Digitalisierung im Teilchenbeschleuniger der Pandemie

von Bernhard Steimel
4. Mai 2021

Die Corona-Pandemie hat zahlreiche Trends der Digitalisierung stark beschleunigt. In nur wenigen Monaten gab es einen beispiellosen Wandel, der unter normalen Umständen mehrere Jahre dauern würde. So haben viele Unternehmen die Digitalisierung ihrer Lieferketten und internen Prozesse um drei bis vier Jahre beschleunigt und die Umsetzung digitaler Produkte und Services um sieben Jahre.

Corona hat die Digitalisierung der Kundeninteraktion dramatisch beschleunigt

Doch im Teilchenbeschleuniger der Pandemie haben noch viele weitere Trends und Entwicklungen Fahrt aufgenommen: Kundenzentrierung, Smarter Commerce, digitale Plattformen und Ökosysteme, De-Globalisierung und Reshoring, Hyperautomation, der Überall-Arbeitsplatz und IT als Überlebensfaktor.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Business Resilience“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Mit Digitalisierung widerstandsfähiger werden. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.

Kundenzentrierung treibt Digitalisierung

In der Coronakrise zeigte sich in vielen Unternehmen Schwächen bei der Kundenzentrierung – durch mangelnde Digitalisierung. Die Vorreiter bauen ihre Customer-Experience-Programme aus und führen Daten über alle Kunden-Interaktionspunkte hinweg zusammen, um konsistente Kundenerlebnisse zu ermöglichen. Solche Investitionen zahlen sich aus: 83 Prozent der erfolgreichsten Unternehmen haben stark in Digitalisierung investiert.

Bekleidung auch im Lockdown einkaufen
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Die skandinavische Modeplattform Miinto hat schnell auf die Coronakrise reagiert: In einer Werbekampagne vermittelte sie, dass Boutiquen auf der Plattform ihr Geschäft weiterführen können. Viele haben erstmalig ihre Ware über Miinto angeboten. Das Unternehmen ist so durch Digitalisierung während der Coronakrise stark gewachsen.

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Smarter Commerce: So verändert Digitalisierung das Verkaufen

Onlineshops, Verkauf via App und Omnichannel-Ansätze sind im Endkundenmarkt schon alltäglich. Doch der Trend hat sich auch im B2B-Sektor durchgesetzt, beschleunigt durch die Pandemie. Die Vorreiter setzen dabei auf Digitalisierung, Selfservice und Automatisierung. Das macht es für Käufer einfacher, Informationen zu erhalten, Bestellungen aufzugeben und Serviceleistungen abzurufen.

Unkomplizierte Beschaffung im Trockenbau
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Mit dem Digital Product Selector von FoxBase vereinfacht der Trockenbauspezialist Knauf die Bestellung seiner Produkte. Mit dem System finden Handwerker schnell das richtige Trockenbausystem und alle passenden Produkte. KI-Algorithmen sorgen dafür, dass bei jedem Bestellschritt nur passende und zusammengehörige Teile zu sehen sind.

Digitale Ökosysteme: Im Netzwerk sind wir stärker!

Digitale Ökosysteme und Plattformen bestehen aus miteinander verbundenen Sets von Diensten und Produkten, erfüllen ihren Nutzern übergreifende Bedürfnisse und bieten eine integrierte Nutzererfahrung. Digitalisierung auf dieser Basis stärkt die Resilienz von Unternehmen: Der Zugang zum Kunden wird einfacher. Es ist sogar möglich Kunden über die Region hinaus zu finden, sogar weltweit.

Ein Marktplatz für Daten-Kooperationen
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Der Advaneo Data Marketplace vereinfacht die gemeinsame Nutzung von vertraulichen Daten in Wertschöpfungsketten und Ökosystemen. Integrierte KI-Werkzeuge, Datenmodelle und Applikationen sowie der freie Zugang zu offenen Daten (Open Data) ermöglichen die schnelle Entwicklung von datengestützten Innovationsprojekten.

De-Globalisierung: Reshoring und intra-kontinentale Lieferketten

Reshoring von Liefer- und Wertschöpfungsketten ist schon länger in der Diskussion, die Pandemie hat sie verstärkt. Viele Unternehmen suchen jetzt nach regionalen Lieferanten. Doch das reicht nicht aus, wichtig ist die intelligente Steuerung des Supply Chain. Resilienter als lineare Lieferketten sind (intra-kontinentale) Supply-Chain-Netzwerke mit einer kooperativen Struktur. So entsteht ein enges Geflecht aus Partnern, die vom gegenseitigen Austausch profitieren.

Supply-Chain-Störungen vorhersagen
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Das Startup Synfioo gibt seinen Kunden den Überblick über die Supply Chain. Dadurch können sie bei Störungen und Ineffizienzen im Transportgeschehen frühzeitig eingreifen, um finanziellen Verlusten vorzubeugen. Die Vorhersagequalität verbessert sich permanent, da die Erfahrungen der Kunden in jede neue Produktversion einfließen.

Hyperautomation: Digitalisierung der Verwaltungsprozesse im Eilverfahren

Hyperautomation kombiniert verschiedene Technologien für die Automatisierung, etwa Robotic Process Automation (RPA), Künstliche Intelligenz (KI) und Textklassifizierung. Die Nutzer straffen damit Arbeitsabläufe und optimieren (Verwaltungs-)Prozesse. Auf diese Weise können Unternehmen Prozessketten digitalisieren, wodurch die Mitarbeiter wieder mehr Zeit für komplexe Aufgaben und den direkten Kundenkontakt haben.

Vertrieb automatisieren mit RPA
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Die Vielzahl der Ausschreibungsportale für öffentliche Aufträge ist manuell nicht auszuwerten. Ein Technologieunternehmen nutzt RPA für die Suche nach Ausschreibungen und die Filterung entsprechend des Unternehmensprofils. Der Sales-Mitarbeiter sieht nur relevante Ausschreibungen, diese aber lückenlos.

Überall-Arbeitsplatz, Organisations-Innovation und die digitale Lernreise

Durch Digitalisierung ändert sich die Arbeitsweise. In Zukunft ist der Arbeitsort nicht mehr festgelegt und Hierarchien werden abgebaut. Nun sind Organisations-Innovationen gefragt: Ein neues Unternehmensmodell mit Agilität, Eigenverantwortung und flachen Hierarchien – etwa das Orbit-Modell von Anne M. Schüller. Für die Mitarbeiter bedeutet dies eine digitale Lernreise, die von den Unternehmen unterstützt werden muss.

Knowhow und Mindset für Digitalisierung
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In der Digital Fitness App von PwC erhalten alle Mitarbeiter einen Digital Fitness Score. Auf dieser Basis gibt es einen Lernplan, um digitale Fähigkeiten zu verbessern. Insgesamt treibt eine solche App die Digitalisierung im Unternehmen voran: Fachkräfte werden effektiv gefördert und Wissenslücken gezielt geschlossen.

Digitale Zuverlässigkeit wird zum Überlebensfaktor

Durch die gestiegene Bedeutung von Digitalisierung und automatisierten Prozessen ist die IT-Infrastruktur faktisch eine kritische Infrastruktur. Im digitalen Zeitalter braucht es eine gut ausgebaute und stabile Infrastruktur bei Netzen und Rechenzentren sowie sichere und skalierbare digitale Plattformen in der Cloud. Sie sind die Grundlage zur Entwicklung und zum Betrieb neuer digitaler Dienste und Geschäftsmodelle. Zudem erfordert der Einsatz von Cloudservices ein hohes Maß an Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Serviceanbieter.

Security für kleine IT-Teams automatisieren
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Lineas ist der größte Anbieter von Schienengüterverkehr in Europa. Für die Überwachung und Steuerung der Lokomotiven ist dank Digitalisierung nur ein kleines IT-Team nötig. Das Unternehmen nutzt die Security-Management-Plattform Exabeam, die eine Infrastruktur automatisiert überwacht und Angriffe rasch erkennt und bekämpft.

Digitalisierung treibt den Strukturwandel

Die Veränderungen werden dauerhaft sein und den Strukturwandel beschleunigen. Ein „Weiter So“ kann es nicht geben. Unternehmen müssen ihre Zukunftsannahmen auf den Prüfstand stellen und ihr Zielbild für die digitale Transformation entwickeln.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Wie wollen Sie ihr Unternehmen weiterentwickeln? Und welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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