Best Practices für Plattformen im Mittelstand

von Ingo Steinhaus
14. Oktober 2021

Das Plattform-Business hat drei Ebenen: Digitale Angebote, Cloud-Plattformen und digitale Zuverlässigkeit. Dieser Beitrag zeigt gute Beispiele, die von digitalen Vorreitern im deutschen Mittelstand verwirklicht worden sind. 

Für diese Vorreiter gilt: Sie erhöhen ihre Wertschöpfung mit digitalen Angeboten, indem sie Ende-zu-Ende-Lösungen für ihre Kunden oder eine ganze Branche anbieten. Mit Cloud-Plattformen machen sie Prozesse und Anwendungen effizienter. Basis dafür ist digitale Zuverlässigkeit mit Security by Design: Best Practice bedeutet hier unter anderem, sich an Sicherheitsstandards zu halten und Managed Services zu nutzen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem „Trendbook Digital Platforms“. Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Mehr Resilienz durch zuverlässige Plattformen. Sie können das Trendbook außerdem direkt kostenlos herunterladen.

Digitale Angebote entwickeln 

Digitale Angebote erweitern und ergänzen bestehende Produkte und Services. Dafür werden Serviceprozesse in mobile Apps verlagert, der Produktnutzen durch Datenanalysen verbessert und Wertschöpfungsprozesse automatisiert.

Später lesen? Das Trendbook Digital Platforms als kostenloses E-Book herunterladen.

Leichtes Handling von Gefahrgütern in der Luftfracht

Das Versenderportal INFr8 zielt auf die Air Cargo Supply Chain. Es bietet Versendern, Spediteuren und Airlines oder Handling-Agenten eine Vereinfachung bei der exportseitigen Abwicklung von Gefahrgut und Normalgut. Der Fokus der Plattform ist die Digitalisierung der gesetzlich vorgeschriebenen „Dangerous Goods Declaration (DGD)”. INFr8 macht sie zur eDGD, die über Unternehmensgrenzen hinweg ausgetauscht und weiterverarbeitet wird.

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Doppel- und Mehrfacherfassungen der Daten entfallen. Der Versandprozess wird schneller, zuverlässiger und vor allem transparenter. Dokumentationsfehler werden frühzeitig erkannt und behoben. Die Anzahl der zurückgewiesenen Sendungen bei der Airlineseitigen Annahme sinkt. Gleichzeitig sind die Check-in-Zeiten kürzer, die ohne Digitalisierung etwa bei zwölf Stunden liegen.

Ein Dashboard bietet durchgehende Sichtbarkeit und ermöglicht den Beteiligten, ihre Sendungen entlang des Gesamtprozesses zu verwalten und zu kontrollieren. In Echtzeit werden wichtige Statusinfos aus der Supply Chain und Alerts bei Verspätungen angezeigt.

Ein Online-Marktplatz für Handel mit Altmetall und Altpapier

Der Wertstoffhandel bei Altmetall und Papier nutzt zumeist noch Telefon, Print-Ausschreibungen oder persönliche Kontakte. Das sorgt für einen unübersichtlichen Markt, meist vertrauen Marktteilnehmer auf langjährig gewachsene Strukturen und handeln nur mit Partnern, die sie bereits kennen. Die Folge: Geeignete und bessere Angebote kommen gar nicht erst in den Blick – obwohl beide Seiten bessere Preise erzielen könnten.

Die B2B-Plattform Scrappel der ALBA Group vernetzt Teilnehmer der Kreislaufwirtschaft, indem sie analog geprägte Prozesse in ein digitales Umfeld übersetzt. Der Service bietet die komplette Abwicklung von der Geschäftsanbahnung bis hin zur automatisierten Abrechnung. Im Dialog können potenzielle Handelspartner vertrauliche Details wie Kaufbedingungen, Transport und Zahlung vereinbaren. Eine Dokumentation aller abgewickelten Geschäfte stehen den Nutzern übersichtlich archiviert digital zur Verfügung.

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Cloud-Plattformen etablieren

Geschwindigkeit und Stärke digitaler Angebote kommen erst durch den Einsatz von Cloud-Plattformen mit Datenfokus. Sie erzeugen, sammeln oder speichern maschinell oder von Anwendern generierte Informationen und bieten eine Infrastruktur für Austausch, Analyse und Auswertung an.

Digitale Zwillinge für Waren und Prozesse im Filialgeschäft

Die Drogeriekette dm nutzt in ihrem neuen Verteilerzentrum in Wustermark bei Berlin eine vollautomatisierte Kommissionierung von Mischpaletten. Grundlage des Konzepts ist ein durchgängig datenbasierter Planungsprozess, der auf einem digitalen Zwilling jeder einzelnen Filiale basiert.

Dazu wurden alle 2.000 dm-Märkte mit ihrer jeweiligen Regalarchitektur und den individuellen Artikelplatzierungen erfasst. Anhand des Zwillings werden die Artikel auf Paletten intelligent kombiniert, was die Filiallogistik für die Mitarbeiter erleichtert. Zunächst legt die Software fest, welche Produkte gemeinsam auf welche Palette gepackt werden.

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Das entscheidende Kriterium hierfür ist die räumliche Nähe der Produkte zueinander im Verkaufsregal in der jeweiligen Filiale. Innerhalb der Paletten wird anschließend nach demselben Kriterium sortiert. Sieben Kommissionierroboter entnehmen nun von den sortenreinen Originalpaletten die Artikel in der richtigen Reihenfolge, um sie, wie im digitalen Zwilling geplant, auf der Palette zu positionieren.

Die ARD-Mediathek als digitale Plattform

Die ARD ist ein großer Verbund aus Fernsehsendern, die bis vor kurzem jeweils eigene Mediatheken und Videoangebote hatten. Die Nutzer hatten dadurch Schwierigkeiten, die gewünschten Sendungen zu finden. Die neue Mediathek hat eine einheitliche Architektur und konsolidierte Angebote. Dafür hat die ARD in Zusammenarbeit mit der T-Systems MMS eine Cloud-Plattform entworfen, an der sich alle Landesanstalten beteiligen.

Die neue Mediathek ist eine Plattform für die einzelnen Angebote der Sender. Eine besondere Herausforderung war dabei das Einhalten der Publikationsrichtlinien, denn für jede Sendungskategorie gibt es eine maximale Veröffentlichungsdauer. Um die Mediathek schneller weiterzuentwickeln und an stetig wachsende Anforderungen anzupassen, nutzt die ARD agile Softwareentwicklung.

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In einem eigenen Developer-Portal wird die Mediathek kollaborativ in der Cloud weiterentwickelt. Dafür ist sie mit Routinen zum Monitoring ausgestattet, sodass die Entwickler das Nutzerverhalten genau kennen. Die Release-Geschwindigkeit ist gestiegen und die Mediathek hält jetzt Schritt mit der Nutzerentwicklung: Sie bewältigt etwa 120 Millionen Videoabrufe pro Monat.

Digitale Zuverlässigkeit erreichen

Bei digitaler Zuverlässigkeit geht es nicht nur um IT-Sicherheit, sondern um den Schutz aller digitalen Assets. Dafür muss die IT-Infrastruktur stabil arbeiten und gleichzeitig flexibel reagieren können. Zudem muss sie schnell und agil, sicher, geprüft (zertifiziert), innovativ und strikt kundenorientiert sein.

Security as a Service für die digitale Industrie

Die ondeso GmbH bietet Betreibern und Ausrüstern von Industrieanlagen zugleich eine Plattform zum Konfigurations- und Betriebsmanagement von industriellen Softwareanwendungen und deren Betriebssystemen. Mit der Plattform werden fortlaufend alle Softwareanwendungen und deren Betriebssysteme für jeden Client auf dem Shopfloor einer Industrieanlage inventarisiert.

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Neue Releases, Updates und Patches werden nachfolgend prozess- und wartungsorientiert bereitgestellt und eingespielt. Als Absicherung wird per Knopfdruck eine Datensicherung der Systeme voll automatisiert angelegt. Auch die Bereitstellung und Installation von Betriebssystemupdates und Anwendersoftware werden produktionsgerecht in einem Wartungsfenster umgesetzt. So haben Industrieunternehmen die Sicherheit ihrer IT-Komponenten im Shopfloor stets unter Kontrolle und können bei Bedarf schnell Gegenmaßnahmen einleiten.

Selbstheilende und -sichernde Infrastruktur in der Cloud

Das Konzept der selbstheilenden IT-Infrastruktur basiert auf der Idee, dass der Betrieb von Cloud-Rechenzentren ebenso automatisiert werden sollte wie alle anderen Geschäftsprozesse auch. Das bedeutet die Erweiterung von bekannten Konzepten auf das Rechenzentrum, beispielsweise das Nutzen von Sensorik, um über Datenanalysen den Status der einzelnen Server und Storage-Einheiten herauszufinden.

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Die Cloud-Plattform Ivanti Neurons arbeitet mit Bots (Softwarerobotern), um typische Aufgaben bei der Administration zu erledigen, potenzielle Sicherheitsvorfälle aufzudecken und technische Probleme zu beheben. Sie versorgt die IT mit handlungsfähiger Echtzeit-Intelligenz, ermöglicht es Geräten, sich selbst zu reparieren und zu sichern und bietet Benutzern ein personalisiertes Self-Service-Erlebnis.

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Digitale Wertschöpfung erfordert passende Produkte, Plattform und digitale Zuverlässigkeit. Ist ihr Unternehmen bereits in der Cloud? Nutzen Sie Plattformen? Und wie sieht es bei ihnen mit der digitalen Zuverlässigkeit aus? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

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