Strategieentwicklung mit dem Social Media Maturity Model

Strategieentwicklung mit dem Social Media Maturity Model – SM³

von Manja Baudis 19. Juni 2012

Das Social Media Maturity Modell (SM³) – entwickelt vom Social Media Excellence Kreis – bietet Unternehmen die Möglichkeit, eine professionelle und systematische Verortung vorzunehmen. Diese kann nicht nur auf operativer Ebene, sondern auch auf Planungsebene unterstützen.

Durch standardisierte KPIs wird einerseits eine individuelle Roadmap entwickelt und andererseits ein Vergleich mit Konkurrenten realisiert. Nur durch die Einbeziehung aller Faktoren werden Unternehmen in der Lage sein, Ressourcen gezielt und nachhaltig einzusetzen, um so ihre Aktivitäten dauerhaft zu verbessern und im Wettbewerb alle Vorteile des Social Web zu nutzen.

Das Social Media Maturity Model

Viele Unternehmen ergreifen bereits die Chancen und stellen sich den Risiken, die mit der Kommunikation im Social Web einhergehen. Allerdings befinden wir uns noch in der Anfangsphase. Und so sind weder Erfolgsmodelle abrufbar, noch gehört der direkte Dialog mit Kunden und Stakeholdern in den Social Media zum Arbeitsalltag.

Haben wir alles Wichtige berücksichtigt? Haben wir Schwachstellen übersehen? Entspricht unsere Social Media-Präsenz der Unternehmenseinschätzung? Welche strategischen Schritte sollen vollzogen werden? Wo positioniert sich unser Unternehmen? Und wie können wir unsere Erfolge überprüfen? Derlei Fragen tauchen in Unternehmen immer wieder auf.

Und deshalb hat der Social Media Excellence Kreis, ein Forum der führenden Social Media-Anwenderunternehmen (u.a. Deutsche Bahn, Audi, OTTO, Microsoft, Telefónica), das Social Media Maturity Model entwickelt.

Durch die Verortung im Modell können Unternehmen eine Professionalisierung und Systematisierung ihrer Social Media-Aktivitäten sicherstellen. Anhand einer Tabelle oder eines Fragebogens kann je nach gewünschtem Detailgrad eine Einschätzung abgegeben werden.

Standortbestimmung mit SM³ – Entwickeln Sie Ihre Social Media Roadmap!

Das SM³ ist ein handlungsleitendes Werkzeug, das die bisherige Social Media Strategieentwicklung realistisch abbildet. Mithilfe des Modells lässt sich der organisatorisch Reifegrad für das Social Media Engagement eines Unternehmens ermitteln.

Ziele des SM³ sind:

  • die Systematisierung und Operationalisierung der Corporate Social Media-Aktivitäten
  • die Unterstützung bei der Standortbestimmung
  • die Ableitung der Social Media Roadmap
  • die Verfolgung der Fortschritte über die Zeit
  • das Benchmarking intern und mit anderen Unternehmen oder Branchen.

Das Modell deckt eine Reihe grundlegender Fragestellungen ab:

  • Wird ein realer Mehrwert für Social Media Stakeholder generiert?
  • Welche Stärke zeigt der (realisierte) Business Impact?
  • Ist die Organisation für den neuen Ansatz vorbereitet?
  • Werden die richtigen Ressourcen effizient eingesetzt?
  • Sind die nötigen Systeme und Methoden vorhanden und werden sie beherrscht?
  • Ist eine lernende Organisation implementiert? Wenn ja, kann sie Entscheidungen hinsichtlich relevanter Strömungen und Entwicklungen treffen?

Dimensionen und Eckfelder für die Verortung

Für eine systematische Einordnung im Modell stehen jedem Unternehmen sechs Dimensionen zur Verfügung: Strategy, Execution, Interaction, Organisation, Analytics & Reporting und Monitoring. Diese Eckpfeiler ermöglichen eine schnelle und unkomplizierte Einschätzung und Zuordnung zu einem der vier Reifegrade: Explorer, Optimizer, Enabler und Champion.

  • Explorer: Der Explorer hat keine Social Media-Strategie und nutzt daher auch keine professionellen Tools. Die Interaktion mit Kunden findet nur in kleinem Rahmen und nicht systematisch statt.
  • Optimizer: Eine Social Media-Strategie wurde für einzelne Bereiche integriert. Der Optimizer nutzt professionelle Tools und kann sich so auf den Customer Service im Social Web konzentrieren.
  • Enabler: Die Social Media-Strategie des Enablers ist unternehmensübergreifend. Dadurch ist eine stärkere Marktorientierung möglich. Durch die ganzheitliche und differenzierte Betrachtung der einzelnen Schritte im Web können Ergebnisse professionalisiert optimiert werden.
  • Champion: Für den Champion gehören Aktivitäten im Social Web zum fest integrierten Prozess, von dem alle Unternehmensbereiche profitieren. Durch die Integration professioneller Tools und die individuelle Betrachtung anhand unternehmenseigener KPIs wird ein optimales Ergebnis erzielt.

Machen Sie den Selbsttest!

Mithilfe eines vorgegebenen Rasters kann das eigene Unternehmen anhand von 80 Einzelfragen bewertet werden. Eine Aggregation pro Dimension ergibt deren Bewertung und Einordnung in die Reifegrade.

Wichtigste Voraussetzung für die Selbsteinschätzung ist eine reflektierte, umfassende und direkte Überprüfung des bisher Erreichten. Denn die Möglichkeit, einen unternehmensinternen Strategie- und Umsetzungsprozess anzustoßen und selbstständig zu prüfen, birgt Potenzial für eine Verfälschung der Ergebnisse: (Un-)bewusste Beschönigungen und unzureichende Erfassung von tatsächlichen Sachverhalten reduzieren die Nutzbarkeit des SM³.

Die Bewertung im Modell geschieht am besten durch Unternehmensexperten mit genügend Kenntnissen über die Strategien und das Social Media Engagement des Unternehmens. Bewährt haben sich der Teamansatz und die Bewertung durch externe Berater, die jedoch Zugang zu allen notwendigen Ressourcen erhalten müssen. Nur durch den Einblick in alle Teile des Unternehmens kann eine umfassende und realistische Bewertung stattfinden.

Standardisiertes Vorgehensmodell liefert Kennzahlen für den Digital Impact

Das Modell selbst ist universell anwendbar. Und die Ergebnisse helfen sowohl bei der Ausarbeitung interner Strategien als auch beim Vergleich mit Konkurrenten.

Die Vorgehensweise ist komplett standardisiert. Auf der Ergebnisebene ist es jedoch notwendig, dass ein Unternehmen seine eigenen Key Performance Indikatoren (KPIs) definiert, sie misst und die definierten Ziele verfolgt. Erst dann ist diese Ebene im Modell bewertbar.

Die Messungen zeigen zum einen, wie groß der Druck und die potenzielle Bedrohung von Social Media für das Unternehmen sind. Zum anderen werden auch die Potenziale von Social Media für das Unternehmen aus Markt- und Kundensicht aufgezeigt. Die Portfoliobetrachtung dieser „Digital Impact“-Kennzahlen und die internen KPIs ermöglichen eine objektive Gesamtsicht. Denn nur durch die Einbeziehung dieser verschiedenen Faktoren können Chancen und Risiken für ein Social Media Engagement im Branchenkontext erkannt werden.


Weitere Informationen finden Sie im Praxisleitfaden Social Commerce.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ähnliche Beiträge