Drei Fragen an Hagen Rickmann: Resilienz mit digitalem Unternehmermut steigern

von Bernhard Steimel
1. September 2022

Der Mittelstand sollte in der digitalen Transformation mit Entschlossenheit, Konsequenz und Ausdauer vorangehen, fordert Hagen Rickmann, Geschäftsführer des Telekom-Geschäftskundenbereichs in seinem Interview mit uns. Dafür empfiehlt er Kooperationen zwischen Mittelstand und Startups: Mittelständler haben die Erfahrung, Startups das technischen Know-how.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der Studie „Die Resilienzmeister im deutschen Mittelstand“.  Einen Überblick über den Inhalt gibt der Artikel Neue Studie: Die Resilienzmeister im deutschen Mittelstand. Sie können die Studie außerdem direkt kostenlos herunterladen.

9 Initiativen für digitalen Unternehmermut

Herr Rickmann, wie unterstützt die Digital X-Initiative mit dem Digital Champions Award der Telekom den Best-Practice-Erfahrungsaustausch und die Vernetzung?

Wir bezeichnen die Digital X nicht ohne Grund als Europas führende Digitalisierungsinitiative. Wir bringen seit 2017 zusammen, was in Sachen Digitalisierung zusammengehört: Großkonzerne, Mittelstand, Startups, Politik, Visionäre und führende Experten. Digitalisierung schafft man nicht im Alleingang. Die Digital X bietet hier eine zentrale Anlaufstelle: Neben dem starken Partnernetzwerk, redaktionellen Angeboten und einer offenen Community bilden unsere jährlichen Events das Herzstück der Initiative. Unter dem Motto „vernetzen, austauschen, voneinander lernen” bieten wir damit eine Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch und haben zuletzt die Stadt Köln in die Weltausstellung für Digitalisierung verwandelt. Die Resonanz war überwältigend – aus allen Richtungen. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

Gleichzeitig rückte der dazugehörige Digital X Award Mittelständler ins Rampenlicht, die bereits mutig und entschlossen den Weg in die digitale Welt gehen. Wir kürten die Digitalisierungs-Vorbilder des deutschen Mittelstands.

Andere Unternehmen fanden hier Best-Practice- Beispiele, Benchmarks sowie Lösungs- und Inspirationsansätze für die eigenen Herausforderungen. Sie holten sich damit Tipps und Mut von „Gleichgesinnten”.

Konkretes Beispiel und Gewinner der Kategorie Digitale Transformation Mittelstand des letzten Jahres ist Noerr. Der Wirtschaftskanzlei gelingt es – trotz der eher traditionellen und wenig technikaffinen Branche – die Digitalisierung in ihrem Umfeld voranzutreiben. Das eingereichte Projekt „Digital Fasttrack” beinhaltet unter anderem die Etablierung ihres neuen Bereichs „Digital Technology & Information Services”, die Verbesserung des Digital Mindset bei Mitarbeitenden und der Organisation sowie die Nutzung von Legal- Tech-Anwendungen.

Oder nehmen wir uns das Beispiel J. Wagner GmbH mit ihrem Projekt IONIQ Skincare, Gewinner der Kategorie Digitale Produkte und Dienstleistungen, die mithilfe von Digitalisierung gegen Sonnenbrand und Hautalterung vorgehen. Im Kerngeschäft als Weltmarktführer für die Nass- und Pulverbeschichtung von Oberflächen tätig, sind sie nun mit einem Hightech- Beauty-Device in einen komplett neuen Wachstumsmarkt eingestiegen. Der patentierte Sprayer nutzt natürliche Anziehung der Haut für perfekte Beschichtung mit Hautpflege- und Sonnenschutzprodukten.

Welchen Beitrag leistet das TechBoost-Startup Programm, um die Digitalisierung im Mittelstand zu beschleunigen?

Oft liegt noch die falsche Auffassung vor, dass ein traditioneller Mittelständler und ein Startup kaum weiter voneinander entfernt sein könnten. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Es ist eine gute Ergänzung. Klassische Mittelständler sind keine Tech-Experten, Startups schon. Sie denken out-of-the-box und können den Mittelständlern wertvolle Impulse liefern. Die Startups können wiederum von deren jahrelanger Geschäftserfahrung und Tradition profitieren.

Durch das TechBoost-Programm bringen wir unsere Kunden mit den über 660 Startups im Rahmen von Innovationsworkshops zusammen. Eine Win-Win- Situation: Der Mittelständler findet die individuell benötigte IT-Lösung, die Startups können neue Kunden generieren und ihr Geschäftsmodell skalieren.

Vor nicht langer Zeit war beispielsweise unser Partner enfore noch ein Startup – heute haben wir mit Magenta Business POS ein gemeinsames, erfolgreiches Produkt am Markt. Es kombiniert Kasse, Zahlungssystem, Warenwirtschaft und die wichtigen Buchhaltungsfunktionen in einem einzigen cloudbasierten System. Zu Beginn der Pandemie konnte das smarte Kassensystem zudem kurzfristig um Features wie Click and Meet erweitert werden und bot damit hohe Flexibilität. So konnte beispielsweise Butlers innerhalb von drei Tagen auf den Lockdown reagieren und den Betrieb aufrechterhalten.

Welche Mehrwerte und Kompetenzen liefert die Mittelstandsinitiative?

Die Mittelstandsinitiative haben wir 2014 ins Leben gerufen, um kleinen und mittelständischen Unternehmen gemeinsam mit Partnern zusätzliche IT-Leistungen anbieten zu können. Kurzum: Um Mittelständlern ein noch besseres und vielfältigeres Angebot für deren Digitalisierung bieten zu können, das über klassische Konnektivität hinausgeht. Bis Ende 2014 wollten wir ein starkes Netzwerk mit zahlreichen Partnern aufbauen. Heute zählen wir über 5.500 Partner in unserem Ökosystem – ein voller Erfolg.

Denn jede Branche hat eigene Herausforderungen und jedes Unternehmen individuelle Ansprüche. Dank unseres umfassenden Partnerökosystems können wir unseren Kunden ganzheitliche Lösungen mit einem 360°-Portfolio für agile Arbeitsplätze, effiziente Business- Applikationen sowie breitbandige Konnektivität und Infrastruktur bieten. Immer im Blick: Das Beste für den Kunden, aus einer Hand.

Ein aktuelles Beispiel: Unser neues Angebot „Zoom X”. Zoom war einer der Nummer-Eins-Enabler während der Pandemie und steht für Einfachheit und intuitive Bedienung. Mit Zooms digitaler Kollaborationslösung und dem Telekom-Netz bringen wir nun das Beste aus beiden Welten zusammen und schaffen einen Mehrwert für den Kunden. Neben dem sicheren Netz verantwortet die Telekom den Vertrag, die Auftragsbearbeitung, den flächendeckenden Service und die Abrechnung. Gemeinsam mit unserem Partner Zoom treiben wir so die Entwicklung innovativer Lösungen voran, die das neue Arbeiten erleichtern.

Später lesen? „Die Resilienzmeister im deutschen Mittelstand“ als kostenloses E-Book herunterladen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie haben wir in einer kostenlosen Infografik aufbereitet, die Sie hier herunterladen können.

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