Digitale Management-Ansätze läuten Umbruch in der Führungskultur ein

Digitale Management-Ansätze läuten Umbruch in der Führungskultur ein

von Bernhard Steimel 22. März 2018

Die Studie Digitale Dividende im Mittelstand zeigt: Erst die Hälfte der Befragten hat ihre Strategiehausaufgaben erledigt. Vielfach wurde die Roadmap in den letzten 24 Monaten entwickelt. Erfolgreiche Digitalisierer haben Transformationsprozesse Top-down initiiert und digitales Leadership etabliert. Die Führungskultur befindet sich im Umbruch, bereits ein Drittel der Befragten setzt auf Transparenz und dezentrale Entscheidungsprozesse.

Digitale Management-Ansätze läuten Umbruch in der Führungskultur ein

Digitale Management-Ansätze werden salonfähig, um neue Muskeln zu trainieren

Neue „digitale“ Management-Ansätze wie Design Thinking, Agile und Lean Startup-Methoden sind zentrale Treiber der Veränderung. Steuerungs-mechanismen sind nicht immer etabliert: Neue Kennzahlensysteme wie das Portfolio-Management nach dem „Three Horizon-Model“ helfen, den digitalen Veränderungsprozess mitzugestalten.

Mittelstand entdeckt Customer Experience

Das Digitale Kundenerlebnis hat bei den meisten Unternehmen Entwicklungspotenzial: Noch zu wenige nutzen die Chancen durchgängiger digitaler Service-Erlebnisse. Die Hälfte der Befragten bietet nur unzureichenden digitalen After-Sales Support. Digitale Produktentwicklung wurde zwar vielfach bereits gestartet, aber digitale Produkte und Dienstleistungen erwirtschaften bei den meisten Unternehmen noch keinen relevanten Anteil am Umsatz. Die Geschäftsprozesse haben den höchsten digitalen Reifegrad – ein Beweis dafür, dass „German Digital Business Engineering“ funktioniert.

Digitale Transformation ist vor allem ein Kulturprojekt!

Mehr Kommunikation und Transparenz wird noch nicht von allen Mittelständlern als Erfolgsfaktor erkannt. Etwas mehr als ein Drittel setzt auf Transparenz, um alle Mitarbeiter mitzunehmen. Digital-Experten sind der Engpassfaktor. Erst 31% der Studienteilnehmer haben digitale Expertise im Unternehmen aufgebaut. Weiterbildungsmöglichkeiten zum digitalen Kompetenzaufbau bieten lediglich ein Drittel der Befragten an. Eine solide Ausgangsbasis zeigt sich im Maschinenraum. Nachholbedarf besteht beim Experimentieren mit disruptiven Technologien wie VR/AR, 3D Druck oder IoT.

Heidelberger Druckmaschinen durchlief in den letzten Jahren einen radikalen Transformationsprozess. Massiv wird nun die Digitalisierung von Produkt und Service vorangetrieben. Für mehr Agilität und Kundenzentriertheit ist ein Kulturwechsel auf allen Ebenen notwendig. Ein gelungenes Beispiel ist die iterative Umsetzung des Online Kundenportals innerhalb von zwölf Monaten mit 35 Kunden.

Sto hat schon vor Jahren begonnen, Vertriebsprozesse zu digitalisieren. Für den CIO Dr. Andreas Rebetzky steht fest: „Der Management Mittelbau ist entscheidend. Digitale Workshops mit den Stakeholdern helfen. Der digitale Kompetenzaufbau muss durch das ganze Unternehmen gehen.“

Digitalisierung ist keine Frage der Unternehmensgröße. Das dokumentiert eindrucksvoll Stremmer Sand + Kies, ein Unternehmen, das unter anderem Reitsand unter dem Markennamen stresan vertreibt. Für den Junior-Chef Lars Fiele war klar: „Jeder hat ein Handy. Jeder muss digital sein.“ Persönlich hat er jedes Gerät übergeben. Ängste und Nöte konnten geäußert werden. Messbare Erfolge dieser Strategie sind 8% weniger Transportkosten und 20% mehr Absatz durch Online-Vermarktung.

Energy2Market ist ein Stromhandelshaus mit dem Geschäftsmodell „virtuelles Kraftwerk“. Die Geschäftsführung nutzt agile Methoden als Ergänzung zu klassischen Controlling-Tools. Mit dem Aufbau eines sogenannten „Company Backlog“ werden die Durchlaufzeiten von strategierelevanten Maßnahmen gemessen.

„Wir wollen schnell Dinge ausprobieren“ lautet das Motto der Digital Labs des Bremer Seehafen- und Logistikunternehmens BLG Logistics. Dazu nutzt der Logistiker ein interdisziplinäres Team, auch Startups sind in die Prozesse involviert. 100 Tage Zeit bekommen die Teams, danach muss etwas Produktives herauskommen. Schlägt ein 100-Tage-Projekt fehl, verbucht BLG auch das als Erfolg.

Die Vorreiter der Digitalisierung empfehlen unisono:

Früher starten

Dringlichkeit erzeugen, digitale Zielbild machen und Roadmap priorisieren, um Geschwindigkeit zu bekommen.

Schneller umsetzen

Früher ins Machen kommen, mehr unternehmerischen Freigeist fördern, mehr Freiraum schaffen.

Mehr kommunizieren

Mitarbeiter frühzeitig einbinden, um Akzeptanz zu steigern und Veränderungsprozess zu beschleunigen.

Digitalisierung. Einfach. Machen.

Hier geht’s zum Studien-Download: https://www.smarter-service.com/download/.

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