Mit wandlungsfähiger Unternehmenskultur widerstandsfähiger werden

Mit wandlungsfähiger Unternehmenskultur widerstandsfähiger werden

von Bernhard Steimel 1. September 2020

Unternehmen sollten sich auf die Erholung der Wirtschaft und neues Wachstum vorbereiten und dabei die Widerstandskraft erhöhen. Sie benötigen dafür eine höhere Flexibilität und einen neuen innovativen Mindset

Rasche Krisenreaktion und Fehlerkultur: Schnelligkeit geht vor Perfektion

Geschwindigkeit ist bei Krisenreaktionen entscheidend. Dabei werden mit Sicherheit Fehler passieren, doch diese Tatsache sollte niemanden davon abhalten, in der Krise zu reagieren.

Wer unbedingt das Richtige tun will, wird nie gewinnen. Perfektion ist der Feind des Guten, wenn es um den Notfall geht. Geschwindigkeit ist wichtiger als Perfektion. Das Problem unserer Gesellschaft: Jeder hat Angst, einen Fehler zu machen. Doch der größte Fehler ist, nichts zu tun. Das ist die wichtigste Lektion, die mir Ebola gegeben hat.”

Dr. Michael Ryan, Executive Director, WHO Health Emergencies Programme

#WirVsVirus – der Hackathon

Eine Reihe von digitalen Initiativen haben zusammen mit der Bundesregierung und dem Digitalrat den Hackathon #WirVsVirus gestartet. In 48 Stunden haben mehr als 28.000 Menschen rund 1.500 Lösungen entwickelt – der größte Hackathon der Welt. Parallel haben die Initiativen und die Bundesregierung ein umfangreiches Unterstützungsprogramm aufgebaut, das es ermöglicht, Lösungen schnell zu testen und nutzerzentriert umzusetzen. Zu den Top-Lösungen gehören eine Buchungs-App für Termine in einem Testzentrum, eine Lösung zum digitalen Beantragen von Kurzarbeitergeld, ein Online-Schaufenster für lokale Läden und eine Plattform für Videobesuche in Pflegeheimen.


Die digitale Lernreise für ganze Unternehmen

Die aktuelle Krise und ihre Nachbereitung in den Unternehmen ist eine große Chance für innovative Digitalisierungsprojekte. Viele Unternehmen sind bereits aufgebrochen und haben eine digitale Lernreise gestartet.


Die EC3L-Plattform: Weiterbildung für die digitale Transformation

Mit der EC3L-Plattform entwickeln die Mitarbeiter von Unternehmen die notwendigen Fähigkeiten für die digitale Transformation – auf individuellen Lernpfaden mit verschiedenen Medienformaten, aufbereitet auf Basis einer wissenschaftlich fundierten Lerndidaktik. Die Plattform ist für die Personalabteilung ein Werkzeug, mit dem die betriebliche Weiterbildung transparent geplant, gesteuert und überprüft werden kann. Sie erlaubt die Vermittlung von Skills auf Basis konkreter Aufgaben- und Problemstellungen aus dem Joballtag.


Digitalisierung erfordert von Mitarbeitern einiges an Lernarbeit. Nicht jedes Anwendungsprogramm lässt sich in zehn Minuten nebenbei erlernen. Vor allem mächtige Werkzeuge mit vielen Funktionen wie beispielsweise Salesforce CRM haben eine vergleichsweise steile Lernkurve. Sie sind mit den richtigen Hilfsmitteln aber keine unüberwindliche Hürde.


Digitale Technologien selbstständig lernen

WalkMe bringt das Mitarbeiter-Training auf ein neues Level. Das Tool führt die Mitarbeiter durch komplexe Webapps und macht sie mit allen wichtigen Prozessen bekannt. Dabei wird der Blick des Nutzers auf alle für ihn relevanten Funktionen gerichtet und ihm wird genau gezeigt, auf welche Weise er sie bedienen kann.

So vermeiden Unternehmen Falscheingaben sowie unnötige Support-Tickets und haben eine Alternative zu kostenintensiven Schulungen. Die Einführungsphase einer neuen Software verkürzt sich dadurch deutlich und die Mitarbeiter finden sich schneller in der neuen Anwendung zurecht. Wer noch unsicher ist, kann darüber hinaus jede Demo so oft wiederholen, wie er möchte.


Remote first: Anders Arbeiten lernen

Einige Unternehmen nutzen digitale Arbeitsplätze bereits, doch vor Corona war das nicht die Mehrheit. Durch die Krise wurden die Firmen in das „Remote- First-Zeitalter“ versetzt. In der Praxis lassen sich drei Kategorien von Unternehmen feststellen: die Digitalisierungsstarter, die Fortgeschrittenen und die Experten. Letztere sind schon dort, wo alle anderen noch hinwollen, und die Starter haben im Moment die größten Schwierigkeiten.

In der Gruppe der Fortgeschrittenen zeigt sich deutlich, dass Infrastruktur und Technologie nicht das einzige Problem sind. Während sich die Unter- nehmen in der ersten Woche der Corona-Krise mit der Technik befassten, waren es in der zweiten Woche im Wesentlichen organisatorische und personelle Probleme.

Mit wandlungsfähiger Unternehmenskultur widerstandsfähiger werden

Interne Kommunikation mit App

Die Paulaner Brauerei-Gruppe nutzt die Mitarbeiter-App „ZapfApp“ für die interne Kommunikation. Damit wurden das Mitarbeitermagazin digitalisiert, die beiden Standorte miteinander vernetzt und die Aktivität der Mitarbeiter gestärkt: Jeder dritte registrierte Paulaner beteiligt sich bereits aktiv an Diskussionen. Der größte Vorteil ist die Einfachheit des Zugriffs, denn so haben auch Mitarbeiter ohne Computer-Arbeitsplatz Zugriff auf Unternehmensinformationen – in Krisensituationen ein entscheidender Vorteil gegenüber herkömmlichen Verständigungswegen.


Wichtig ist die Führungskultur im Unternehmen. Flexible und mobile Arbeit erfordert eine andere Art von Führung. Der Mitarbeiter kann (und sollte) nicht dauernd kontrolliert werden. Deshalb ist Homeoffice gerade für Organisationen schwierig, die nicht auf Vertrauensbasis und Distanz führen können.

Unternehmen und Führungskräfte müssen viel und intensiv kommunizieren und auch Diskussionen zulassen. Kommunikation muss allerdings professionell und anhand verbindlicher Richtlinien und vorgegebener Kanäle umgesetzt werden. Andern- falls verfestigen sich Gerüchte oder Falschmeldungen.

Hinzu kommt, dass in vielen Unternehmen zahlreiche Gewohnheiten auf die analoge Arbeit ausgerichtet sind – etwa die Arbeit mit Haftnotizen, schnelle Rückfragen beim Kollegen gegenüber und Ähnliches. Unternehmen sollten Rituale und Gewohnheiten in die digitale Welt übertragen, um die Mitarbeiter nicht zu überfordern. So lassen sich Kollegen auch per Chat-Anwendung fragen und auch die von vielen Mitarbeitern präferierten Tools gibt es gewöhnlich ebenso als Online-Variante.


Das digitale Whiteboard: Virtuelle Haftnotizen

Das Online-Tool Mural ist ein digitaler Team-Arbeitsraum für die virtuelle Zusammenarbeit mit visuellen Hilfsmitteln wie Haftnotizen, Symbolen und Grafiken. Teams können hier gemeinsam Probleme lösen und dabei ein digitales Whiteboard nutzen, das so funktioniert wie die bekannte Magnettafel. Das Tool eignet sich für freie Ansätze ebenso wie für die Umsetzung von Konzepten wie Design Thinking, Storyboarding, Szenario Mapping oder Business Model Canvas.


Das ist ein Auszug aus unserer neue Studie: Trendbook Smarter Enterprise – X-Mal schneller aus der Krise. Die Studie steht ab sofort zum Download bereit.

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