Neues Trendbook: Der Kompass fĂŒr die Multikrise

von Bernhard Steimel
4. Mai 2023

Der deutsche Mittelstand sieht sich einer Multikrise gegenĂŒber. Die Liste der KrisenphĂ€nomene ist lang: EnergieengpĂ€sse, Klimawandel, gestörte Lieferketten, politische InstabilitĂ€ten, ArbeitskrĂ€ftemangel. Aus unserer Sicht ist das beste Mittel gegen diese Multikrise die beschleunigte Digitalisierung: Sie macht Unternehmen nachhaltiger, resilienter und effektiver. 

Unser neues Trendbook „Kompass fĂŒr die Multikrise“ bietet Empfehlungen und Anregungen, um ein Fitnessprogramm fĂŒr die Unternehmen zu entwickeln und so die WettbewerbsfĂ€higkeit zu stĂ€rken. Zahlreiche Fallbeispiele aus der Praxis ergĂ€nzen die dargestellten Trends.

Der Inhalt dieses Beitrags:

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Neue Herausforderungen fĂŒr die Wirtschaft

Multikrise und perfekter Sturm – diese beiden Begriffe sind bereits in die Alltagssprache ĂŒbergegangen. Multiple, sich ĂŒberlagernde Krisen bestimmen das Geschehen in Wirtschaft und Gesellschaft. Sie erzeugen etwas, was im englischen Sprachraum als „Perfect Storm“ bezeichnet wird. Drei wichtige Herausforderungen bestimmen die nahe Zukunft. 

  • Demografie: Eine verĂ€nderte Altersstruktur sorgt fĂŒr einen ArbeitskrĂ€ftemangel. 
  • Decoupling: Die Abkoppelung von China fordert die exportorientierten Unternehmen heraus. 
  • Dekarbonisierung (Net Zero) prĂ€gt ĂŒber Jahre die Agenda der Unternehmen.
Permanentes Management von ExternalitÀten
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Der Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld bringt es in dieser Diskussion auf den Punkt: “Es gibt immer wieder Momente, wo man denkt, es reißt jetzt ab. Aber es reißt nicht ab. Wir sind gefordert, das richtige zu tun. Die Interdependenzen zwischen den Problemen und ihre Vernetzung ist sehr komplex.“

Neue Spielregeln fĂŒr Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind gleichzeitig Treiber und Hemmschuh der gesamtwirtschaftlichen Transformation. Neue gesetzliche Auflagen der EU-Kommission und der Einzelstaaten widmen sich aktuell viel diskutierten Themen wie Nachhaltigkeit, Datenökonomie und KĂŒnstliche Intelligenz (KI).

Eine neue Geoökonomie ist die Antwort auf geopolitische Spannungen. Multiple, sich ĂŒberlagernde Krisen (Multikrise oder Polykrise) bestimmen das Wirtschaftsgeschehen. Experten gehen davon aus, dass nun eine lange Periode höherer Inflation folgt – die „Longflation”. Steigende Kapitalkosten wirken sich erheblich auf die Investitionen aus. Hinzu kommen die Störungen der Lieferketten.

Das Trendradar als Entscheidungshilfe in der Multikrise

Die Haupttrends im Überblick

AgilitĂ€t, Offenheit, Sinnorientierung sind drei klare Leadership-Trends fĂŒr die BekĂ€mpfung der Multikrise. Bei Strategie und FĂŒhrung steht die nachhaltige UnternehmensfĂŒhrung im Vordergrund. Produkt- und Kauferlebnisse sind fĂŒr den GeschĂ€ftserfolg bedeutend – auch fĂŒr B2B-MĂ€rkte. Customer Experience ist deshalb ein wichtiges Handlungsfeld. Hier gilt „Digital First”. Kern jedes digitalen GeschĂ€ftsmodells sind smarte Produkte und Services. FĂŒr effiziente digitale Prozesse ist Automatisierung Pflicht. 

New Work bringt den Mitarbeitenden mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung. Die Mitarbeitenden werden fit gemacht fĂŒr die Digitalisierung, erhalten digitale ArbeitsplĂ€tze fĂŒr selbststĂ€ndiges Arbeiten und werden regelmĂ€ĂŸig weitergebildet. Basis aller Transformationsprozesse in einem Unternehmen ist die digitale Infrastruktur. Sie muss mit einem digitalen Immunsystem gegen Angriffe gesichert sein. Cloud-basierte Datenplattformen raffinieren Daten und unterstĂŒtzen den Datenfluss.

Adaptive Strategien fĂŒr die Multikrise: Der richtige Trimm entscheidet

Drei Stoßrichtungen der Transformation

Die Transformation kennt drei Stoßrichtungen, die sich aus den wichtigsten Zielsetzungen im Management der Unternehmen ableiten.

  • Erstens sind Operational Excellence und digitale Customer Experience wichtig. Beides hilft beim Schutz des BestandsgeschĂ€fts, eine PrioritĂ€t fĂŒr viele Unternehmen
  • Zweitens steht Resilienz ganz oben auf der Agenda. Im Moment wappnen viele FĂŒhrungskrĂ€fte ihr Unternehmen mit Digitalisierung gegen Risiken.
  • Drittens wird Nachhaltigkeit ein umfassendes Leitbild und geht ĂŒber effektives Ressourcenmanagement hinaus. Die Transformationsziele werden durch neue, digitale GeschĂ€ftsmodelle erreicht.
Top-Digitalisierungsinitiativen im Triple Play

Top-Handlungsfelder fĂŒr den Mittelstand

Extreme AdaptivitĂ€t ist in der Multikrise das neue Mantra in den Unternehmen. Sie mĂŒssen dafĂŒr ihre Digitalisierungsinitiativen auf drei Ebenen beschleunigen.

Digitales Denken forcieren, neue Horizonte entdecken

  • Triple Play: Den richtigen Trimm zwischen Nachhaltigkeit, Resilienz und EffektivitĂ€t wĂ€hlen. Vier von zehn Unternehmen setzen dabei auf Forcierung der digitalen Transformation.
  • Business Agility: Ein neuer Mindset setzt neue KrĂ€fte frei. Das berichtet jedes zweite Unternehmen.
  • Insights-driven Company: Datenbewusstsein erlangen. Jeder zweite digitale Vorreiter arbeitet evidenzbasiert mit Data Analytics.

Digitale Mehrwerte schaffen, am Wertschöpfungskern innovieren

  • Digital First: Mit digitalen Kundenerlebnissen die Top-Line stĂ€rken. Digitale Kundenkontaktpunkte helfen bei Kundengewinnung und -bindung.
  • Smartification: Drei von vier Unternehmen treiben Smarte Services im KerngeschĂ€ft voran und profitieren: Jeder dritte Euro wird digital verdient!
  • Hyperautomation: Jedes vierte Unternehmen beschleunigt das GeschĂ€ft radikal mit Automation – auch als Mittel gegen FachkrĂ€ftemangel.

Digitale FĂ€higkeiten trainieren, das digitale Fundament festigen

  • New Work: Der Wandel zu einer dialogorientierten Kultur ist spĂŒrbar.
  • Digital Workplace: Der digitale Arbeitsplatz ist Standard.
  • Cybersecurity: Um das digitale Immunsystem zu stĂ€rken, setzen digitale Vorreiter auf Plattformstrategien. Die Cloud macht die Digitalisierung sicherer und zuverlĂ€ssiger.

Drei Horizonte fĂŒr den richtigen Innovationsmix

Das Drei-Horizonte-Modell von McKinsey hilft dabei, Handlungsfelder zu priorisieren und sich auf die richtigen Maßnahmen zu fokussieren. Die Unternehmen mĂŒssen zuerst absichern, was bereits da ist. Dann mĂŒssen sie fördern, was wĂ€chst und schließlich nach neuen MĂ€rkten Ausschau halten. So entsteht der richtige Innovationsmix fĂŒr das Triple Play aus kurzfristigen Maßnahmen und Zukunftsinvestitionen.

Die einfachste Regel fĂŒr das Setzen von PrioritĂ€ten ist die 60:30:10-Regel, die Investitionen, Ressourcen und Personal auf unterschiedliche MaßnahmenbĂŒndel aufteilt.


Fitnessprogramm fĂŒr die Multikrise

Die deutsche SchlĂŒsselbranche Automotive steht unter Druck. Steigende Energiepreise sowie anschwellende Inflation und der Mangel an digitalen Talenten zeigen deutlichen Handlungsbedarf. 

Der MittelstĂ€ndler WKW Automotive nutzt fĂŒr seine Pressen einen Digitalen Zwilling. Er beobachtet das Verhalten der Anlagen, sendet automatisch AuftrĂ€ge an die Instandhaltung, plant die optimale Reihenfolge der ProduktionsauftrĂ€ge und ordert das Material fĂŒr die nĂ€chste Schicht. Das Ergebnis: Über zehn Prozent ProduktivitĂ€tssteigerung nach knapp einem Jahr.

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KonsumgĂŒterindustrie und Einzelhandel sehen sich vielfĂ€ltigen Herausforderungen gegenĂŒber: Steigende Warenkosten, uneinheitliche Handelsvorschriften, (auch hier) ArbeitskrĂ€ftemangel und eine verĂ€nderliche Nachfrage . 

Das Logistikunternehmen Fiege nutzt ein autonomes Kommissionier-Fahrzeug. Das Regal auf RĂ€dern ist mit 3D-Kameras, Laseroptik und einem Indoor-Navigationssystem ausgestattet. Es sucht im Lager selbsttĂ€tig nach den gewĂŒnschten Artikeln und stellt so die geforderte Lieferung zusammen. Die Fahrzeuge lassen sich auch fĂŒr vorbereitende TĂ€tigkeiten nachts oder bei einer Inventur einsetzen.

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Das deutsche Gesundheitssystem wurde von der Corona-Pandemie an seine Grenzen gebracht. In Deutschland zeigen sich in der Multikrise vor allem systembedingte Probleme wie unzureichende Digitalisierung, BĂŒrokratisierung, FachkrĂ€ftemangel und Störungen der Lieferkette. Die Gesundheitsversorgung war im Dauerstress. 

Das Home-Monitoring-System des Herstellers Biotronik bietet fĂŒr Herzpatienten eine kontinuierliche Überwachung. Die Herzschrittmacher besitzen einen Funkchip, der den Zustand des Patienten, aber auch des Implantats regelmĂ€ĂŸig an einen CardioMessenger sendet. Der Vorteil des Systems: Angeschlossene Ärzte und KrankenhĂ€user können online auf die relevanten Informationen zu ihren Patienten zugreifen.

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