Die drei Entwicklungsstufen des Social Commerce – Stufe I: Sich vernetzen, wo man einkauft

von Manja Baudis 14. Juni 2012

Kaum begonnen, ist die heiße Datenschutz-Diskussion um die Einbindung von Facebook Social Plugins auf Internetseiten auch schon wieder in den Hintergrund getreten. Und der Anteil dieser sozial initiierten „Kundenvermittlung“ steigt weiter.

Durch die Einbindung von Social Plugins auf Websites und Onlinestores lassen sich Produktempfehlungen generieren und verbreiten. Das bringt mehr Traffic im Shop und unterstützt die Kaufberatung – und damit auch die Abschlusswahrscheinlichkeit.

Und die gesammelten Nutzerdaten wiederum, ermöglichen es Marken und Anbietern, ihren Fans individualisierte Angebote zu präsentieren. Dabei ist die Verknüpfung mit Facebook-Funktionen weder aufwendig noch teuer.

Mit Social Plugins die Bekanntheit steigern

Die meisten E-Commerce-Kunden finden noch über Suchmaschinen, klassische Onlinewerbung, direktes Aufrufen der URL oder über Affiliate-Netzwerke zu den gewünschten Onlinestores. Der Trend geht jedoch eindeutig zu den sozialen Netzwerken als Vermittlungsplattform.

Dass die Einbindung von Social Plugins den Bekanntheitsgrad von Unternehmenswebsites steigert, hat eine aktuelle Untersuchung von BrightEdge bestätigt. Laut dieser Studie, werden Websites mit Tweet-Button im Social Web sieben Mal häufiger angezeigt als Websites ohne Tweet-Button-Einbindung.

Das beliebteste Social Plugin ist – laut BrightEdge-Studie – der Facebook-Like-Button, der auf rund 50 Prozent der Websites zu finden ist. Darauf folgt der Tweet-Button mit ca. 42 Prozent und der Google+ One-Button mit acht Prozent. Auf Platz vier rangiert das Social Plugin von LinkedIn mit vier Prozent.

Die soziale Navigation mit Kunden-Reviews aktivieren

Immer mehr Verbraucher wünschen sich Produkt-Bewertungen anderer Kunden in den klassischen Onlineshops. Beim Computerhersteller Dell beispielsweise werden Laptops mit ausführlicher Kundenbewertung in einigen Ländern bis zu zehn Mal häufiger verkauft als solche, die ausschließlich mit dem üblichen 5-Sterne-System bewertet sind.

Dell Fallstudie „Kunden eine Stimme geben“

Seit November 2006 geben Kunden von Dell auf der Website des Hardware-Herstellers in 62 Ländern und 14 Sprachen Bewertungen ab. Von den bis dato rund 155.000 Bewertungen für über 6.500 Produkte erhielt ein Großteil der Produkte vier oder fünf Sterne.

Im Rahmen einer Fallstudie wurden die Statistiken zweier Nutzergruppen verglichen: Zur ersten Gruppe zählten diejenigen Kunden, die Bewertungen anderer Kunden zur Entscheidungsfindung nutzten. Zur zweiten Gruppen gehörten die, die beim Einkaufen nicht auf die Bewertungen anderer achteten. Die Daten wurden über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erhoben.

Die interessanteste Erkenntnis der Studie: Die Konversionsrate bei Produkten mit Besucheraktivität im Bewertungsbereich liegt doppelt so hoch wie bei anderen Produkten.

Dell ging in dieser Fallstudie noch einen Schritt weiter und gab ausgewählten Kunden in den Onlineshops eine direkte Stimme: Im Rahmen der Kundenspotlight-Kampagne zeigte das Unternehmen seinen Kunden einen Nutzer mit ähnlichem Profil und vergleichbaren Anforderungen plus das von ihm gekaufte System und die entsprechende Bewertung.

Dafür wurden von Dell zunächst die Produkte identifiziert, die ins Rampenlicht gerückt werden sollten. Anschließend wurden zufriedene Kunden ausgesucht, deren Bewertung die Anwendung des jeweiligen Produkts deutlich beschrieb. Und die Bewerter wurden gebeten, Dell ein Foto zur Verfügung zu stellen. Eine Vergütung für die Teilnahme gab es nicht.

Die Empfehlungen der „Kunden-Spotlights“ wurden dann auf der Produktdetailseite eingeblendet. Und die Empfehlungen – gut, besser, am besten – wurden direkt neben den Kunden-Spotlights gezeigt. Das Ergebnis dieser Studie: Die Produktseiten mit Kunden-Spotlights führten zu deutlich mehr Absatz als die Seiten ohne Spotlights!


Stufe II: Kaufen, wo man sich trifft.
Stufe III: Die hohe Kunst des vernetzten Kommerz.


Weitere Informationen finden Sie im Praxisleitfaden Social Commerce.

2 Kommentare

Die drei Entwicklungsstufen des Social Commerce – Stufe II: Kaufen, wo man sich trifft | Smart Service 3. Juli 2012 at 7:32

[…] III: Die hohe Kunst des vernetzten Kommerz. Stufe I: Sich vernetzen, wo man […]

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Die drei Entwicklungsstufen des Social Commerce – Stufe III: Die hohe Kunst des vernetzten Kommerz | Smart Service 10. Juli 2012 at 7:33

[…] II: Kaufen, wo man sich trifft. Stufe I: Sich vernetzen, wo man […]

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