Die drei Entwicklungsstufen des Social Commerce – Stufe II: Kaufen, wo man sich trifft

von Manja Baudis
3. Juli 2012

Der Aufbau von Social-Media-Präsenzen auf Facebook ist derzeit sicherlich „the brand new toy“ der Marketer. Die täglich steigenden Zahlen der Facebook-Nutzer weltweit machen das soziale Netzwerk für Unternehmen besonders attraktiv.

Mittlerweile taucht der Link zur eigenen Facebook-Fanpage immer häufiger auf diversen Werbemitteln auf. Und etliche Anbieter versuchen, Facebook als Vertriebskanal zu etablieren, um die Abverkäufe zu steigern.

Allerdings befindet sich der F-Commerce noch in einem frühen Stadium und hat den Wandel zum Absatzkanal noch nicht vollzogen. US-amerikanische Experten erwarten aber, dass in den nächsten fünf Jahren mehr Geschäfte über Facebook gemacht werden als auf der Plattform des Onlineshopping-Giganten Amazon.

Facebook-Seiten punkten mit Aktualität und ihrem Spaßfaktor

Die Bedeutung von Online-Auftritten für die Markenkommunikation steigt und steigt. Allerdings – so eine Untersuchung von Zucker.Kommunikation – weisen nur wenige Marken in TV-Spots auf ihre Fanpage hin. Demgegenüber verlinken aber 76 Prozent der Marken die Facebook-Fanpage auf ihrer Website.

Die zunehmenden Facebook-Auftritte bewirken, dass sich immer mehr User mit Marken und Unternehmen vernetzen und anfreunden. Damit konkurriert die Facebook-Fanpage immer mehr mit der eigenen Website. Denn auf beiden Kanälen wird um die Aufmerksamkeit der Verbraucher geworben.

Eine aktuelle BBDO-Untersuchung zeigt, dass 52 Prozent der dort Befragten mit mindestens sechs Marken vernetzt sind. Außerdem besucht jeder Zweite häufiger die Facebook-Seite des Unternehmens als deren Website. Die meisten halten die Facebook-Fanpage für aktueller und schreiben ihr einen höheren Spaßfaktor zu. Allerdings verbringen die Besucher mehr Zeit auf den unternehmenseigenen Websites als auf den Fanpages.

Klar ist jedenfalls, dass die Aktivitäten auf Facebook um Unternehmen-Kunde-Transaktionen ergänzt werden müssen. Denn mit der Ausbreitung von Facebook-Commerce (F-Commerce) erreichen immer mehr Kaufaktivitäten und Produktempfehlungen die private Sphäre des Users.

Gelungenes Beispiel: Promotion der neuen IKEA-Filiale in Malmö 2009

Anstatt eine Werbekampagne zur Neueröffnung aufzusetzen, postete der Filialleiter Gustavsson auf seinem eigens eingerichteten Facebook-Profil Fotos verschiedener Einrichtungsgegenstände. Diese konnten markiert, mit Namen versehen und so bestimmten Nutzer-Profilen zugeordnet werden. Wer das Stück als erster markiert hatte, bekam es geschenkt und konnte es sich vor Ort abholen.

Awareness entstand so fast automatisch – durch die Interaktionen der (potentiellen) Kunden mit Herrn Gustavsson. Multiplikationseffekte waren garantiert. Zudem ließ sich sicherlich auch ein gewisses Abverkaufsvolumen erzielen. Denn jeder weiß: Niemand geht zu IKEA und kommt nur mit dem einen Teil raus, das er ursprünglich kaufen wollte.

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Facebook-Commerce: Impulskäufe dominieren

Der F-Commerce ist in vollem Gange: Unternehmen versuchen, Facebook als Vertriebskanal zu etablieren, um die Abverkäufe zu steigern.

Dabei dominieren vor allem Impulskäufe. Denn Facebook-Nutzer wollen in erster Linie Kontakt zu Freunden und Bekannten pflegen und über deren Aktivitäten auf dem Laufenden zu bleiben. Die Kaufabsicht entsteht dabei eher zufällig und meist aufgrund von Empfehlungen aus dem persönlichen Netzwerk.

Diese „Recommendations“ haben eine besonders hohe persönliche Relevanz, weil sie von den eigenen (Facebook-)Freunden kommen. Und aus Kundensicht entstehen daraus Vorteile während der Informations- und Alternativbewertungsphase. Denn die Suche und der Anbietervergleich werden damit oftmals übersprungen.

Produkte, die keine ausführlichen Recherchen erfordern, verkaufen sich auf Facebook folglich besser als solche, bei denen generell ein hoher Informationsbedarf besteht.

Momentan befindet sich der F-Commerce in einem frühen Stadium und hat den Wandel zu einem ernsthaften Absatzkanal noch nicht geschafft. Unternehmen betrachten den F-Commerce derzeit als Marketingtool, in das Investitionen fließen müssen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der unmittelbare monetäre Nutzen für Unternehmen noch niedrig.

„The future looks bright“: Facebook is the internet

In den USA rollt der F-Commerce-Zug bereits und die Investitionen steigen kontinuierlich. Für die Zukunft von F-Commerce wird sogar erwartet, dass mehr Geschäfte auf Facebook gemacht werden als auf der Shopping-Plattform des Giganten Amazon. Ferner besagen die Prognosen, dass zwischen zehn und 15 Prozent der Ausgaben von Privathaushalten in Facebook und andere Social Media fließen werden.

Zu bedenken ist aber, dass die Entwicklung von F-Commerce stark von der Facebook-Plattform selbst und somit von der Anzahl der aktiven User abhängt. Viele Nutzer in Deutschland haben Bedenken in Bezug auf Datenschutz und Sicherheit. Somit sollten Unternehmen besseren Schutz der personenbezogenen Daten gewährleisten, damit sich Facebook als Absatzkanal etablieren kann. Derzeit ist es ratsam, Transaktionen dort stattfinden zu lassen, wo das Vertrauen der Nutzer am größten ist. In vielen Fällen ist das noch immer die unternehmenseigene Website.

Stufe III: Die hohe Kunst des vernetzten Kommerz.
Stufe I: Sich vernetzen, wo man einkauft.


Weitere Informationen finden Sie im Praxisleitfaden Social Commerce.

2 Kommentare

Die drei Entwicklungsstufen des Social Commerce – Stufe III: Die hohe Kunst des vernetzten Kommerz | Smart Service 10. Juli 2012 - 7:33

[…] Stufe II: Kaufen, wo man sich trifft. Stufe I: Sich vernetzen, wo man einkauft. […]

Antwort
Die drei Entwicklungsstufen des Social Commerce – Stufe I: Sich vernetzen, wo man einkauft | Smart Service 10. Juli 2012 - 8:22

[…] Stufe II: Kaufen, wo man sich trifft. Stufe III: Die hohe Kunst des vernetzten Kommerz. […]

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