Neue Geschäftsmodelle im Smart Commerce

von Bernhard Steimel
26. Januar 2017
Neue Geschäftsmodelle mit Smart Commerce

Cisco hat hinsichtlich des Hyper-Relevance-Prinzips drei primäre Werttreiber für Kunden identifiziert: Effizienz, Kosteneinsparungen und Engagement. Diese Werttreiber führen letztendlich zu sich verändernden Geschäftsmodellen.

Amazons Effizienz-Lösungen

Amazon bringt die bereits aus dem E-commerce bekannte „Mit 1-Click kaufen-Option“ in die reale Welt. Über sogenannte „Dash-Buttons“ können Prime-Kunden mit einem Knopfdruck vordefinierte Produkte online bestellen und erhalten das Paket unmittelbar danach nach Hause geliefert.

Dash-Buttons sind an das Internet angeschlossen und werden an Orten platziert, wo die entsprechenden Produkte im Einsatz sind. So wird der Dash-Button für Waschmittel direkt an der Waschmaschine befestigt.

Neue Geschäftsmodelle mit Smart Commerce

Mehr und mehr Produkte von verschiedenen Herstellern kommen hinzu. Dies erscheint, auf unserer vorgestellten Ebene der Smart-Service-Grade noch auf der untersten Stufe zu sein. Es ist aber ein Anfang, denn Amazon-Sprecherin Kinley Pearsall erklärt:

„Das langfristige Ziel wird sein, überhaupt keine Buttons mehr drücken zu müssen.“

Auch der Dash-Stick, mit dem Produkte via Barcode-Scan sowie per Sprachbefehl bestellt werden können, oder die vernetzte „Amazon Alexa“, der Nutzer im Bedarfsfall Bestellungen zurufen können, sind weitere innovative Produkte aus dem Hause Amazon.

Ebenso kooperiert Amazon mit Elektronikherstellern wie Whirlpool, Brita, Brother oder Quirky, um Internetfähige Waschmaschinen, Wasserfilter, Drucker oder Kaffeemaschinen zu entwickeln, die eigenständig Bedarf erkennen und entsprechen nachordern.

Momentan besteht hierbei noch ein Kostenproblem, denn der Versand von kleinen Mengen ist weder für Amazon noch für den Kunden rentabel. Sollte der Online-Händler allerdings im Logistik-Bereich weiter Fortschritte erzielen, könnten auch die sogenannten „Fast-Moving-Consumer-Goods“ bald interessanter für den Online-Handel werden.

Targets Beacon-Lösung

Target nutzt in einigen Shops Beacons, um personalisierte Angebote zu machen, die sich aus dem bisherigen Shopping-Verhalten ergeben. Sofern Kunden die Target App auf ihrem Smartphone installiert haben, erhalten sie während ihres Einkaufs Push-Benachrichtigungen. Target erhofft sich hierdurch einen höheren Absatz durch Impulskäufe. Außerdem kann die App sie zu bestimmten Produkten navigieren, sollten diese nicht direkt gefunden werden. Solche in-Store-Navigation spart dem Kunden Zeit.

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Kosteneinspar-Lösungen

Disruptive Innovatoren wie Groupon oder LivingSocial haben sich im Bereich der Kosteneinsparungen etabliert. Ähnliche Projekte tauchen auf Crowdfunding-Plattformen immer wieder auf.

Engagement-Lösung: The Dandy Lab

Im August 2015 eröffnete in London das Ladengeschäft „The Dandy Lab“. Hierbei handelt es sich um einen „Interactive Store“ in der realen Welt. Basierend auf Technologien von Cisco wird dem Käufer ein „easier, more engaging and personalized“ Einkaufserlebnis ermöglicht. Basierend auf Smartphone-Daten und die NFC- und Beacon-Technologie nutzen, erhält der Käufer zunächst personalisierte Produktempfehlungen, wenn er am Ladenfenster – das mit einem Screen ausgestattet ist – vorbeigeht.

Betritt er den Shop, wird er dort von einem aufgestellten Bildschirm im Eingangsbereich persönlich mit Namen begrüßt. Dieser schickt ihn auch gleich zur passenden Stelle im Geschäft. Während des Kaufprozesses erhält der Kunde laufend Informationen auf sein Smartphone. Zudem gibt es einen „Magic Mirror“, der es ermöglicht, die Kleidung digital anzuprobieren. Nach dem Kauf kann der Kunden zudem noch eine „Social Corner“ betreten, in welcher ihm Kaffee angeboten wird und wo er Zeit hat, sein Einkaufserlebnis seinen Freunden auf Facebook mitzuteilen.

Neue Geschäftsmodelle mit Smart Commerce

Ein ähnliches Konzept verfolgt die Modelinie „Rebecca Minkoff“, die in Zusammenarbeit mit eBay den „Connected Store“ entwickelt hat. Über einen großen Touchscreen kann der Kunde zunächst seine gewünschten Kleidungsstücke auswählen. Die werden anschließend von einem Mitarbeiter in eine Umkleidekabine gebracht. Und dort gibt es den „smart mirror“. Der erkennt dank RFID-Tags, die an den Kleidungsstücken befestigt sind, welche Produkte in die Umkleidekabine gebracht wurden. Über den digitalen Spiegel können dann noch zu diesem Produkt passende Accessoires ausgewählt oder Produktvarianten (Farbe, Größe) geordert werden, ohne die Umkleide verlassen zu müssen.

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Kunden erhalten somit ein personalisierteres und komfortableres Einkaufserlebnis, das erst durch das IoT ermöglicht wird.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es beim Smart Commerce zukünftig von Relevanz sein wird, ein besseres Kundenerlebnis zu garantieren. Das Ziel sollte es sein, nahtlos Menschen, Daten und Dinge in den gesamten Kaufprozess zu integrieren und somit neue Werte für Kunden und Verkäufer gleichermaßen zu schaffen. Dementsprechend müssen Verkäufer ihre Geschäftsmodelle revolutionieren.

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