Klimainvestition, die negativen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit zu senken. So führen viele Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung zugleich zu einer messbaren Senkung des ökologischen Fußabdrucks – etwa durch das Vermeiden von Transporten oder Dienstreisen.

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Nachhaltigkeit mit digitalen
Technologien erreichen

Laut einer Studie des Digitalverbandes Bitkom können digitale Technologien mehr als ein Drittel zur Erreichung der Klimaziele bis zum Jahr 2030 beitragen. Dieser Effekt steigt, je stärker die deutsche Wirtschaft auf Digitalisierung setzt.

Das CO2-Einsparpotenzial der Digitalisierung (Quelle)

Das Ergebnis der Bitkom-Studie ist eindeutig: Digitalisierung hat einen deutlichen Effekt beispielsweise auf die Nettoeinsparung an Klimagasen, der zehn Prozentpunkten Unterschied entspricht. Bei zusätzlichen Anstrengungen dürfte sogar ein stärkerer Effekt möglich sein.

Die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen hat einen großen Vorteil: Digitale Prozesse sind schnell, agil und skalierbar. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele, da sie „Scope 3” (siehe Kapitel 1) durch Datentransparenz, Vernetzung und Data Sharing erreichbar machen. Große Wirkung lässt sich in in der Fertigung und der Mobilität erreichen.

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Smart Manufacturing senkt die CO2-Emissionen in der Fertigung

Das CO2-Einsparpotenzial ist in einzelnen Bereichen unterschiedlich. Hohes Potenzial gibt es bei der Industrieproduktion, im Bereich Mobilität und Logistik und bei Gewerbegebäuden. Eine beispielhafte Erkenntnis aus der Bitkom-Studie: Das Einsparpotenzial durch Digitalisierung der Fertigung liegt bei 64 Megatonnen CO2-Äquivalent – rund 17 Prozent des Gesamtziels.

Die bereits von vielen Unternehmen genutzte digitale Zustandserfassung von Maschinen und Anlagen ermittelt Druck, Temperatur, Füllstand, Stromverbrauch, Betriebsstunden und mehr. Sie vereinfacht die Produktionsüberwachung und erhöht dadurch die Lebensdauer von Maschinen – mit dem entsprechenden Effekt auf die CO2-Emission.

Smarte Belüftungsanlagen

Das Familienunternehmen Ziehl-Abegg, Spezialist für Luft- und Klimatechnik sowie Aufzugsantriebe, bietet seinen Kunden eine Plattform zum Monitoring der Maschinen. Mit Sensoren ausgestattete Ventilatoren funken Daten zu Temperatur oder Stromverbrauch über ein IoT-Gateway in die Microsoft Azure Cloud. Dort werden die Daten analysiert und visualisiert. Die Nutzer erhalten jederzeit aktuelle Informationen über Geräteeinsatz, -zustand und Fehler. Das Ergebnis: Eine frühzeitige Alarmierung des Service bei Fehlfunktionen oder definierten Schwellwerten.

Vor allem der Einsatz von Digital Twins ist wirkungsvoll. Digitale Zwillinge simulieren Produkte, Maschinen und Anlagen, sodass Planung und Steuerung einfacher werden. Sie verbessern die Produktionsqualität, senken die Durchlaufzeit und reduzieren den Ressourceneinsatz. Durch Optimierungen mit ihren Ergebnissen werden CO2-Emissionen, Energie- und Wasserverbrauch, der Einsatz von Chemikalien und die Abfallmenge systematisch reduziert.

Klimaneutral herstellen und betreiben

Der Maschinenbauer DMG Mori stellt alle Produkte komplett klimaneutral her – vom Rohstoff bis zur Auslieferung. Auch im Betrieb beim Kunden arbeiten sie mit höchster Energieeffizienz.

Ein Beispiel: Eine große Portalmaschine für die Bearbeitung von Bauteilen mit mehr als zwei Metern Ausdehnung in jeder Dimension verbraucht pro Jahr so viel wie 26 Einfamilienhäuser (44 Megawatt). Der größere Teil der verbrauchten Energie geht als Wärme verloren und wird somit verschwendet.

Einsparmaßnahmen sind durch eine neuartige Konstruktion der Maschine möglich. Dabei werden energieeffiziente Antriebe und Energierückspeisung genutzt. Zudem gibt es einen Auto-Shutdown in der Nacht und an Wochenenden. Die Verwendung eines Digital Twin schließlich erlaubt die genaue und energiesparende Einstellung des Bearbeitungsprozesses.

Weiteres Einsparpotenzial bringt eine umfassende Prozessautomatisierung. Sie erhöht Effizienz, Flexibilität und die Qualität der Prozesse. Automatisierung ermöglicht eine bedarfsorientierte Nutzung, sodass Energieverbrauch und Materialverschleiß sinken.

Smart Mobility verringert Umweltbelastungen durch Transportwirtschaft

Die Transportbranche ist laut Umweltbundesamt in Deutschland der zweitgrößte CO2-Produzent. Hier gibt es also den größten Bedarf nach Senkung, aber auch großes Potenzial durch Digitalisierung. Dieser Sektor besitzt zahlreiche Möglichkeiten. Bereits eine smarte Routenführung hat einen großen Effekt: Sie errechnet die kraftstoffärmste Route und verhindert Leerfahrten.

Routenoptimierung für Gebäudereiniger

Die Avant Gebäudedienste GmbH optimiert die Wege ihrer Reinigungstrupps mit einer smarten Routenführung und passt sie flexibel an Kundenwünsche an. Sie erreicht damit einen geringeren Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß und zusätzlich 15 bis 20 Prozent niedrigere Kosten. 

Weitere Möglichkeiten sind Fahrstil-Analysen für kraftstoffsparendes Fahren, die Vorhersage von Ankunftszeiten, um Warte- und Liegezeiten zu senken und Smart-Parking-Lösungen. Zur Vermeidung von überflüssigen Transportfahrten eignet sich Additive Fertigung mit 3D-Druckern. Sie ermöglicht eine bedarfsgerechte und lokale Fertigung von Produkten und verkürzt somit die Lieferketten.

Smartes Ersatzteillager mit additiver Fertigung

Die Gerhard Schubert GmbH aus Crailsheim bei Stuttgart ist Hersteller von Verpackungsrobotern und den nötigen Werkzeugen. Das sind oft Einzelstücke, die an bestimmte Produkte des Nutzers angepasst sind. Deshalb nutzt Schubert schon seit längerer Zeit 3D-Drucker, um die Kleinstserien effizient zu produzieren. Um Aufwand und Kosten für den Versand zu sparen, bietet der Hersteller zusätzlich ein „digitales Lager“ an: Der Drucker steht beim Kunden, er kann über eine Web-Plattform die nötigen Werkzeuge auswählen und an seine Bedürfnisse anpassen.

Weitere überflüssige Fahrten werden mit Sharing Mobility vermieden. Sie optimiert die Auslastung der Fahrzeuge und senkt deren Anzahl. Aus dem B2C-Markt sind zwei Geschäftsmodelle bekannt: Beim Ride Sharing fahren mehrere Personen mit dem gleichen Fahrtziel zusammen und beim Car Sharing wird ein Fahrzeug von unterschiedlichen Personen genutzt.

Remote X: De-Materialisierung
mit Smart Services

Zwei große Vorteile von digitalen Technologien sind erstens die Möglichkeit, sie aus der Ferne einzusetzen und zweitens mit ihnen bestimmte Aufgaben oder Prozesse zu „de-materialisieren”.

Remote Design und digitale Produktentwicklung steigern Ressourceneffizienz

Ein wichtiger Trend ist Remote-Design, bei dem Prototypen und Vorserienprodukte zunächst einmal am Computer simuliert werden. Diese Form des Designs senkt den Materialverbrauch der Entwicklung. In der Autoindustrie ist Remote-Design üblich und sogar die Crashtests werden nur ganz am Ende der Entwicklung aufgrund gesetzlicher Anforderungen in der Realität umgesetzt; die meisten Tests geschehen im Computer.

Auch in der Modebranche wird dank Virtualisierung und Simulation von Produkten und Prozessen die Entwicklung einer neuen Kollektion zunehmend am Bildschirm durchgeführt. Stoffe, Farben und Muster werden am Bildschirm oder sogar mit VR-Brillen dargestellt und überprüft. Dadurch sinkt der Herstellungs- und Transportaufwand für Musterkollektionen, die von Zulieferern, aber auch Abnehmern im Handel geprüft werden müssen.

Stoffbahnen optimal nutzen

Der französische Maschinenbauer Lectra bietet seinen Kunden aus der Modebranche unter anderem lernende Maschinen, die selbstständig nach dem effektivsten Schnittmuster für die Einzelteile eines Kleids suchen. Das Ziel dabei: Den Stoff optimal nutzen und Verschwendung vermeiden. Die entsprechenden Vorschläge werden in die 3D-Design-Software zurückgespielt, sodass die Modedesigner nun mit einem optimierten Entwurf weiterarbeiten können.

Inzwischen gibt es sogar vollständig digitale Kollektionen, die nicht nur digital entwickelt wurden, sondern zudem in digitalen Lookbooks und Showrooms den Modehändlern vorgeführt werden. Dadurch können die Hersteller in der gesamten Wertschöpfungskette flexibler agieren, die Go-to-Market-Zeit verkürzen und sich besser an Verbrauchertrends anpassen.

Remote Sales und digitale Services als Differenzierungsmerkmal

Im B2B-Sektor erweitern Remote-Dienstleistungen wie Fernwartung den Markt für klassische Maschinen- und Anlagenbauer. Während der Produktion auftretende Störungen an den Maschinen werden ohne physische Präsenz von Technikern des Herstellers aus der Ferne bewertet und durch die Kunden selbst behoben. Mit Datenbrillen betrachten Mitarbeiter Maschinen von allen Seiten und erhalten Informationen eingeblendet.

Fernwartung mit Augmented Reality

Schwan Cosmetics, der Marktführer bei Kosmetikstiften, setzt auf Remote-Wartung seiner Werkzeugmaschinen. Ein Mitarbeiter vor Ort trägt die Datenbrille und wird per Netz-Verbindung von einem Spezialisten durch den Prozess der Wartung geführt. Durch Remote-Wartung sinken nicht nur die Reisekosten, der CO2-Fußabdruck reduziert sich ebenfalls.

Solche Maßnahmen bewirken eine Ressourceneinsparung durch Reparatur und Wartung ohne physische Präsenz. In der Konsequenz haben die Maschinen eine höhere Lebensdauer, was letztlich die Nachhaltigkeit des Unternehmens stärkt. Ein weiterer Vorteil für das Unternehmen ist die Möglichkeit, über das direkte Feedback die Produkte und Services rascher und kundenorientierter zu verbessern und auszubauen.

Auch Vertriebskontakte über virtuelle Kanäle besitzen Potenzial für den Klimaschutz. Während der Coronapandemie sind sie Alltag geworden. Eine Erkenntnis unseres „Trendbook Business Resilience”: Mehr als drei Viertel der Einkaufsverantwortlichen bevorzugen digitale Interaktionen. Dafür haben viele B2B-Unternehmen während der Pandemie eigene Kundenportale eingerichtet.

Remote Work & Collaboration verbessern, Zusammenarbeit und senken Umweltbelastung

Laut Greenpeace spart ein Tag Homeoffice in der Woche etwa 1,6 Millionen Tonnen CO2 im Jahr in Deutschland ein. Diese Chance sollten Unternehmen nutzen und stärker auf Hybrid Work setzen. Damit ist gemeint, dass die Unternehmen Vertrauensarbeitsort und -zeit einführen. Mitarbeiter entscheiden so selbst, wann und wo sie hauptsächlich arbeiten.

Mitarbeiter-Trainings mit Virtual Reality

Die DB Schenker Deutschland AG hat in Zusammenarbeit mit Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik innovative Mitarbeitertrainings entwickelt – zunächst für Verpackungs- und Kommissionierprozesse. Mit einer Virtual-Reality-Brille (VR) machen sich die Mitarbeiter virtuell mit ihrer Arbeitsumgebung vertraut und erlernen alle Bewegungsabläufe.

Damit werden neu eingeführte Logistikprozesse im Vorfeld ausgiebig getestet. Das Training besteht aus sechs Übungen, in denen spielerisch die Prozesse von A bis Z zu erlernen sind. DB Schenker nutzt die Schulung der Mitarbeiter in virtuellen Umwelten, da die Trainingsmöglichkeiten am realen Objekt im laufenden Betrieb oft eingeschränkt sind. Zudem wachsen Trainingseffizienz, -qualität und -geschwindigkeit.

Eine dezentrale Zusammenarbeit gelingt mit den entsprechenden digitalen Tools für Social Collaboration. Unified Communication and Collaboration-Lösungen (UCC) ermöglichen den Zugriff auf Videokonferenzsysteme, VoIP-Telefonie sowie Messaging. Datenbrillen für AR und VR bieten Remote-Trainings. Dadurch entfallen lange Wegstrecken und der Arbeitsschutz wird gestärkt, wenn gefährliche Arbeitsgänge mehrfach mit AR/VR geprobt werden.

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Welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen haben Sie bereits getroffen? Welche davon sind speziell für Ihre Branche typisch? Und welche davon stärken Ihre Wertschöpfung? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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Mehr Nachhaltigkeit wagen. Das Zielbild des Wirtschaftsministeriums https://www.smarter-service.com/2022/03/24/mehr-nachhaltigkeit-wagen-das-zielbild-des-wirtschaftsministeriums/ https://www.smarter-service.com/2022/03/24/mehr-nachhaltigkeit-wagen-das-zielbild-des-wirtschaftsministeriums/#respond Thu, 24 Mar 2022 07:00:00 +0000 https://www.smarter-service.com/?p=30803 Technologieführerschaft bei CO2-neutralen Produktionsverfahren und klimafreundlichen Produkten muss im Fokus der Wirtschaftspolitik stehen, sagt Dr. Philipp Steinberg, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

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Technologieführerschaft bei CO2-neutralen Produktionsverfahren und klimafreundlichen Produkten zu ermöglichen, muss im Fokus der Wirtschaftspolitik stehen, sagt Dr. Philipp Steinberg, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik und Koordinator für Nachhaltigkeit im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Dafür ist ein klarer Ordnungsrahmen notwendig.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Nachhaltigkeit mit Digitalisierung“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Nachhaltigkeit mit Digitalisierung beschleunigen. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.

Der Koalitionsvertrag hat den Titel „Mehr Fortschritt wagen”: Welche Schritte sind im Sinne einer nachhaltigen, digitalen Transformation der deutschen Wirtschaft in den nächsten fünf bis zehn Jahren erforderlich?

Um die doppelte Transformation in Richtung Nachhaltigkeit und Digitalisierung erfolgreich zu meistern, brauchen wir eine Wirtschaftspolitik, die es den Unternehmen ermöglicht, innovativ und zukunftsfähig zu bleiben und ihre Stärken weiter auszubauen. Im Fokus steht dabei die Technologieführerschaft in CO2-neutralen Produktionsverfahren und klimafreundlichen Produkten. Wenn wir die Transformation vorantreiben, kommt das dem globalen Klimaschutz zugute und stärkt zugleich Deutschland für die nächsten Jahrzehnte.

Die deutschen Unternehmen sind dafür grundsätz­lich schon sehr gut aufgestellt. Sie haben die Herausforderung der Transformation erkannt. Sie brauchen aber einen klaren und verlässlichen Ordnungsrahmen für Planungssicherheit im Trans­formationsprozess; schließlich sind sie es, die den ganz überwiegenden Teil der Investitionen tätigen.

"Die deutschen Unternehmen sind grundsätz­lich schon sehr gut aufgestellt. Sie haben die Herausforderung der Transformation erkannt.“

Dr. Philipp Steinberg, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik und Koordinator für Nachhaltigkeit im BMWK

Wo nötig, flankiert der Staat die Transformation, zum Beispiel bei der Kreislaufwirtschaft oder mit Förderprogrammen wie im Gründungsbereich. Dringender Handlungsbedarf besteht aber auch bei den öffentlichen Investitionen sowie der Anreizung privater Investitionen. Hier wird der neue Klima- und Transformationsfonds, der maßgeblich vom BMWK verwaltet wird, mit einem breiten Instrumen­tarium im großen Umfang Zukunfts- und Transformationsinvestitionen ermöglichen.

Daneben müssen wir die Rahmenbedingungen insbesondere für Startups und die digitale Wirtschaft weiter verbessern. Dazu werden wir die Mitarbeiterkapitalbeteiligung noch attraktiver machen, den 10-Milliarden-Euro-Zukunftsfonds weiter ausrollen und auch die steuerlichen Rahmenbedingungen durch Stärkung der Verlustverrechnungsmöglichkei­ten und der kompletten steuerlichen Freistellung der Rentenversicherungsbeiträge verbessern. Ferner müssen wir den Ordnungsrahmen für die Plattformökonomie weiter optimieren, um Wettbewerb und Innovationsfähigkeit sicherzustellen – hier werden wir als für die Wettbewerbspolitik federfüh­rendes Ressort in Kürze Vorschläge vorlegen.

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Im Koalitionsvertrag wird unter anderem die Förderung von digitalen Zwillingen in Aussicht gestellt, um Produktionsabläufe oder den Kundenservice zu verbessern sowie Ressourcen und Betriebskosten zu sparen. Welche konkreten Investitionsfördermaßnahmen wären hier denkbar?

Die Plattform Industrie 4.0 hat mit dem digitalen Zwilling eine wichtige Basistechnologie für die nachhaltige Industrie 4.0 entwickelt und erfolgreich in die internationale Normung eingebracht. Als virtuelles Abbild einer Hard- oder Softwarekompo­nente in der Produktion birgt der digitale Zwilling vielfältige Möglichkeiten zur Optimierung von Produktionsprozessen und somit auch zur Einspa­rung von Ressourcen. Als eines der Leitungsorgane der Plattform Industrie 4.0 unterstützt das BMWK diese Aktivitäten wesentlich.

Um den digitalen Zwilling zügig Realität werden zu lassen, brauchen wir mehr Investitionen in anwen­dungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie eine bessere Koordination von unterschiedlichen Anwendungsfällen und Demonstratoren zur Testung der Verfahren, zum Beispiel über die Industrial Digital Twin Association (IDTA).

Einige vielversprechende Demonstrationen mit Potenzial zur Einsparung von Ressourcen werden bereits über die Plattform Industrie 4.0 erprobt, etwa beim Reporting von CO2-Emissionen. Hier hilft der digitale Zwilling bei der Erfassung von CO2-Emis­sionen in Produktionsprozessen. Auf dieser Basis könnten künftig produktspezifische CO2-Fußabdrucke berechnet werden.

Welche unternehmerischen Chancen bieten sich aus Ihrer Sicht im CleanTech, Closed Loop Manufacturing und in der Kreislaufwirtschaft für die deutsche Wirtschaft?

Das Thema Nachhaltigkeit bietet hier enormes Potenzial; in diesem Bereich werden viele neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt. Sie können dazu beitragen, den Kostenfaktor der Nachhaltigkeit zu senken und machen nachhaltige Produkte und Produktionsprozesse auf diese Weise zugänglicher und steigern zugleich die Transparenz.

Das gilt zum Beispiel bei der Kreislaufwirtschaft: Zirkuläre und servicebasierte Geschäftsmodelle bzw. Geschäftsmuster lassen sich oft überhaupt erst durch die Digitalisierung wirtschaftlich umsetzen. Aktuelle Diskussionen in Expertenkreisen der Platt­form Industrie 4.0 fassen das gut zusammen: Im klassischen Produktgeschäft sichern möglichst große Produktionsmengen Marktanteile und erlauben es, Größeneffekte zu nutzen. 

Dies kann aber Überpro­duktion und Unterauslastung zur Folge haben. In servicebasierten Geschäftsmodellen geht es dagegen darum, ein Produkt zu pflegen, hoch auszulasten und zu aktualisieren. Im Ergebnis stehen Service-Ketten rund um Pflege und Optimierung industrieller Dienstleistungen und es kann ein größerer Teil des entstehenden Wertbeitrags abgeschöpft werden. Die Optimierung des Nutzungsprozesses spart Rohstoffe, Bauteile und Komponenten und trägt damit zur Ressourcenschonung bei.

"Das Thema Nachhaltigkeit bietet enormes Potenzial; in diesem Bereich werden viele neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt.“

Dr. Philipp Steinberg, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik und Koordinator für Nachhaltigkeit im BMWK

Ein weiteres Beispiel aus der Kreislaufwirtschaft: Nachhaltige Lösungen scheitern oft an zu kleinen Märkten. Digitale Marktplätze können diese Situa­tion verändern. Im fragmentierten Abfall/Recy­cling-Markt helfen B2B-Plattformen bei der Vernet­zung. Auch kleinere und mittlere Unternehmen können am Geschäft teilnehmen, etwa weil ein aufwändiger Vertrieb entfällt. 

Unterm Strich profitie­ren alle Marktteilnehmer von der erhöhten Markt­transparenz. Rezyklate werden auch für klassische Abnehmer aus Bereichen wie Verpackung, Automobil oder Bau eine ernsthafte Alternative. Ein stabiler Markt zieht auch Investoren an, wodurch wiederum Kapazitäten in Forschung und Entwicklung zur weiteren Prozessoptimierung und technologischen Weiterentwicklung aufgebaut werden können.

Mit dem Catena-X Automotive Network fördert das BMWK bereits ein digitales Netzwerk. Dabei geht es um den Datenaustausch zwischen großen Playern und kleinen und mittleren Unternehmen in der Automobilindustrie. Ziel ist ein durchgängiger Datenaustausch für alle Teilnehmer der automobilen Wertschöpfungskette. Das kommt letztlich der Nachhaltigkeit und der Wettbewerbsfähigkeit des Automobilmarktes zugute.

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Wie führen Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu mehr (digitaler) Teilhabe und Stakeholder-Orientie­rung in den Unternehmen? Welche Unternehmen sind für Sie Vorreiter?

Ich sehe Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf jeden Fall als Chance für die Stakeholder-Orientierung. Mittels Digitalisierung lässt sich wie bereits beschrieben die Transparenz der Nachhaltigkeitsbe­richterstattung erheblich steigern. Daraus ergeben sich auch neue Möglichkeiten zur Mitwirkung der Stakeholder – innerhalb und außerhalb der Unterneh­men. Die Diskussion von Nachhaltigkeitsthemen gewinnt damit weiter an Dynamik und wird auf eine breitere Basis gestellt.

Gleichzeitig müssen sich die Unternehmen aber auch auf neue Berichtspflichten einstellen – etwa durch die derzeit in der Abstimmung befindliche EU-Richtli­nie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD). Hier werden bis voraussichtlich Oktober 2022 neue, EU-weite Standards ausgearbeitet. Auch das Taxono­mie-Projekt der EU zur Klassifizierung der ökologi­schen Komponente der Nachhaltigkeit wird die Berichtstätigkeit beeinflussen, indem es neue Anfor­derungen stellt und so die Transparenz steigert.

Bereits heute unterliegen gewisse große Unterneh­men von öffentlichem Interesse einer Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Darüber hinaus gibt es jedoch auch zahlreiche kleine und mittelstän­dische Unternehmen, die freiwillig Nachhaltigkeits­berichte erstellen, um dem Informationsinteresse von Kunden und Investoren zu entsprechen. Die Abstim­mung zur CSRD bietet da eine Chance zur Vereinheit­lichung der Standards.

Wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Rahmenbedingungen für die nachhaltige, digitale Transformation der deutschen Wirtschaft? Was würden Sie anders machen? Welche Instrumente sind ihrer Meinung nach am besten dafür geeignet? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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Das Rennen zur Klimaneutralität ist eröffnet https://www.smarter-service.com/2022/03/22/rennen-zur-klimaneutralitat-ist-eroffnet/ https://www.smarter-service.com/2022/03/22/rennen-zur-klimaneutralitat-ist-eroffnet/#respond Tue, 22 Mar 2022 07:03:18 +0000 https://www.smarter-service.com/?p=30735 Nur mit Innovation und Digitalisierung lässt sich der Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft bewältigen, lautet unsere These angesichts der Herausforderungen des Klimawandels.

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Nur mit Innovation und Digitalisierung lässt sich der Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft bewältigen, lautet unsere These. Der Grund: Unternehmen sind mit einem gesellschaftlichen Bewusstseinswandel konfrontiert, der zu Verhaltensänderungen bei Konsumenten, Unternehmen und Investoren führt. Zudem steht Nachhaltigkeit im Zentrum neuer, europaweiter Regulierungen. Unternehmen müssen jetzt darauf reagieren und die nachhaltige Transformation starten.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Nachhaltigkeit mit Digitalisierung“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Nachhaltigkeit mit Digitalisierung beschleunigen. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.

Gesellschaftlicher Bewusstseinswandel
führt zu Verhaltensänderung

Nachhaltigkeit ist ein gesellschaftlicher Trend, der sich in einer Verhaltensänderung der Verbraucher niederschlägt und zu geänderten Präferenzen von B2B-Kunden, Investoren und Mitarbeitern führt.

Konsumenten drängen auf klimafreundliche Lösungen

Für 68 Prozent der deutschen Verbraucher ist Nachhaltigkeit generell ein Kriterium beim Einkauf, mehr als 80 Prozent entscheiden sich häufig für Biolebensmittel. (Quelle)

Auf Unternehmensseite führen Nachhaltigkeitsstrategien dazu, dass auch Zulieferer in die Pflicht genommen werden. So verpflichtet das Gesundheitsunternehmen Fresenius alle seine Zulieferer zur Einhaltung eines Kodex über ethische, soziale, ökologische und menschenrechtliche Standards.

Investoren lenken ihr Vermögen in nachhaltige Anlagen.

Nachhaltige oder ESG-Investments – ESG steht für Umwelt, Soziales und Governance – entwickeln sich derzeit dynamisch. Drei Viertel der Anlegerinnen und Anleger bevorzugen heute Fonds mit einer besseren CO2-Bilanz – und erhoffen sich davon auch bessere Renditen. (Quelle)

Der größte Handlungsdruck entsteht durch institutionelle Anleger, die auf Nachhaltigkeit setzen, wie beispielsweise der weltweit größte Finanzinvestor BlackRock. Das Unternehmen hat klare Richtlinien etabliert, um Nachhaltigkeit in die Investitionsentscheidungen einzubauen. Der Investor berücksichtigt ESG-Kriterien bei der Bewertung potenzieller Investments. So haben Vertreter des Investors im Jahr 2020 auf den Hauptversammlungen von Unternehmen mangelnde Nachhaltigkeit kritisiert und gegen den Jahresbericht gestimmt.

Hier entsteht der stärkste Druck, da Investoren immer Alternativen finden werden.

Der Druck durch Investoren steigt

Mitarbeiter fordern Nachhaltigkeit und Mobilitätskonzepte

Die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit kommt nicht zuletzt aus den Unternehmen selbst. Immer mehr Beschäftigte möchten, dass ihr Arbeitgeber nachhaltig agiert.

Allerdings agieren sie ähnlich wie Verbraucher ambivalent: Die Zustimmung bröckelt, je direkter die Menschen selbst von diesem Anliegen betroffen sind. (Quelle)

Wegen der steigenden Bedeutung von Nachhaltigkeit bei Bewerbern haben Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsstrategie teils Schwierigkeiten, Personal zu bekommen. Dies verstärkt den Fachkräftemangel durch die demographische Entwicklung.

Später lesen? Das Trendbook Nachhaltigkeit mit Digitalisierung als kostenloses E-Book herunterladen.

Regulierung sorgt für sofortigen Handlungsbedarf im Mittelstand

Die aktuellen Regulierungen der EU, deutsche Gesetze (Lieferkettengesetz) und die Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft erzeugen bei den Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern bereits in diesem Jahr Handlungsbedarf, denn die aktuellen Maßnahmen reichen nicht aus, um eine CO2-Halbierung bis 2030 zu erreichen.

Ohne drastische Maßnahmen wird die CO2-Halbierung bis 2030 nicht gelingen

Der Ausstoß von Treibhausgasen kennt weltweit seit Jahrzehnten nur eine Richtung: aufwärts. Die Abbildung zeigt, dass die bisherigen Maßnahmen („Paris Commitments”) mehr als unzureichend sind und bestenfalls zu einer Seitwärtsentwicklung führen. Doch das Ziel der Begrenzung des Anstiegs der Durchschnittstemperatur bis 2050 um zwei Grad, ist nur mit enormen Anstrengungen zu erreichen.

Für das wirtschaftlich und gesellschaftlich gebotene 1,5-Prozent-Ziel gilt dies umso mehr. So müssen die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent abgesenkt werden, um den 1,5-Grad-Pfad einzuhalten. Für Deutschland bedeutet dies: Die Wirtschaft muss insgesamt die Äquivalente von etwa 372 Millionen Tonnen CO2 durch entsprechende Maßnahmen einsparen.

Bis 2030 müssen die Emissionen halbiert werden

Die Nachhaltigkeitsregulierung wird auf den Mittelstand ausgeweitet

Die Regulierungen der EU und in Deutschland zwingen die Unternehmen zur Anpassung. So fordert die EU Corporate Sustainability Directive ab 2023 eine Nachhaltigkeitsberichterstattung, die für Unternehmen ab 250 Mitarbeitern und 40 Millionen Euro Umsatz oder 20 Millionen Euro Bilanzsumme gilt. Dadurch werden anders als in der bisherigen Gesetzeslage auch kapitalmarktorientierte Mittelständler und Familienunternehmen einbezogen. Deutlich wird das am Anstieg der Berichtspflicht: Waren bisher lediglich 550 Unternehmen zu gesonderten Nachhaltigkeitsberichten verpflichtet, sind es ab 2023 etwa 15.000.

Eine wichtige Neuerung: Der Nachhaltigkeitsbericht muss Bestandteil des allgemeinen Lageberichts sein und darf nicht getrennt veröffentlicht werden. Außerdem reicht die Veröffentlichung als PDF oder Druckwerk nicht, er muss den Behörden in digitaler Form im ESEF-Datenformat zugänglich gemacht werden.

In seinem Inhalt muss der Bericht einer doppelten Wesentlichkeitsperspektive („Double Materiality“) folgen. Unternehmen müssen also erstens die Auswirkung von Nachhaltigkeitsaspekten auf die wirtschaftliche Lage festhalten und zweitens die Auswirkungen des Geschäftsbetriebs auf Nachhaltigkeitsaspekte verdeutlichen. Zudem fordert die neue Richtlinie Angaben zu Nachhaltigkeitszielen, der Rolle von Vorstand und Aufsichtsrat, nachteiligen Wirkungen des Unternehmens und nicht bilanzierten immateriellen Ressourcen.

Das 1,5-Grad-Ziel ist ohne drastische Maßnahmen nicht zu schaffen

Parallel zur neuen Richtlinie hat die EU auch eine eigene Taxonomie eingeführt, die Kriterien für ökologisch nachhaltiges Wirtschaften festlegt. Ziel dieser Taxonomie ist es, Kapitalflüsse in ökologisch nachhaltige Aktivitäten zu lenken. Vor allem Banken und andere institutionelle Anleger werden in Zukunft diese EU-Taxonomie für ihre Aktivitäten zugrunde legen. Sie muss zudem in der CSR-Berichterstattung beachtet werden.

Der Circular Economy Action Plan und die Sustainable Product Initiative fordern eine stärker nachhaltige Produktion und etablieren dafür den Digitalen Produktpass (DPP). Er enthält Informationen über Herkunft, Zusammensetzung, Reparatur- und Demontagemöglichkeiten eines Produktes sowie über die Handhabung am Ende seiner Lebensdauer.

Zudem verpflichtet das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz Unternehmen zur Achtung von Menschenrechte durch die Umsetzung definierter Sorgfaltspflichten. Dazu gehört unter anderem die Einrichtung eines Risikomanagements, um die Risiken von Menschenrechtsverletzungen und Schädigungen der Umwelt zu identifizieren, zu vermeiden oder zu verringern.

Das Gesetz gilt ab 2023 zunächst für Unternehmen mit mindestens 3.000, ab 2024 auch für Unternehmen mit mindestens 1.000 Arbeitnehmern im Inland. Im Unterschied zum Vorgängergesetz sind bei Verstößen empfindliche Bußgelder von 100.000 bis 800.000 Euro vorgesehen. Bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 400 Millionen Euro kann ein Bußgeld von zwei Prozent des Jahresumsatzes oder acht Millionen Euro verhängt werden. Zum Jahresumsatz werden alle dazugehörenden Gesellschaften hinzugerechnet.

Aus dieser neuen rechtlichen Lage entstehen zahlreiche Herausforderungen für mittelständische Unternehmen. Sie müssen neue Strukturen schaffen, um die neuen Berichtspflichten zu erfüllen.

Scope 3 ist die größte Herausforderung für die Unternehmen

Berichtspflichten sind komplex und das Ermitteln der CO2-Werte ist nicht trivial

Dekarbonisierung und nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens haben eine grundlegende Schwierigkeit: Die Unternehmen müssen nicht nur Scope 1 (Direkte Emissionen), sondern auch Scope 2 (Indirekte Emissionen von Versorgern) und Scope 3 (Indirekte Emissionen in der Wertschöpfungs-/Lieferkette) berücksichtigen. Bei Letzteren sind die CO2-Werte nicht so leicht zu ermitteln.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Klebstoffspezialist Tesa, der als Chemie-Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit sehr stark in der Öffentlichkeit  steht. Das Unternehmen leistet für acht der insgesamt 17 UN-Nachhaltigkeitsziele einen Beitrag. Es stellt die Maßnahmen und ihre bisherigen Ergebnisse in seinem Nachhaltigkeitsbericht dar.

Nur mit Innovation lässt sich Klimaneutralität erreichen

Die Nachhaltigkeitsziele erfordern die Entwicklung neuer und besserer Technologien. Bestehende Technologien können lediglich etwa 65 Prozent der für das Netto-Null-Ziel erforderlichen Emissionen reduzieren. Die letzten 30 Prozent lassen sich nur mit neuen Technologien erreichen, die zum Teil noch nicht kommerziell skalierbar sind und den Aufschlag einer Umweltprämie (Green Premium) erfordern. Der geschätzte Investitionsbedarf dafür liegt bei 100 bis 150.000.000 US-Dollar in den nächsten 30 Jahren. (Quelle)

Für den Nachhaltigkeitsexperten Prof. Dr. Michael Braungart ist der richtige Weg, Innovationen zu entwickeln, die kein Abfallproblem haben, keine Giftstoffe enthalten und viele andere Dinge. Unternehmen sollten langlebige und problemlos reparaturfähige Produkte entwickeln, die dann nicht verkauft, sondern in einem Servicemodell vermietet werden, Wartung inklusive. Anschließend gehen sie dann rückstandsfrei in biologische oder technische Kreisläufe ein. Dies gelte für alle Branchen, vor allem für Schlüsselbranchen wie dem Maschinenbau oder der Autoindustrie.

„In zehn bis 15 Jahren gibt es keinen Maschinenbau mehr in Deutschland, wenn die Unternehmen nicht auf serviceorientierte, digitale Geschäftsmodelle umsteigen. Diese Geschäftsmodelle sind die eigentliche Innovation. Doch das digitale Denken in As-a-Service-Modellen ist noch nicht überall vorhanden.“

Prof. Dr. Michael Braungart (Quelle)

Startups sind auf dem Weg, die Welt zu retten

Hierbei sind Startups besonders aktiv: In Deutschland gibt es mehr als 6.000 Startups im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. Einige sind bereits weltweit erfolgreich. So finden sich acht deutsche Startups auf der Topliste Global CleanTech 100. Sie entwickeln nachhaltige Produkte und Services für eine Vielzahl an Einsatzfeldern und setzen dabei auf digitale Geschäftsmodelle.

Einwegbecher mit Pfand

Das Startup Recup bietet ein deutschlandweites Pfandsystem für Einwegbecher (Coffee-to-go) und -schalen (Salatbars). Es wird bereits von 16.000 Systempartnern eingesetzt.

Die unternehmensübergreifende Initiative R-Cycle wurde von der Reifenhäuser Gruppe gegründet. Sie ist in der Kreislaufwirtschaft aktiv und bietet die Rückverfolgung von Kunststoffverpackungen. R-Cycle verwirklicht einen digitalen Produktpass. Er dokumentiert Verpackungseigenschaften während der Produktion und stellt diese Daten zur Verbesserung des Sortierprozesses am Ende des Lebenszyklus zur Verfügung.

Twin Transformer sind Vorreiter der nachhaltig digitalen Transformation.

Im deutschen Mittelstand gibt es Unternehmen mit einer Doppelstrategie. Diese „Twin Transformer“ sind Vorreiter sowohl bei der Digitalisierung als auch bei der Nachhaltigkeit. Durch diese Kombination entstehen neue Wertschöpfungsquellen und die entsprechenden Unternehmen zeigen eine deutlich bessere Geschäftsentwicklung. (Quelle)

So produziert der Mittelständler Beulco Systeme für eine effiziente, sichere und transparente Trinkwasserversorgung. Mit einer IoT-Lösung ermöglicht Beulco eine höhere Transparenz und Kontrolle im Wassernetz und eröffnet somit neue Möglichkeiten für die Netzsteuerung.

Das weltweit führende Bahntechnik-Unternehmen Vossloh nutzt eine digitale Ferninspektionslösung für die Inbetriebnahme von Weichen und Kreuzungen. Sie basiert auf Datenbrillen, die mit dem IoT verbunden sind. Sie erlauben Videokonferenzen, bei denen Techniker direkten Einblick in die Geräte haben. Auf wenig nachhaltige Reisen wird dabei verzichtet.

Nachhaltig bauen

Das deutsche Startup Building Material Scout ist eine Ausgründung von Drees & Sommer. Es bietet eine Service-Plattform für nachhaltige Bauprodukte. Sie hilft allen am Bau beteiligten Akteuren zu einem einfachen Zugang zu nachhaltigen Materialien und Bauprodukten.

Wandel in der Unternehmensführung: Vom Shareholder zum Stakeholder Value

Angesichts der gestiegenen Umweltanforderungen entsteht ein aggressiver Wettbewerb zur Umstellung auf Net Zero. Deutschlands Führungskräfte berichten von einem „Race to Zero“, keiner möchte später als der Wettbewerb die Dekarbonisierung vollenden. Keiner will der Letzte sein. Noch sind viele Unternehmen eher Getriebene als Treiber, doch langsam zeigt sich ein Wandel in der Unternehmenskultur und der Unternehmensführung. Ein allmählicher Wechsel vom Shareholder zum Stakeholder Value ist die Folge des gesellschaftlichen Bewusstseinswandels. Inzwischen halten neun von zehn Führungskräfte Nachhaltigkeit für genauso wichtig wie die Digitalisierung. Unternehmen, die sich zur Nachhaltigkeit verpflichten, unterstützen das Unternehmenswachstum und gewinnen als Arbeitgeber an Attraktivität. Sie können Bewerbern und Mitarbeitern ein Sinnangebot machen, das sich im Unternehmenszweck („Purpose“) zeigt.

„Wer kein klares Datum nennt, bis wann er klimaneutral wirtschaftet, wird – zugespitzt formuliert – an die Wand genagelt.“

Martin Brudermüller, CEO BASF (Quelle)

Viele Unternehmen haben bereits Nachhaltigkeit intern verankert – und in der gesamten Wertschöpfungskette. Der Autohersteller Daimler macht seinen Zulieferern konkrete Vorgaben und überprüft auch deren Einhaltung. So werden der CO2-Fußabdruck oder andere Aspekte von Nachhaltigkeit das Kriterium für ein Listing von Lieferanten sowie die Auftragsvergabe.

Große Unternehmen wie Schaeffler haben ein Sustainability Committee gegründet, das beim Vorstand angesiedelt ist. Die Überzeugung dahinter: „Das Thema Nachhaltigkeit kann man nicht delegieren. Ziele und Maßnahmen müssen von oben vorgelebt werden“, sagt CEO Klaus Rosenfeld. Die Deutsche Telekom ergänzt ihre Nachhaltigkeitsgremien mit externen Experten, sodass andere Perspektiven als die reine Binnensicht des Unternehmens berücksichtigt werden. (Quelle)

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Nachhaltigkeit und Digitalisierung gehen nach unserer Auffassung Hand in Hand. Welchen Stellenwert hat dieses Tandem bei Ihnen? Kennen Sie die CO2-Bilanz Ihres Unternehmens? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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