Ideenmanagement der nächsten Generation

Open Innovation: Ideenmanagement der nächsten Generation

von Jürgen Stäudtner 16. Januar 2014

Der digitale Wandel hat auch das Innovations- und Ideen-Management erfasst. Wo früher eine kleine Elite über Innovation entschied, beziehen Unternehmen mehr und mehr ihre Netzwerke mit ein. Eigene Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten bilden ein Innovationsnetzwerk und sind die beste Quelle für Ideen, die ein Unternehmen hat. Neue Möglichkeiten der Digitalisierung und des „Crowdsourcing“ verändern bisherige Abläufe. Was ist neu ist und welche Software ist am besten dafür geeignet? Unternehmen sind nicht mehr von der Außenwelt abgeschottete juristische Personen, die still und heimlich ihr Süppchen hinter verschlossenen Türen kochen. Stattdessen lädt man Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten oder Experten zum Ideenaustausch ein und lässt sie so aktiv am Unternehmens-Geschehen partizipieren. Dafür steht Open Innovation: die Öffnung des Innovationsprozesses von Organisationen für ihr Netzwerk, um das eigene Innovationspotenzial durch kollektives Wissen weiter auszubauen. Der Arbeitnehmer wird in ein neues Licht gerückt; weg vom reinen „Arbeitstier“ hin zum kreativen Denker, der sich mit seinen Ideen und Verbesserungsvorschlägen ins Unternehmen einbringt. Das steigert nicht nur die Motivation, sondern auch die Identifikation mit dem Unternehmen. Viele Menschen wissen mehr als einer. Ob kollektives Wissen, Schwarmintelligenz oder „Wisdom of the Crowd“: das Wissen des eigenen Netzwerkes birgt Potential, das sich mit den folgenden Mitteln zielgerichtet filtern lässt:

Was ist neu?

Modernes Innovations- und Ideenmanagement ist weit entfernt vom herkömmlichem betrieblichen Vorschlagswesen, kontinuierlichen Verbesserungsprozessen oder Qualitätszirkeln. Es ist offen angelegt, auf eine Gemeinschaft bezogen, individuell anpassbar und integrierbar mit vorhandenen Systemen. Die Software dazu hat sich in den letzten 10 Jahren so stark weiterentwickelt, dass man von Ideenmanagement der nächsten Generation sprechen kann.

Fokus

Heute werden meist Kampagnen verwendet, um eine Frage zu klären. Was sich trivial anhört, ist eine Abkehr von früheren Idealen. Unternehmen erzielen die besten Ergebnisse, wenn sie temporäre Ideen-Projekte (meistens ein bis drei Monate) durchführen, die eine klar gestellt Frage zum Ziel haben und sich an eine dazu passende Gemeinschaft wenden.

Psychologische Aspekte

Brainstormings sind weit verbreitet und werden nicht hinterfragt. Es gibt endlos viele Kreativitätstechniken für Gruppen. Die wenigsten – allen voran Brainstorming – führen zu vielen guten Ideen. Dies liegt an einer Reihe von psychologischen Effekten: Alleine haben wir mehr und bessere Ideen – vor allem im „Flow“. Ideen sind flüchtig; werden sie nicht geäußert, sind sie weg. Regeln steigern den Erfolg, aber Vorgaben sind schlecht. Gut gemachte Innovations- und Ideenmanagement-Software kann diese Effekte im besten Fall vollständig vermeiden.

Motivation und Gamification

Für viele Ideen müssen möglichst viele Nutzer angezogen werden. Maßnahmen der Motivation und ein spielerischer Charakter helfen dabei. Je nach Software ist dies mehr oder weniger ausgeprägt. Man kann sich unterschiedlichster Mittel bedienen, wie z.B. Ranglisten, Ideenmärkten, Belohnungen, Abzeichen und mehr.

Qualität der Ideen

Ein weiterer Trend ist, mehr auf die Qualität der Ideen zu achten. Mit klaren Fragen zu Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit oder dem Ziel einer Idee werden Nutzer dazu angehalten, Ihre Ideen weiter zu entwickeln. Dies senkt die Anzahl der Ideen, die sich für eine Bewertung qualifizieren, aber es erleichtert deren Umsetzung.

Messungen und Umsetzung

Wenn zu wenige Ideen umgesetzt werden sinken Effizienz und die Motivation. Deshalb analysieren immer mehr Firmen den Fortschritt eines Projekts. Je nach Software unterstützt eine umfangreiche Auswahl von Key Performance Indicators (KPI) den Anwender mit Kennzahlen zur Messung des Erfolgsbeitrages in jeder Teilphase des Innovationsprozesses. Das sorgt für größtmögliche Transparenz über alle Prozessphasen, sodass selbst die Auslöser kleiner Abweichungen lokalisiert werden können. Je nach Software kann sich dies auch auf die Umsetzung von Ideen erstrecken.

Integration

Viele Anbieter haben bereits Software mit ähnlichen Funktionen im Einsatz. Schnittstellen zu Standardsoftware wie Microsoft Sharepoint, Lotus Notes, Facebook, Yammer und dergleichen sind deshalb notwendig.

Die beste Software

Es gibt verschiedene Möglichkeiten modernes Innovations- und Ideenmanagement um zu setzen. Wir haben das Augenmerk auf klassische Werkzeuge gelegt, die sich hauptsächlich mit Innovations- und Ideenmanagement beschäftigen. Die Bandbreite dieser Lieferanten ist groß, wobei die Mehrheit in Europa und Nordamerika angesiedelt ist. Der Markt ist dynamisch, weswegen unsere Studie nur eine Momentaufnahme darstellt. Wir haben über 40 Anbieter untersucht, und eine Gewinnergruppe von vier Anbietern identifiziert. Diese vier Anbieter weisen die beste Kombination aus Erfahrung und Funktionsvielfalt auf. Eine ständig zunehmende Zahl von Installationen und die hohe Entwicklungsgeschwindigkeit sollten eine sichere Investition bei diesen Lieferanten ermöglichen. Wir erwarten in den nächsten Jahren eine Konsolidierungswelle. Zum einen weil die meisten der älteren Anbieter mit der zunehmenden Entwicklungsgeschwindigkeit der Software nicht mithalten können. Zum anderen weil immer mehr Softwarehersteller auf den Zug aufspringen und Ihre Software um Module für Innovations- und Ideenmanagement ergänzen. Auch gibt es eine Reihe alternativer Möglichkeiten wie zum Beispiel den ersten Anbietern für Open Innovation die mit Ihren Internetplattformen einen Fragenden mit vielen Lösenden zusammenbringen, Facebook oder Twitter. Wir haben diese Alternativen in der vorliegenden Studie nicht betrachtet, weil die Nachteile der Lösungen zu groß waren. Auch das kann sich aber ändern. Diese Studie erhalten Sie hier.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ähnliche Beiträge